Der Abschied vom Fernsehen fällt Ellen DeGeneres offenbar schwerer als gedacht. Bei Graham Norton spricht die 68-Jährige über ihre Sehnsucht nach der Arbeit vor der Kamera – und darüber, dass sie sich neue Projekte in Großbritannien vorstellen kann. Eine neue Show hat die frühere US-Talkmasterin bislang allerdings nicht angekündigt.
Das Wichtigste im Überblick
- Ellen DeGeneres vermisst nach eigener Aussage die Arbeit im Fernsehen.
- Bei Graham Norton erzählt sie, dass sie über Projekte in Großbritannien nachdenkt.
- Ein konkretes TV-Comeback ist noch nicht angekündigt.
- Außerdem erinnert sie sich an die unterschiedlichen Reaktionen auf ihr Coming-Out.
Was ihr am Fernsehen fehlt
Vor allem das gemeinsame Lachen mit ihrem Autorenteam und dem Publikum fehle ihr, erzählt DeGeneres in der von der Produktionsfirma vorab veröffentlichten Gesprächsvorschau. Beruflich sei derzeit wenig los. Sie denke darüber nach, in ihrer neuen Heimat wieder etwas fürs Fernsehen zu machen.
Den britischen Fernsehmarkt nimmt sie dabei mit einem Augenzwinkern aufs Korn: Bei all den Sendungen über Töpfern, Nähen und Menschen, die anderen beim Fernsehen zuschauen, müsse sich doch auch für sie ein Platz finden lassen. Welches Format ihr selbst vorschwebt, verrät sie nicht.
Zwischen Rückzug und neuer Lust
DeGeneres hatte ihre US-Talkshow 2022 nach 19 Staffeln beendet. Zuvor hatten Berichte ehemaliger Beschäftigter über ein toxisches Arbeitsklima die Produktion erschüttert. Die Moderatorin entschuldigte sich damals bei ihrem Team. Später kehrte sie auf die Stand-up-Bühne zurück; ihr Netflix-Special inszenierte sie als Abschied vom Showgeschäft.
Mit ihrer Ehefrau Portia de Rossi zog sie 2024 nach England. Dass ihr die tägliche Arbeit und das Publikum inzwischen fehlen, gibt ihren jetzigen Aussagen eine andere Richtung als dem früheren Rückzugsplan. Zwischen einer solchen Sehnsucht und einer bestellten neuen Fernsehsendung liegt allerdings noch ein entscheidender Schritt.
London gab ihr Rückhalt
Bei Norton blickt DeGeneres auch auf ihr öffentliches Coming-Out 1997 zurück. In ihrer Sitcom „Ellen“ bekannte sich damals ebenfalls ihre Hauptfigur dazu, lesbisch zu sein. In den USA habe sie dafür erhebliche Ablehnung erlebt. Umso mehr habe es ihr bedeutet, in London gefeiert und willkommen geheißen zu werden.
Die Folge wurde zu einem Meilenstein lesbischer Sichtbarkeit im US-Fernsehen. An die damalige Zeit erinnerte sich zuletzt auch Schauspielerin Laura Dern, die bei Ellens Coming-Out mitwirkte. Für DeGeneres verbindet sich die Erinnerung an Großbritannien heute mit der Frage, ob dort auch ein neues berufliches Kapitel möglich wäre.
Die „Graham Norton Show“ mit DeGeneres wird am Freitag, 16. Oktober, um 22.40 Uhr britischer Zeit auf BBC One ausgestrahlt. In Deutschland ist es dann 23.40 Uhr. Ebenfalls zu Gast sind unter anderem Quentin Tarantino, Colin Farrell und Gemma Chan.