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Trauer um Mad Sandhu Indische Polizei vermutet geplanten Angriff

Von ms - 06.10.2026 - 09:30 Uhr
Trauer um Mad Sandhu
Foto: Instagram / its_madsandhuofficial
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Der offen schwule Make-up-Artist und Influencer Mad Sandhu ist im indischen Amritsar im Alter von 29 Jahren erschossen worden. Die Polizei ermittelt zu den Hintergründen der Tat. Erste Erkenntnisse deuten nach Angaben der Ermittler darauf hin, dass es sich um einen geplanten Angriff gehandelt haben könnte.

Das Wichtigste im Überblick

  • Der offen schwule Make-up-Artist und Influencer Mad Sandhu ist im indischen Amritsar erschossen worden.
  • Zwei bislang nicht identifizierte Männer auf einem Motorrad sollen das Feuer auf ihn eröffnet haben.
  • Erste Ermittlungen deuten nach Angaben der Polizei darauf hin, dass Sandhu vor den Schüssen verfolgt worden war.
  • Die Polizei untersucht Aufnahmen von Überwachungskameras und forensische Spuren.
  • Sandhu lebte offen schwul und hatte mehr als 226.000 Follower auf Instagram. 
  • Der 29-Jährige hatte öffentlich über homophobe Anfeindungen im Internet gesprochen.

Kaltblütiger Mord 

Sandhu, der mit vollständigem Namen Madhusudan Sandhu hieß, wurde am vergangenen Samstag getötet. Nach einem Bericht des indischen Senders NDTV fielen die Schüsse gegen 18 Uhr. Der Influencer wartete demnach vor einer Autowaschanlage auf sein Fahrzeug, als sich zwei bislang nicht identifizierte Männer auf einem Motorrad näherten. Sie sollen sofort das Feuer auf Sandhu eröffnet haben und anschließend geflohen sein. Sandhu starb auf dem Weg in ein privates Krankenhaus. Die Polizei wertet derzeit die Aufnahmen von Überwachungskameras sowie forensische Spuren aus. Ermittler fanden am Tatort zwei leere Patronenhülsen.

Der Polizeipräsident von Amritsar, Harmanbir Singh Gill, erklärte, erste Ermittlungen deuteten darauf hin, dass Sandhu bereits vor den tödlichen Schüssen verfolgt worden sei. Prabhjot Singh Virk sagte zu den Ermittlungen: „Wir haben Hinweise und werden den Fall bald aufklären. Wir haben die Aussage der Familie aufgenommen.“ Ein weiterer Medienbericht schildert, Sandhu sei schwer verletzt an der Loharka Road gefunden und anschließend zur Behandlung in ein privates Krankenhaus gebracht worden. Dort sei er später seinen Verletzungen erlegen. Nach der Tat soll sich zudem ein Video in den sozialen Netzwerken verbreitet haben, das unmittelbar nach dem Angriff aufgenommen worden sein soll. Darauf soll der schwer verletzte Influencer am Straßenrand zu sehen sein, während Passanten versuchten, ihm zu helfen.

Kein Bekennerschreiben

Nach Sandhus Tod kursierten in sozialen Netzwerken auch Beiträge, in denen behauptet wurde, eine kriminelle Bande habe die Verantwortung für die Tötung übernommen. Die Polizei wies diese Darstellung jedoch zurück. „Diese sogenannten Posts sind nicht authentisch und wurden von Personen mit Sitz im Ausland hochgeladen“, sagte Gill. Wer hinter dem Angriff steckt und welches Motiv die Täter gehabt haben könnten, ist jetzt Gegenstand der Ermittlungen. Die Polizei untersucht den Fall und geht den vorhandenen Hinweisen nach.

Offen schwules Leben 

Mad Sandhu war vor allem als Beauty-Creator und Make-up-Artist bekannt. Auf Instagram folgten ihm mehr als 226.000 Menschen. Der Influencer lebte offen schwul und präsentierte in sozialen Netzwerken Make-up-Looks, Mode und Formen des persönlichen Ausdrucks. Damit gehörte er zu einer wachsenden Gruppe südasiatischer LGBTIQ+-Influencer, deren öffentliche Sichtbarkeit sowohl Unterstützung als auch gezielte Anfeindungen mit sich bringen kann. Sandhu hatte selbst darüber gesprochen, im Internet homophob angefeindet worden zu sein. Auf solche Attacken reagierte er mit dem Satz: „Gott hat mich so gemacht, wie ich bin.“ Ob Sandhus sexuelle Identität, seine öffentliche Sichtbarkeit oder die homophoben Anfeindungen in einem Zusammenhang mit seiner Tötung stehen, geht aus den bislang bekannten Ermittlungsergebnissen nicht hervor.

Anfeindungen gegen Influencer

Der Fall lenkt zugleich den Blick auf Anfeindungen, denen homosexuelle und queere Menschen in sozialen Netzwerken ausgesetzt sein können. Bereits 2023 war der Tod eines 16 Jahre alten indischen Make-up-Artists bekannt geworden. Er starb durch Suizid, nachdem er zuvor fortwährenden Angriffen im Internet ausgesetzt gewesen war. Nach diesem Fall hatte eine Aktivistengruppe den Facebook- und Instagram-Mutterkonzern Meta dazu aufgefordert, entschiedener gegen Cybermobbing vorzugehen. Im Fall Mad Sandhu konzentrieren sich die Ermittlungen nun auf die Identifizierung der mutmaßlichen Täter und die Hintergründe des Angriffs. Die bisherigen Erkenntnisse der Polizei, wonach der Influencer vor den Schüssen verfolgt worden sein soll, nähren den Verdacht auf eine geplante Tat. 

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