George-Michael-Tribut Queere Community vermisst queere Künstler
Fast zehn Jahre nach dem Tod von George Michael wollen die MTV Video Music Awards den britischen Popstar mit einer besonderen Hommage würdigen. Bei der Preisverleihung am Sonntag im Peacock Theater in Los Angeles sollen RAYE, Sombr und Teddy Swims Songs des Sängers präsentieren. Die Auswahl der Künstler stößt im Netz allerdings auf Kritik.
Das Wichtigste im Überblick
- Die MTV Video Music Awards planen am Sonntag eine Hommage an den 2016 verstorbenen George Michael.
- RAYE, Sombr und Teddy Swims sollen beim Tribut im Peacock Theater in Los Angeles auftreten.
- Im Netz wird kritisiert, dass für die Würdigung eines der bekanntesten schwulen Popstars keine offen queeren Künstler angekündigt wurden.
- Fans schlagen unter anderem Sam Smith, Adam Lambert, Troye Sivan, Orville Peck, MNEK und Chappell Roan vor.
- Anlass der Hommage sind unter anderem der bevorstehende zehnte Todestag Michaels und das 40-jährige Jubiläum seines Solo-Debütalbums „Faith“.
- Im November erscheint zudem das Livealbum „George Michael: The Faith Tour“, im Dezember soll ein gleichnamiger Film folgen.
Fans vermissen queere Künstler
Michael starb am 25. Dezember 2016. Zugleich jährt sich die Veröffentlichung seines wegweisenden Solo-Debütalbums „Faith“ zum 40. Mal. Im November soll außerdem das Livealbum „George Michael: The Faith Tour“ erscheinen, im Dezember folgt ein gleichnamiger abendfüllender Film. RAYE und Sombr gehen in diesem Jahr selbst mit Nominierungen ins Rennen um die MTV Video Music Awards. Teddy Swims war bereits zuvor für einen VMA nominiert. Dass MTV an George Michael erinnert, wird grundsätzlich begrüßt. Diskussionen löste vielmehr die Besetzung der Hommage aus. In sozialen Netzwerken kritisieren Nutzer, dass für die Würdigung eines der bekanntesten schwulen Popstars keine offen queeren Künstler angekündigt wurden.
Als mögliche Alternativen werden unter anderem Sam Smith, Adam Lambert, Troye Sivan, Orville Peck, Khalid, Durand Bernarr, MNEK und Chappell Roan genannt. Ein Nutzer machte seinem Unmut deutlich Luft: „Sam Smith, Adam Lambert, Durand Bernarr, Troye Sivan – buchstäblich irgendeinen schwulen Typen oder irgendein lesbische Mädchen, holt Chappell Roan, irgendwelche homosexuellen Menschen!“ Andere Fans entwickelten bereits ihr eigenes Programm für eine mögliche George-Michael-Hommage. Ein Nutzer schlug Adam Lambert und Janelle Monáe für „I Knew You Were Waiting For Me“, Sam Smith für „One More Try“ oder „Father Figure“, Orville Peck für „Kissing A Fool“, MNEK für „Fastlove“, Christine and The Queens für „Freedom 90“ und Jake Shears beziehungsweise die Scissor Sisters für „Faith“ vor.
Wunschkandidat Adam Lambert
Besonders häufig fällt dabei der Name Adam Lambert. „Adam Lambert und Sam Smith hätten das verdammt gut hinbekommen, aber ihr entscheidet euch für den sicheren Weg“, heißt es in einem Kommentar. Ein anderer Nutzer schrieb: „Wenn ich die Künstler für ein George-Michael-Tribut buchen würde, würde ich einen schwulen Typen suchen, der richtig singen kann. Aber vielleicht bin das nur ich!“ Auch Frankie Grande wurde als Alternative ins Spiel gebracht. Die Beteiligung von Sombr stieß ebenfalls auf Kritik. „Sombr? Sie konnten niemand anderen finden?“, fragte ein Nutzer. Um zu verdeutlichen, warum sie Lambert für eine geeignete Besetzung halten, verbreiteten einige Fans erneut einen älteren Ausschnitt, in dem der Sänger George Michael bei einer Veranstaltung von Project Angel Food bereits Tribut zollte.
Frühere Hommagen in der Kritik
Bei einigen Fans weckt die angekündigte VMA-Show zudem Erinnerungen an frühere Würdigungen des 2016 gestorbenen Musikers. Ein Nutzer schrieb: „George bekommt immer wieder diese vermasselten Tributs … Grammys, Brits, Rock & Roll Hall of Fame, VMAs – ich kann das nicht mehr. Er verdient etwas Besseres.“ Andere Stimmen verteidigen zumindest die Wahl von RAYE. Wie George Michael stammt die Sängerin aus Großbritannien. Bekannt ist sie unter anderem für „Where Is My Husband“. Ihr gemeinsam mit Mark Ronson aufgenommener Song „Suzanne“ enthält zudem queere Texte. Soweit bekannt, hat RAYE ihre eigene Sexualität allerdings nicht öffentlich mit einem bestimmten Begriff bezeichnet. Ob MTV die bislang angekündigte Besetzung noch um weitere Künstler ergänzt, geht aus der Ankündigung nicht hervor. Neben der George-Michael-Hommage erwartet die Zuschauer bei den diesjährigen VMAs ein weiterer prominenter Auftritt: Madonna soll die Show eröffnen.