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Blackfacing sorgt für Empörung Drag-Auftritt löst Rassismusdebatte aus

Von ms - 05.10.2026 - 13:30 Uhr
Blackfacing sorgt für Empörung
Foto: AI GENERATED - FASH Medien
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Ein Drag-Auftritt mit Blackface-Make-up hat in Pittsburgh Kritik an einer LGBTIQ+-Bar ausgelöst und eine Debatte über Rassismus in der landesweiten Drag-Szene angestoßen. Die Blue Moon Bar selbst hat sich inzwischen für den Vorfall entschuldigt und Änderungen bei ihren regelmäßig stattfindenden Open-Stage-Veranstaltungen angekündigt.

Das Wichtigste im Überblick

  • Bei einer Open-Stage-Veranstaltung der LGBTIQ+-Bar Blue Moon in Pittsburgh trat Ende September eine Drag-Queen mit Blackface-Make-up auf.
  • Nach heftiger Kritik entschuldigten sich die Barbetreiber: „Unabhängig von der Absicht ist Blackface rassistisch und verletzend und niemals akzeptabel.“
  • Die Drag Queen erklärte später, sie habe die Figur Hexxus aus dem Animationsfilm „FernGully: The Last Rainforest“ darstellen wollen.
  • Wegen „zu vieler Morddrohungen“ sagte die Bar die darauffolgende Open-Stage-Veranstaltung ab.
  • Künftig sollen auftretende Künstler besser überprüft werden. Rassistisch beleidigende Darbietungen würden „nicht toleriert“.
  • Schwarze LGBTIQ+-Drag -Künstler fordern eine grundsätzlichere Auseinandersetzung mit Rassismus gegenüber Schwarzen in der Szene.

Aufregung um Blackface-Auftritt 

Auslöser war ein Auftritt Ende September. Bei der offenen Bühne, zu der die Blue Moon Bar wöchentlich lokale Künstlerinnen und Künstler einlädt, erschien eine Drag-Queen mit schwarz geschminktem Gesicht. Bilder davon verbreiteten sich anschließend in sozialen Netzwerken. Deutliche Kritik kam unter anderem von der Drag-Künstlerin Pineapple Honeydew aus Pittsburgh. „Wie diese Person überhaupt so auf die Bühne gelassen werden konnte, ist mir völlig unbegreiflich“, schrieb sie auf Instagram. „Das ist tatsächlich widerliches, rassistisches Verhalten, dem eine Bühne für einen Auftritt gegeben wird, ohne dass irgendjemand zweimal darüber nachdenkt.“ Die Identität der auftretenden Person wurde bisher nicht öffentlich bekannt.

Morddrohungen an Bar

Die Leitung der Blue Moon Bar reagierte mit einer öffentlichen Entschuldigung. An dem betreffenden Abend hätten zwei Gastmoderatoren die Veranstaltung betreut. Diese hätten „irgendwie zu diesem Zeitpunkt nicht erkannt, was geschah“, erklärte die Bar. An der Bewertung des Auftritts ließ das Management keinen Zweifel. „Unabhängig von der Absicht ist Blackface rassistisch und verletzend und niemals akzeptabel“, hieß es in der Stellungnahme. „Es tut uns leid, dass dies in unserer Bar passiert ist.“ Die Kontroverse hatte weitere Folgen. Noch am selben Abend kündigte das Management an, die Open-Stage-Veranstaltung der folgenden Woche abzusagen. Die Bar habe „zu viele Morddrohungen“ erhalten. Nach ihren Angaben werden die offenen Bühnenabende bereits seit 14 Jahren regelmäßig veranstaltet.

Rassistische „Tradition“

Blackface bezeichnet eine rassistische Darstellungspraxis, bei der schwarze Schminke und stereotype Verhaltensweisen eingesetzt werden. Nach einer Beschreibung des National Museum of African American History and Culture dient die Praxis dazu, „die Merkmale und Kultur von Afroamerikanern, einschließlich ihres Aussehens, ihrer Sprache, ihres Tanzes, ihres Auftretens und ihres Charakters“ zu verspotten und falsch darzustellen. Die Geschichte von Blackface in den USA reicht mindestens bis in die 1830er-Jahre zurück. Damals begannen weiße Darsteller in New York, schwarze Amerikaner in sogenannten Minstrel Shows mithilfe von Blackface zu karikieren. Die Aufführungen fanden anschließend unter weißen Zuschauern im ganzen Land Verbreitung. Während der Sklaverei wurden versklavte schwarze Menschen von Weißen häufig als tierähnlich beschrieben. Daraus entstanden auch Mythen über vermeintliche körperliche Unterschiede zwischen Schwarzen und Weißen, die stellenweise bis in die Gegenwart fortbestehen.

Entschuldigung der Drag Queen

Die für den Auftritt verantwortliche Drag Queen meldete sich nach der Kontroverse selbst zu Wort. Nach Angaben des lokalen LGBTIQ+-Nachrichtenblogs QBurgh entschuldigte sie sich ebenso öffentlich. Demnach sollte das Kostüm die Figur Hexxus aus dem 1992 erschienenen Animationsfilm „Fern Gully: The Last Rainforest“ darstellen. Hexxus ist eine amorphe, menschenähnliche Verkörperung von Umweltverschmutzung. Das verwendete Make-up enthielt unter anderem stark hervorgehobene Linien um Augen und Lippen, wie sie auch aus der Geschichte des Blackface bekannt sind. Die Darstellung wies zugleich nur eine geringe Ähnlichkeit mit der vergleichsweise wenig bekannten Filmfigur auf. Die Drag Queen räumte ein, mit der Darstellung Schaden angerichtet zu haben. „Mein Versuch, bei einem Cosplay möglichst originalgetreu zu sein, führte zu einem ungeheuerlichen Fehler, der einer Community Schaden zugefügt hat, die ich liebe und die mir wichtig ist. Ich möchte zur Verantwortung gezogen werden, und ich möchte meine Bemühungen fortsetzen, dieses Unrecht wiedergutzumachen.“

Die Bar kündigte nach Angaben von QBurgh Konsequenzen an. Bei künftigen Open-Stage-Veranstaltungen sollen die auftretenden Künstlerinnen und Künstler vorab besser überprüft werden. Damit sollen rassistische oder anderweitig unsensible Darbietungen verhindert werden. Zusätzlich will die Blue Moon Bar in ihrer Garderobe einen neuen Hinweis anbringen. Dieser soll ausdrücklich darauf aufmerksam machen, dass rassistisch beleidigende Auftritte „nicht toleriert werden“.

Landesweites Problem 

Für schwarze LGBTIQ+-Künstlerinnen und -Künstler geht die Diskussion allerdings über den einzelnen Vorfall hinaus. Sie fordern eine umfassendere Auseinandersetzung mit Rassismus gegenüber Schwarzen innerhalb der Drag-Szene. Die Drag-Künstlerin Leia Way LeStat beschrieb die Schwierigkeiten, mit denen schwarze Menschen in Pittsburgh aus ihrer Sicht konfrontiert seien. „Ein schwarzer Mensch zu sein, ist in diesem Land schwer. Ein schwarzer Mensch zu sein, ist in dieser Stadt noch schwerer“, so LeStat. „Egal, was wir tun oder wie viel Mühe wir investieren, es ist immer ein Kampf darum, auf dieselbe Weise gefeiert zu werden wie jemand mit heller Haut.“

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