Ralph Siegel möchte noch einmal beim Eurovision Song Contest dabei sein. Der 80 Jahre alte Komponist hat einen Song für den deutschen Vorentscheid 2027 eingereicht. Präsentiert werden soll das Stück von einer Neuauflage der Gruppe Dschingis Khan, die einst Ende der 1970er Jahre bekannt wurde.
Das Wichtigste im Überblick
- Ralph Siegel hat einen Beitrag für den deutschen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest 2027 eingereicht.
- Antreten soll eine neue Generation der Gruppe Dschingis Khan.
- Der 80-Jährige entwickelte die Idee für den Song nach eigenen Angaben im Zusammenhang mit seinem künstlichen Koma im Juli.
- Der SWR bestätigt einzelne Bewerbungen während des laufenden Auswahlverfahrens nicht.
- Das ESC-Finale 2027 ist für den 15. Mai im bulgarischen Burgas vorgesehen.
- Siegel verbindet mit dem neuen Lied große Hoffnungen und zieht selbst einen Vergleich zu seinem ESC-Sieg mit „Ein bisschen Frieden“ aus dem Jahr 1982.
Einreichung knapp vor Schluss
Die Bewerbung erfolgte offenbar kurz vor Ablauf der Einreichungsfrist. „Das haben wir gerade noch eingereicht. Jetzt sind wir sehr gespannt“, sagte Siegel dem Portal Schlagerpuls nach seiner Rückkehr nach Hause. Sein Ziel sei zunächst die Teilnahme am deutschen Auswahlverfahren: „Ich wünsche mir einfach nur, in der Vorentscheidung dabei zu sein. Ich habe wirklich was Tolles eingereicht.“ Auch gegenüber der Bild-Zeitung verwies der Komponist auf den knappen Zeitplan. Er habe es „gerade noch geschafft“, sagte Siegel. „Die Frist endete am 21. September.“
Neue Generation von Dschingis Khan
Dass Siegel wieder auf Dschingis Khan setzt, kommt nicht völlig überraschend. Zuvor hatte der Musiker bereits angekündigt, dass die „nächste Generation“ der in den 1970er Jahren gegründeten Gruppe im Jahr 2027 auf Deutschland-Tour gehen werde. Nun soll das Konzept auch beim deutschen Auswahlverfahren für den Eurovision Song Contest eine Rolle spielen. Für den neuen Beitrag setzt Siegel nach eigenen Angaben nicht allein auf den bekannten Namen der Formation. Musikalisch habe er „etwas verhältnismäßig Anspruchsvolles“ entwickelt. Seine Erwartungen begründete der Komponist mit der Bedeutung, die er Dschingis Khan beimisst. „Aber ich glaube, das ist auch notwendig, wenn es um so eine Weltgruppe geht“, sagte Siegel weiter. Über die Entscheidung der Verantwortlichen fügte er hinzu: „Ich hoffe, dass die Jury das auch so sieht.“
SWR macht keine Angaben
Ob Siegels Beitrag tatsächlich beim zuständigen Sender eingegangen ist, wurde zunächst nicht offiziell bestätigt. Der SWR äußerte sich auf Anfrage nicht zu der konkreten Bewerbung. Der Sender erklärte, man bitte um Verständnis, „dass wir zum laufenden Auswahlverfahren und einzelnen Bewerbungen für den Eurovision Song Contest keine Auskunft geben können“. Damit ist vorerst offen, ob Siegel und die neue Dschingis-Khan-Formation tatsächlich im deutschen Vorentscheid auftreten werden. Auch Termin und Austragungsort des Auswahlverfahrens stehen noch nicht fest, wahrscheinlich aber im Februar 2027 soll die Show zu sehen sein. Festgelegt ist bereits fix der Termin für das internationale Finale: Der Eurovision Song Contest wird am 15. Mai 2027 im bulgarischen Burgas ausgetragen werden.
Song-Idee nach Koma
Eine besondere Geschichte verbindet Siegel nach eigener Darstellung mit dem eingereichten Lied. Der Komponist war im Sommer schwer erkrankt und lag im Juli im künstlichen Koma. Nach seiner Erkrankung sprach er über eine musikalische Idee, die während dieser Zeit entstanden sei. Dem Münchner Merkur sagte Siegel, er habe „aus dem Koma ein fantastisches Lied mitgebracht. Es ist in meinem Kopf und ich weiß schon jetzt: Es ist unschlagbar“. Bereits damals machte er deutlich, dass er das Stück für den Eurovision Song Contest einsetzen wolle. Siegel erklärte zudem, bei dem Lied ein ähnliches Gefühl zu haben wie seinerzeit bei „Ein bisschen Frieden“. Mit diesem Titel hatte Nicole 1982 den Eurovision Song Contest gewonnen. Der von Siegel komponierte Song wurde zu seinem bekanntesten Werk und zählt zu den größten Erfolgen seiner Karriere.
Rund 3.000 Lieder
Siegel gehört seit Jahrzehnten zu den bekanntesten deutschen Komponisten und Produzenten im Schlagergeschäft. Nach Angaben zu seinem musikalischen Schaffen hat er rund 3.000 Lieder veröffentlicht. Mit dem neuen Beitrag und der Neuauflage von Dschingis Khan könnte nun ein weiteres Kapitel seiner langen ESC-Geschichte hinzukommen. Zunächst entscheidet jedoch das laufende Auswahlverfahren darüber, ob Siegel mit seinem neuen Song tatsächlich die Chance erhält, beim deutschen Vorentscheid anzutreten.