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Dame Esther Rantzen ist tot Trauer um britische Aktivistin und Moderatorin

Von ms - 01.10.2026 - 14:45 Uhr
Dame Esther Rantzen ist tot
Foto: IMAGO / Richard Wareham
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Die britische Fernsehmoderatorin und Aktivistin Dame Esther Rantzen ist im Alter von 86 Jahren gestorben. Sie starb am 30. September in ihrem Zuhause im New Forest im Kreis ihrer Familie, wie ein Sprecher Sky News bestätigte. Neben ihrer jahrzehntelangen Fernsehkarriere engagierte sich Rantzen für Kinder und ältere Menschen – und setzte sich früh auch für LGBTIQ+-Menschen ein.

Das Wichtigste im Überblick

  • Die britische Moderatorin und Aktivistin Dame Esther Rantzen ist im Alter von 86 Jahren gestorben.
  • Bereits in den 1980er-Jahren gab sie queeren Menschen im Fernsehen Sichtbarkeit.
  • 1996 widmete sie eine Ausgabe ihrer Sendung „Esther“ dem Coming-Out.
  • Die von ihr 1986 gegründete Childline unterstützt auch Kinder und Jugendliche bei Fragen zu Sexualität und Geschlechtsidentität.
  • Rantzen warnte davor, solche Themen zu tabuisieren und junge Menschen dadurch in Isolation zu treiben.

Coming-Out im Fernsehen

Bekannt wurde Rantzen vor allem als Moderatorin der BBC-Sendung „That’s Life!“, die sie von 1973 bis 1994 präsentierte. 1991 wurde sie für ihre Verdienste um den Rundfunk mit dem OBE ausgezeichnet, 2006 erhielt sie für ihren Einsatz für Kinder den CBE. 2015 wurde sie für ihre Verdienste um Kinder und ältere Menschen zur Dame ernannt. Im November 1996 widmete Rantzen eine Ausgabe ihrer Sendung „Esther“ dem Coming-Out. Damals waren die rechtlichen und gesellschaftlichen Bedingungen für homosexuelle Menschen in Großbritannien noch deutlich andere: Das Schutzalter war für homosexuelle und heterosexuelle Menschen noch nicht angeglichen, und Lesben, Schwule und Bisexuelle durften noch nicht offen in den britischen Streitkräften dienen.

In der Sendung sprach Rantzen unter anderem mit Richard Fairbrass von Right Said Fred über dessen Coming-Out. Auch Radiomoderator Peter Price berichtete von seinen schmerzhaften Erfahrungen. Schon in den 1980er-Jahren hatte Rantzen auch trans* Menschen in ihren Sendungen interviewt. Zu Gast war unter anderem Janett Scott, die frühere Präsidentin der Beaumont Society, einer Organisation zur Unterstützung von trans* Menschen. Rantzen und ihrer Sendung wurde zugeschrieben, damit zu einer Zeit für Sichtbarkeit gesorgt zu haben, in der queere Themen öffentlich kaum vorkamen. Rona Rees, die später bei BBC Radio Cymru auftrat, bezeichnete eine die Sendung als „Heureka“-Moment. Sie habe daraufhin Kontakt zur Beaumont Society aufgenommen und ihre Transition begonnen. 2018 zeichnete Rantzen zudem den trans* Ehrenamtlichen Ben Whelan für dessen gesellschaftliches Engagement aus.

Anlaufstelle für junge Menschen

Zu Rantzens bedeutendsten Projekten gehörte die 1986 gegründete Childline, die erste landesweite britische Telefon-Hotline für Kinder in Not oder Gefahr. Sie unterstützt auch junge Menschen bei Fragen zu ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität. Pro Jahr berät Childline unrd 6.000 Minderjährige. Rantzen sagte dazu: „Ich habe junge Menschen getroffen, die zutiefst unglücklich waren, weil sie mit niemandem über Fragen zu ihrer Sexualität oder ihrem Geschlecht sprechen konnten.“ Viele hätten Angst, Freunde zu verlieren oder von ihren Familien abgelehnt zu werden. „Ich bin froh, dass sie das Gefühl hatten, mit Childline sprechen und ihre Gefühle offenbaren zu können, ohne verurteilt oder stigmatisiert zu werden.“

Zugleich warnte sie vor den Folgen von Tabuisierung: „Wenn wir diese Themen mit einem Tabu belegen, kann das dazu führen, dass Kinder sich schuldig und abgelehnt fühlen. In einigen Fällen hat dies sogar zu Depressionen und sogar zu Suizid geführt.“ Ihr Appell lautete daher: „Wir alle müssen einfühlsam zuhören, junge Menschen unterstützen und sie vor diesem tiefen Unglück und dieser Einsamkeit schützen.“ Die Bedeutung dieser Beratung zeigt sich auch in jüngeren Zahlen: Im Juni 2026 teilte die Kinderschutzorganisation NSPCC, die Childline betreibt, mit, rund 2.500  Beratungsgespräche mit Kindern und Jugendlichen zu Sorgen im Zusammenhang mit Sexualität oder Geschlechtsidentität geführt zu haben. Bei 43 Prozent ging es um das Coming-Out.

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