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25 Jahre Haft für Mord Schuldbekenntnis verhindert Prozess

Von ms - 30.09.2026 - 10:30 Uhr
25 Jahre Haft für Mord
Foto: Facebook / Human Rights Campaign
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Mehr als zwei Jahre nach den tödlichen Schüssen auf die 17-jährige trans* Jugendliche Tayy Dior Thomas im US-Bundesstaat Alabama ist der Täter jetzt zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der 22 Jahre alte Carl Mitchell Washington Jr. bekannte sich des Mordes schuldig, kurz bevor die Auswahl der Geschworenen für seinen Prozess beginnen sollte.

Das Wichtigste im Überblick

  • Carl Mitchell Washington Jr. hat sich des Mordes an der 17-jährigen trans* Jugendlichen Tayy Dior Thomas schuldig bekannt.
  • Ein Gericht im US-Bundesstaat Alabama verurteilte den 22-Jährigen im Rahmen einer Vereinbarung zu 25 Jahren Gefängnis.
  • Im Gegenzug wurde ein weiterer Anklagepunkt wegen Schüssen auf ein besetztes Fahrzeug fallengelassen.
  • Tayy wurde am 7. Mai 2024 in Mobile erschossen und erlitt laut Gerichtsunterlagen 20 Schussverletzungen.
  • Nach Angaben ihrer Mutter waren Tayy und Washington in einer Beziehung, die der Mann geheim halten wollte.
  • Tayys Mutter Victoria Thomas hätte einen Prozess bevorzugt und hält die verhängte Strafe für zu niedrig.
  • Tayys Großmutter beschrieb sie als hilfsbereiten Menschen, der häufig ein großes Lächeln im Gesicht gehabt habe.

„Sinnloser Mord“

Das Urteil erging im Rahmen einer Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft. Richterin Brandy Hambright vom Bezirksgericht Mobile County verhängte die 25-jährige Haftstrafe. Ein weiterer Anklagepunkt wegen Schüssen auf ein besetztes Fahrzeug wurde im Gegenzug fallengelassen. Die Staatsanwaltschaft von Mobile County bezeichnete die Tötung als „sinnlosen Mord“. Die Tat ereignete sich am frühen Morgen des 7. Mai 2024 in Mobile. Nach Angaben der Polizei wurden die Beamten kurz vor 3.30 Uhr wegen gemeldeter Schüsse zur Darwood Drive gerufen. Am Tatort entdeckten die Polizisten ein Fahrzeug, das von mehreren Schüssen getroffen worden war. Washington wurde noch am selben Tag festgenommen. Aus Gerichtsunterlagen geht hervor, dass Tayy 20 Schussverletzungen erlitt. Nach Angaben des Senders WALA identifizierte sich Tayy seit der siebten Klasse als weiblich und verwendete den Namen Tayy. 

Bericht über Beziehung

Nach Angaben von Tayys Mutter Victoria Thomas hatten ihre trans* Tochter und Washington eine Beziehung. Der Mann habe diese allerdings geheim halten wollen. Thomas zufolge gerieten die beiden in der Nacht der Tat in Streit. Sie sagte, Washington habe Tayy zur Darwood Drive gebracht und dort auf sie geschossen. Nach der Schilderung der Mutter versuchte die schwer verletzte Jugendliche anschließend, bei Anwohnern Hilfe zu bekommen. Ein gehörloser Nachbar habe nicht gehört, dass Tayy an seine Tür klopfte. Eine andere Person auf der gegenüberliegenden Straßenseite habe die Jugendliche dagegen gehört, die Tür geöffnet und versucht, sie in Sicherheit zu bringen. Nach Angaben von Thomas verfolgte Washington Tayy daraufhin, als sie die Straße entlanglief, und schoss schließlich in einem Vorgarten auf sie.

Mutter hätte Prozess bevorzugt

Mit der Verständigung zwischen Anklage und Verteidigung zeigte sich Tayys Mutter nach dem Urteil unzufrieden. Sie hätte sich gewünscht, dass der Fall vor Geschworenen verhandelt wird. „Ich hätte einen Prozess wirklich bevorzugt, weil ich glaube, dass sie ihm dann eine längere Strafe gegeben hätten. Ich denke, er hätte eine längere Strafe verdient“, sagte Victoria Thomas. Sie verwies dabei auch auf das Alter ihrer Tochter und die Umstände der Tat. „Mein Kind war 17, und Washington wusste genau, was er tat, hatte genügend Zeit, seine Meinung zu ändern, und er tat es nicht.“ Tayys Großmutter erinnerte gegenüber der Human Rights Campaign an ihre Enkelin als fröhlichen und hilfsbereiten Menschen. „Tayy hatte immer ein riesiges Lächeln im Gesicht, bei dem man ihre Grübchen sehen konnte“, sagte sie. Die Jugendliche habe es geliebt, sich die Haare zu machen, und „hätte jedem geholfen“.

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