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Behrens rechtfertigt Eklat Homophober Spruch verfolgt deutschen Fußballer bis heute

Von ms - 09.10.2026 - 11:00 Uhr
Behrens rechtfertigt Eklat
Foto: IMAGO / Pius Koller
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Zwei Jahre nach seinen homophoben Äußerungen beim VfL Wolfsburg hat sich der frühere Bundesliga-Stürmer Kevin Behrens erneut zu dem Vorfall geäußert. Der inzwischen 35 Jahre alte Fußballprofi, der seit 2025 beim Schweizer Erstligisten FC Lugano unter Vertrag steht, bezeichnete seine damaligen Worte als Fehler. Zugleich machte er deutlich, dass ihn die öffentliche Kritik und die beruflichen Konsequenzen bis heute beschäftigen.

Das Wichtigste im Überblick

  • Eklat von 2024: Kevin Behrens verweigerte beim VfL Wolfsburg die Unterschrift auf einem Trikot für Vielfalt und Toleranz und soll es als „schwule Scheiße“ bezeichnet haben.
  • Neue Stellungnahme: Der 35-Jährige bezeichnet seine damaligen Worte als „dumme Aussage“, verweist aber auch auf den internen Rahmen des Vorfalls.
  • Reaktionen der Fans: Besonders beim FC St. Pauli schlug Behrens Ablehnung entgegen. Am Millerntor wurde er mit Regenbogenflaggen, Transparenten und Pfiffen empfangen.
  • Berufliche Folgen: Nach eigenen Angaben erschwerte die Affäre seine Vereinssuche in Deutschland erheblich.
  • Seit Sommer 2025 spielt der ehemalige deutsche Nationalspieler für den FC Lugano. 

„Schwule Scheiße“

In einem Interview mit dem Schweizer Pay-TV-Anbieter „Blue Sport“ sprach der ehemalige deutsche Nationalspieler jetzt über anhaltende Anfeindungen, Schwierigkeiten bei der Suche nach einem neuen Verein und seinen Umgang mit der Affäre. Ausgangspunkt der Affäre war eine Signierstunde beim VfL Wolfsburg im Oktober 2024. Bei der vereinsinternen Veranstaltung sollten Spieler unter anderem ein Sondertrikot unterzeichnen, mit dem der Bundesligist für Vielfalt und Toleranz warb. Behrens weigerte sich jedoch, seine Unterschrift auf dem Kleidungsstück zu hinterlassen. Dabei soll er gesagt haben: „So eine schwule Scheiße unterschreibe ich nicht.“ Mitarbeiter des VfL Wolfsburg meldeten den Vorfall zunächst innerhalb des Vereins. Nachdem die Äußerung öffentlich bekannt geworden war, löste sie bundesweit Empörung aus. Der Stürmer geriet wegen seiner Wortwahl massiv in die Kritik. Besonders in der Fanszene des FC St. Pauli, der sich seit Langem gegen Homophobie und Diskriminierung positioniert, sorgte der Vorfall für deutliche Reaktionen.

St.-Pauli-Fans protestierten 

Als der VfL Wolfsburg im Oktober 2024 beim FC St. Pauli antrat, wurde Behrens im Millerntor-Stadion mit sichtbarem Protest konfrontiert. Zahlreiche Fans zeigten Regenbogenflaggen und Transparente. Dazu kamen Pfiffe und lautstarke Unmutsbekundungen gegen den Angreifer. Die Aktionen machten deutlich, wie groß die Empörung über seine Äußerung war. Für viele Anhänger des Hamburger Vereins wurde Behrens damit zu einer Symbolfigur für homophobe Einstellungen im Profifußball. Auch zwei Jahre später ist der Vorfall nicht in Vergessenheit geraten. Der mittlerweile in der Schweiz spielende Stürmer wird nach eigenen Angaben weiterhin regelmäßig mit den damaligen Aussagen konfrontiert.

