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Mord erschüttert Turin Tötungsdelikt bei Drogen-Sex-Party?

Von ms - 28.09.2026 - 11:00 Uhr
Tötungsdelikt erschüttert Turin
Foto: IMAGO / Bihlmayerfotografie
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Nach dem gewaltsamen Tod eines 39 Jahre alten Mannes in Turin versuchen Ermittler, die Ereignisse in einer Wohnung am nördlichen Stadtrand zu rekonstruieren. Der Mann soll dort getötet und sein Körper anschließend zerstückelt worden sein. Drei Menschen wurden festgenommen. Die Tat soll sich möglicherweise bei einer Sex-Party unter Drogeneinfluss ereignet haben. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Ein 39 Jahre alter Mann wurde in einer Wohnung im Norden Turins getötet und anschließend zerstückelt.
  • Die Polizei entdeckte die sterblichen Überreste am späten Abend des 24. September.
  • Ein 26-Jähriger steht unter Mordverdacht. Zwei weitere Personen wurden wegen Beihilfe ebenfalls festgenommen.
  • Der 26-Jährige berichtete vor dem Ermittlungsrichter von Drogen und einem anschließenden Streit.
  • Nach ersten rechtsmedizinischen Erkenntnissen soll das Opfer durch Schläge und Messerstiche getötet worden sein.
  • Medienberichte über eine mögliche Sex-Party mit Drogen machen überdies die Runde.  
  • Die Obduktion soll weitere Erkenntnisse über Zeitpunkt und Ablauf der Tat liefern.

Getötet und zerstückelt

Die Polizei entdeckte die sterblichen Überreste nach übereinstimmenden italienischen Medienberichten am späten Donnerstagabend letzter Woche, die Staatsanwaltschaft ließ daraufhin einen 26-Jährigen festnehmen. Ihm werden Mord und die Beseitigung einer Leiche vorgeworfen. Außerdem wurden eine 22 Jahre alte Frau und die Mieterin der Wohnung festgenommen. Gegen die Frauen richten sich Vorwürfe wegen Beihilfe beziehungsweise Beteiligung an der Beseitigung der Leiche. Am Samstag fand im Gefängnis eine erste Anhörung statt. 

Noch nicht abschließend geklärt ist, wer die Polizei auf den Fall aufmerksam machte. Nach einer ersten Rekonstruktion soll zwischen 22.00 und 23.00 Uhr am Donnerstag die Mutter des 26-Jährigen den Notruf 112 gewählt haben. Ihr Sohn soll ihr zuvor erzählt haben, dass er einem Menschen „sehr schwer etwas angetan“ habe. Andere Medien berichten indes, der Tatverdächtige habe selbst die Polizei verständigt. Sky TG24 berichtete, dass der 26-Jährige am Telefon sehr aufgewühlt gewirkt und auf Nachfrage erklärt habe, seine Mutter befinde sich bei ihm. Polizeibeamte trafen Mutter und Sohn demnach in einem anderen Stadtteil an. Dort soll der 26-Jährige gestanden haben, einen Mann getötet zu haben. Anschließend habe er die Polizisten zu der Wohnung geführt.

Körperteile in Säcken 

Dort bot sich den Beamten nach Medienberichten ein erschreckendes Bild. Bereits beim Betreten der Räume sei ihnen ein beißender und äußerst starker Geruch aufgefallen. Die Leiche des 39-Jährigen soll zerstückelt worden sein. Teile des Körpers seien in großen schwarzen Säcken verstaut gewesen. Der Kopf habe sich in einem Behälter befunden. Arme und Beine sollen in Eimer gelegt und mit schnell härtendem Beton übergossen worden sein. Il Gazzettino berichtete zudem von Betonblöcken im Wohnzimmer und weiteren Säcken in der Badewanne. Die Ermittler sollen außerdem ein Fleischermesser und mehrere weitere Messer beschlagnahmt haben, mehrere davon sollen blutig gewesen sein.  Mehrere Hausbewohner gaben nach Angaben von Torino Today an, bereits seit einigen Tagen einen starken Geruch im Treppenhaus wahrgenommen zu haben.

