Peter Illmann hat nach seinem öffentlichen Outing neben Ärger auch Erleichterung empfunden. Der 67-jährige Moderator, bekannt aus „Formel Eins“, erinnerte sich in der ZDF-Sendung „Volle Kanne“ an die Veröffentlichung seiner Homosexualität durch die „Bild am Sonntag“. Er habe sich den Schritt anders vorgestellt, sagte Illmann im Gespräch mit Andrea Ballschuh. Der Auftritt fand am 1. Juli 2026 statt.
Das Wichtigste im Überblick
- Peter Illmann blickte bei „Volle Kanne“ auf sein öffentliches Outing zurück.
- Er kritisierte die damalige Veröffentlichung, fühlte sich anschließend aber auch erleichtert.
- Bereits 2013 erklärte er, dass er seine Homosexualität zuvor nicht verheimlicht habe.
- Heute moderiert er bei 80s80s und steht mit seiner 80er-Show auf der Bühne.
„Ein bisschen erleichtert“
Illmann bezeichnete die damalige Veröffentlichung als geschmacklos. Dennoch sei er „ein bisschen erleichtert“ gewesen, schilderte er laut dem Bericht über das ZDF-Gespräch. Viele hätten von seiner Homosexualität gewusst. Er selbst sei damit allerdings befangen umgegangen. Die Offenheit habe ihm rückblickend mehr Freiheit gegeben.
Mit Ballschuh sprach Illmann auch über Boy George und Frankie Goes to Hollywood und die queere Popkultur der Achtziger. Die gesellschaftliche Toleranz sei heute größer, erklärte er.
Aus einem CD-Gespräch wurde eine Outing-Geschichte
Den Hintergrund der Schlagzeile hatte Illmann bereits in einem Interview vom Januar 2013 erläutert. Anlass des damaligen Boulevard-Gesprächs sei eine CD mit von ihm zusammengestellten Liedern gewesen. Weil es darin auch um Liebeslieder ging, habe er über seine langjährige Beziehung zu einem Mann gesprochen. Eine große Coming-out-Geschichte habe er ausdrücklich nicht gewollt.
Illmann erklärte damals, dass er seine Homosexualität nicht verheimlicht habe: Auf Nachfragen habe er offen geantwortet. Sein persönliches Coming-out und die spätere öffentliche Schlagzeile waren somit unterschiedliche Schritte. Auch seine Familie habe von seinem Partner gewusst. Mit seinem schwer kranken Vater habe er die sexuelle Orientierung hingegen nicht ausdrücklich besprochen; dessen Erkrankung habe im Vordergrund gestanden.
Weiter im Radio und auf der Bühne
Illmann ist weiterhin als Moderator und Musikexperte tätig. Auf seiner offiziellen Website nennt er neben „Formel Eins“ auch „P.I.T. – Peter-Illmann-Treff“ und „Peters Pop Show“ als berufliche Stationen. Heute moderiert er „P.I.M. – Peter Illmann Morgen“ bei 80s80s und erzählt im Podcast „Peters Pop Stories“ aus der Musikgeschichte.
Mit seiner 80er-Show ist er außerdem live unterwegs. Für den 25. Oktober ist ein Auftritt im Kupfersaal Leipzig angekündigt, Beginn ist um 18 Uhr. Das Programm widmet sich Geschichten und Erinnerungen aus dem Popjahrzehnt.
Über den langen Weg zur Offenheit hat zuletzt auch Schwimmlegende Ian Thorpe gesprochen. Welche Unterstützung junge Menschen heute beim Coming-out benötigen, erklärt Sven Norenkemper im SCHWULISSIMO-Interview zum Coming Out Day.