Behrens betont „dumme Aussage“

Im Gespräch mit „Blue Sport“ räumte Behrens ein, dass seine damalige Wortwahl falsch gewesen sei. Gleichzeitig verwies er darauf, dass die Äußerung während einer internen Veranstaltung gefallen sei. Es sei „einfach eine dumme Aussage, in einem internen Bereich, wo man auch des Öfteren mal was sagt – nicht nur ich, sondern auch andere –, was so für die Öffentlichkeit nicht ganz so schön ist. Dafür habe ich mich entschuldigt.“ Mit dieser Erklärung stellte der Angreifer seine Äußerung auch in den Zusammenhang von Gesprächen, die seiner Darstellung nach abseits der Öffentlichkeit unter Fußballprofis stattfinden. Dass seine Entschuldigung die öffentliche Debatte nicht beendet hat, beschäftigt ihn weiterhin. „Dass man das nicht loswird, das ist jetzt leider so, damit muss ich leben“, sagte Behrens. Die Kritik an seiner Person begleitet den Fußballer seit dem Vorfall. Immer wieder wird er bei Spielen mit Pfiffen und anderen ablehnenden Reaktionen konfrontiert.

Nicht aus Fehlern gelernt?

Nach eigener Darstellung hat sich Behrens inzwischen weitgehend an die negativen Reaktionen aus dem Publikum gewöhnt. Unmittelbar nach Bekanntwerden der Affäre habe er noch stärker darauf geachtet, von wem die Zurufe kamen. „Am Anfang guckt man zwei-, dreimal mehr hin, wer jetzt gerufen hat, aber ja…“, erklärte der Stürmer. Der Eklat in Wolfsburg blieb allerdings nicht der einzige Vorfall, mit dem Behrens während seiner Zeit in der Schweiz für Schlagzeilen sorgte. Bei einem Spiel des FC Lugano schubste er einen Mitspieler zu Boden und beschimpfte ihn als „kleine Missgeburt“. Bei einer weiteren Gelegenheit verweigerte er demselben Mannschaftskollegen den Handschlag. Auch diese Vorfälle sorgten für Kritik am Verhalten des früheren Bundesliga-Profis.

Schwierige Jobsuche 

Neben den Reaktionen der Zuschauer hatte die Affäre nach Darstellung des Spielers auch unmittelbare Folgen für seine berufliche Zukunft. Als Behrens den VfL Wolfsburg nach dem Ende der Saison 2024/25 verließ, gestaltete sich die Suche nach einem neuen Verein in Deutschland offenbar schwieriger als erwartet. Mehrere Klubs hätten wegen der negativen Schlagzeilen Abstand von einer Verpflichtung genommen, berichtete der Angreifer. „Dass es in Deutschland schwieriger wurde, einen Verein zu finden, muss ich schon sagen“, erklärte Behrens. Die Verantwortlichen hätten offenbar befürchtet, sich mit seiner Verpflichtung zusätzliche Schwierigkeiten einzuhandeln. „Bei vielen Vereinen war dann die Tür zu, die wollten sich nicht ein Problem dazuholen.“ Damit bestätigte der frühere Nationalspieler, dass die Affäre nicht nur seinem öffentlichen Ansehen schadete, sondern auch seine Möglichkeiten auf dem deutschen Transfermarkt einschränkte.

Neustart in der Schweiz 

Eine neue sportliche Perspektive fand der gebürtige Bremer schließlich in der Schweiz. Im Sommer 2025 nahm ihn der FC Lugano unter Vertrag. Auch dort war der Wechsel wegen der homophoben Äußerung aus seiner Wolfsburger Zeit umstritten. Teile der eigenen Fanszene protestierten gegen die Verpflichtung des Angreifers. Der Verein entschied sich dennoch für den Transfer und gab Behrens die Möglichkeit, seine Karriere in der Schweizer Super League fortzusetzen. Sportlich verlief der Beginn der laufenden Saison für den ehemaligen deutschen Nationalspieler zunächst durchaus erfolgreich. In seinen ersten drei Saisonspielen erzielte er zwei Tore. Seit Ende August kann er allerdings nicht mehr eingesetzt werden. Eine Verletzung zwingt den 35-Jährigen zu einer längeren Pause. Sein Verein steht ungeachtet dessen derzeit an der Tabellenspitze der Schweizer Super League.

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