Erste Details der Rechtsmedizin 

Erste rechtsmedizinische Untersuchungen sollen Hinweise darauf ergeben haben, dass der 39-Jährige durch Schläge mit einem stumpfen Gegenstand und durch Messerstiche ums Leben kam. Diese Erkenntnisse sind auch deshalb von Bedeutung, weil der 26-jährige Verdächtige den Ablauf bei seiner Anhörung teilweise anders dargestellt haben soll. Nach Angaben seines Anwalts erklärte der Mann, er sei am 20. September gemeinsam mit der 22-Jährigen zu einer Feier in die Wohnung gekommen. Später sei auch das spätere Opfer eingetroffen. Die Anwesenden hätten anschließend einen Tag und eine Nacht lang verschiedene Drogen konsumiert.

Gewalttat nach Drogenrausch 

Nach dem Aufwachen aus dem Rausch soll dem 26-Jährigen gesagt worden sein, dass der 39-Jährige ihm möglicherweise 50 Euro gestohlen habe. Daraus habe sich ein Streit entwickelt. Nach seiner Darstellung sollen die Beteiligten dabei aufeinander eingeschlagen haben. Schließlich sei der 39-Jährige gestürzt und gestorben. Die Gazzetta del Sud zitierte den Beschuldigten mit den Worten: „Wir waren high, unter Drogen. Sie haben mir gesagt, dass er versucht hatte, mir Geld zu stehlen, während ich schlief.“ Nach Informationen von Torino Today ergab sich aus der Anhörung, dass die Tat am Abend des 21. September begangen worden sein soll. Das wäre drei Tage vor der Entdeckung der Leiche. Als Tatort gilt nach dieser Darstellung jene Wohnung, in der später auch die sterblichen Überreste gefunden wurden. Die Angaben des 26-Jährigen müssen nun mit den rechtsmedizinischen Befunden abgeglichen werden. Diese sollen auf Schläge und Messerstiche als Todesursache hindeuten. Die Mieterin der Wohnung machte bei ihrer Anhörung von ihrem Recht Gebrauch, die Aussage zu verweigern.

Mögliche Sex-Party?

Seit Bekanntwerden des Falls kursierten mehrere Darstellungen über die Hintergründe der Tat. In den ersten Stunden war italienischen Medien zufolge zunächst von einem möglicherweise fehlgeschlagenen Raubüberfall die Rede. Später rückte die Party in den Mittelpunkt. Einige Medien berichteten von einer Zusammenkunft mit Alkohol und Drogen. Andere italienische Medien schrieben von Sex und Drogen. Il Gazzettino berichtete über eine Feier mit vier Menschen und dem Konsum von Betäubungsmitteln, insbesondere Amphetaminen bei einer Chemsex-Party. Torino Cronaca erwähnte ebenso die Hypothese eines eskalierten sexuellen Treffens, betonte jedoch, dass diese Darstellung noch überprüft werden müsse. Eine sexuelle Komponente der Zusammenkunft bestätigte der 26-Jährige bislang allerdings nicht.

Obduktion soll Tatablauf klären

Die Ermittlungen werden von Staatsanwältin Lea Lamonaca koordiniert. Nach Angaben der Gazzetta del Sud soll allen drei Verdächtigen eine Beteiligung an der Zerstückelung der Leiche vorgeworfen werden. Gegen die beiden Frauen steht zusätzlich der Vorwurf der Beihilfe im Raum. Entscheidende Erkenntnisse werden von der Obduktion erwartet. Sie soll unter anderem Aufschluss darüber geben, wann der 39-Jährige starb und wie sich die Tat genau abgespielt hat.

Il Gazzettino verglich das Geschehen mit dem Mord an Luca Varani: Der 23-Jährige wurde im März 2016 in Rom von Manuel Foffo und Marco Prato nach längerem Alkohol- und Drogenkonsum brutal mit Messern und einem Hammer getötet. Foffo wurde rechtskräftig zu 30 Jahren Haft verurteilt, während sich Prato 2017 vor seinem Prozess im Gefängnis das Leben nahm. Die Ermittler kamen damals zu dem Schluss, die zwei Täter wollten ihre sadistischen Impulse auszuleben und erleben, „wie es sich anfühlt“, einen Menschen zu töten. Einen Beleg für die Verbindung des Falls vor zehn Jahren und dem aktuellen Mord gibt es nicht. 

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