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Pimenta schreibt Geschichte Historischer Wahlerfolg in Brasilien

Von ms - 07.10.2026 - 10:00 Uhr
Pimenta schreibt Geschichte
Foto: Instagram / Thabatta Pimenta
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Die brasilianische Politikerin Thabatta Pimenta hat bei der Parlamentswahl einen historischen Erfolg erzielt. Die bisherige Stadträtin von Natal zieht als erste trans* Frau aus dem Nordosten Brasiliens in die Abgeordnetenkammer des Landes ein. Damit werden künftig drei trans* Abgeordnete dem brasilianischen Kongress angehören.

Das Wichtigste im Überblick

  • Thabatta Pimenta ist als erste trans* Frau aus dem Nordosten Brasiliens in die Abgeordnetenkammer des Landes gewählt worden.
  • Die Politikerin der Grünen Partei erhielt bei der Wahl rund 93.000 Stimmen.
  • Pimenta sicherte sich damit einen der acht Sitze des Bundesstaates Rio Grande do Norte.
  • Im Kongress wird sie die dritte trans* Abgeordnete neben Erika Hilton und Duda Salabert sein, die erstmals 2022 gewählt worden waren.
  • Hilton und Salabert wurden wiedergewählt. 
  • Brasilien verfügt über weitreichende gesetzliche Rechte für trans* Menschen. Zugleich sind Diskriminierung und Gewalt weiterhin ein erhebliches Problem.
  • Nach Angaben der Nationalen Vereinigung der Travestis und Transgender-Personen (ANTRA) wurden 2025 in Brasilien 80 trans* Menschen ermordet.

Historischer Erfolg

Pimenta gehört der Grünen Partei an. Bei der Wahl erhielt sie jetzt 92.743 Stimmen. Damit gewann sie einen der insgesamt acht Sitze, die dem Bundesstaat Rio Grande do Norte in der Abgeordnetenkammer zustehen. Nach Bekanntwerden ihres Wahlerfolgs zeigte sich Pimenta bei einer Ansprache vor ihren Unterstützern emotional. Begleitet wurde sie von ihrem Bruder Ryan. „Dieser Sieg gehört den Menschen in Rio Grande do Norte. Es ist ein Sieg, der von der Basis aus aufgebaut wurde … die Menschen selbst haben sich erhoben, und ihr habt das Ergebnis gesehen: Heute haben sie die erste weibliche Travesti aus dem Nordosten Brasiliens als Bundesabgeordnete gewählt.“

Auch in den sozialen Medien bezeichnete die Politikerin das Wahlergebnis als historisch. „Man kann jetzt schon sagen, dass Rio Grande do Norte (RN) gerade Geschichte geschrieben hat! Erste trans* Bundesabgeordnete aus dem brasilianischen Nordosten.“ Pimenta verwies zugleich auf ihre Herkunft und die Unterstützung, die sie bei ihrem politischen Aufstieg erfahren habe. „Aus dem Landesinneren, von der Basis und mit den Menschen! Die Tochter von Maria de Iracema aus Carnaúba dos Dantas ist gewählt! Danke, RN.“ Mit ihrem Einzug in die Abgeordnetenkammer wächst die Zahl der trans* Abgeordneten im brasilianischen Kongress auf drei. Dort trifft Pimenta auf Erika Hilton und Duda Salabert. Beide waren erstmals bei der Wahl 2022 ins Parlament eingezogen und wurden nun erneut gewählt. Erika Hilton, eine trans* Frau der linken Partei PSOL, erhielt bei ihrer Wiederwahl 1.596.472 Stimmen. Brasilianischen Medien zufolge ist dies die höchste Stimmenzahl, die eine weibliche Kongressabgeordnete in der brasilianischen Geschichte bislang erreicht hat. Auch trans* Frau Duda Salabert, ebenfalls Mitglied der PSOL, schaffte erneut den Einzug in die Abgeordnetenkammer. Die Politikerin aus dem Bundesstaat Minas Gerais erhielt 215.192 Stimmen. 

Rechte und viel Gewalt

Brasilien verfügt im lateinamerikanischen Vergleich über weitreichende gesetzliche Schutzbestimmungen für trans* Menschen. Dazu gehört unter anderem die Möglichkeit, das rechtliche Geschlecht ändern zu lassen, ohne sich zuvor einer geschlechtsangleichenden Operation unterziehen zu müssen. Den gesetzlichen Rechten steht jedoch eine weiterhin schwierige gesellschaftliche Situation gegenüber. Trans* Menschen sind ebenso wie Schwule in Brasilien nach wie vor in hohem Maße von Diskriminierung und Gewalt betroffen. Zahlen der Nationalen Vereinigung der Travestis und Transgender-Personen (ANTRA) verdeutlichen das Ausmaß der Gewalt. Nach Angaben der Organisation wurden im Jahr 2025 in Brasilien 80 trans* Menschen ermordet. Die Zahl lag damit zwar unter dem Wert des Vorjahres, die Gewalt bleibt jedoch ein erhebliches Problem. Vor diesem Hintergrund kommt Pimentas Wahlerfolg auch eine symbolische Bedeutung zu. 

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