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Terrorverdacht In Italien Attentate auf Homosexuelle geplant, Bombenpläne geteilt

Von ms - 30.09.2026 - 08:00 Uhr
Terrorverdacht In Italien
Foto: AI GENERATED - FASH Medien
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Italienische Sicherheitsbehörden ermitteln gegen 17 junge Menschen aus dem neonazistischen Milieu. Unter den Verdächtigen sind 14 Minderjährige. Ihnen werden Propaganda und Anstiftung zu Straftaten aufgrund rassistischer und religiöser Diskriminierung vorgeworfen, wobei der erschwerende Umstand des Terrorismus hinzukommt. Ziel der angedachten Attentate sollen vor allem Schwule und Lesben gewesen sein. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Italienische Ermittler haben 17 junge Menschen ins Visier genommen, darunter 14 Minderjährige.
  • Ihnen werden Propaganda und Anstiftung zu Straftaten aufgrund rassistischer und religiöser Diskriminierung vorgeworfen – unter dem erschwerenden Umstand des Terrorismus.
  • Die Verdächtigen sollen zwei Online-Gruppen aus dem neonazistischen Milieu angehört haben.
  • In den Gruppen sollen Hitler, die SS und rechtsextreme Attentäter verherrlicht sowie Juden, Homosexuelle und Schwarze angegriffen worden sein.
  • Nach Angaben der Ermittler wurden auch detaillierte Anleitungen zum Bau und möglichst tödlichen Einsatz selbst hergestellter Sprengsätze verbreitet.
  • Die Ermittler führten Durchsuchungen in mehreren italienischen Städten durch.

Durchsuchungen in mehreren Städten 

Beamte der Carabinieri-Spezialeinheit ROS und der Staatsschutzabteilung DIGOS führten im Zuge der Ermittlungen Durchsuchungen in mehreren italienischen Städten durch. Die Verdächtigen sollen in sozialen Netzwerken unter anderem rechtsextreme Attentäter verherrlicht sowie Informationen zum Bau von Sprengsätzen ausgetauscht haben. Nach Angaben der Ermittler gehörten einige der Beschuldigten der Social-Media-Gruppe „Chat del Nuovo Ordine Europeo“ („Chat der Neuen Europäischen Ordnung“) an, andere der Gruppe „Fronte Fascista Italiano“ („Italienische Faschistische Front“). In Beiträgen richteten sich Mitglieder demnach gegen Juden, Homosexuelle und schwarze Menschen.

Attentäter und Hitler verherrlicht

Die Ermittlungen von ROS und DIGOS haben demnach mit der Online-Beobachtung des neonazistischen Milieus in verschiedenen sozialen Netzwerken begonnen, erklärten die Ermittler. Dabei seien die Verdächtigen als Teilnehmer zweier Gruppen identifiziert worden. Dort sollen Dokumente und Manifeste bedeutender Attentäter der vergangenen Jahre verbreitet worden sein. Darin würden die verübten Massaker und die verwendeten Waffen detailliert beschrieben. Nach Angaben der Ermittler veröffentlichten Mitglieder zudem Videos bekannter Terroristen, darunter Brenton Tarrant, und verherrlichten deren Taten „ohne Zensur“. 

Tarrant verübte 2019 rechtsextremistische Terroranschläge auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch, bei denen Dutzende Menschen getötet wurden. Die Gruppenmitglieder hätten außerdem „Hass geschürt“, indem sie rassistisches, antisemitisches, geschlechterdiskriminierendes und neonazistisches Gedankengut verbreiteten, hieß es. Zudem sollen sie Adolf Hitler, die SS, den Faschismus und wichtige Symbole der Szene verherrlicht haben. Nach Angaben der Ermittler beteiligten sich Mitglieder auch an Online-Spielen, in denen Gewaltszenen und die Tötung ethnischer Minderheiten virtuell nachgestellt wurden.

Anleitungen zum Bau von Sprengsätzen

Besonders schwer wiegt der Vorwurf, dass in den Gruppen auch konkrete Anleitungen für mögliche Gewalttaten verbreitet worden sein sollen. Die Beteiligten hätten in einigen Fällen „klare und präzise Anleitungen“ zum Bau selbst hergestellter Sprengsätze gegeben, erklärten die Ermittler. Dazu hätten auch Hinweise zum „richtigen“ Einsatz solcher Vorrichtungen gehört, um „deren tödliche Wirkung zu erhöhen“. Darüber hinaus seien Anleitungen zum Training mit sowie zum Gebrauch und zur Handhabung von Stich- und Schusswaffen verbreitet worden.

An dem landesweiten Einsatz waren neben der Spezialeinheit ROS die Provinzkommandos der Carabinieri in Rom, Como, Catanzaro, Bologna, Mailand, Reggio Emilia, Benevento, Genua, Udine, Palermo und Trient beteiligt. Auch Beamte der DIGOS des Polizeipräsidiums Verona sowie DIGOS-Einheiten aus Neapel, Benevento, Bresca und Trient waren nach Angaben der Behörden im Einsatz. Koordiniert wurde die Aktion von der Zentraldirektion der Präventionspolizei. 

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