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Pornhub unter Aufsicht
Foto: IMAGO / NurPhoto
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Pornhub unter Aufsicht Millionenstrafe für Betreiber Aylo möglich

ms - 24.09.2026 - 11:30 Uhr
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Die britische Medien- und Kommunikationsaufsicht Ofcom hat eine Untersuchung gegen Aylo, das Unternehmen hinter der Pornoseite Pornhub, eingeleitet. Die Behörde will klären, ob der Anbieter bei seinen Alterskontrollen gegen Vorgaben des britischen Online Safety Act verstoßen hat.

Das Wichtigste im Überblick

  • Die britische Medien- und Kommunikationsaufsicht Ofcom hat eine Untersuchung gegen Pornhub-Betreiber Aylo eingeleitet.
  • Geprüft wird, ob das Unternehmen mit seinem neuen System zur Altersverifikation die Vorgaben des Online Safety Act erfüllt.
  • Im Mittelpunkt steht ein auf Apples Altersverifikation basierendes Verfahren für iPhone- und iPad-Nutzer.
  • Ofcom befürchtet, Aylo könnte das Verfahren vor seiner Einführung nicht ausreichend geprüft und getestet haben.
  • Bei einem Verstoß drohen Aylo Auflagen und eine Geldstrafe von bis zu 18 Millionen Pfund oder zehn Prozent des weltweiten Umsatzes.

Wirksamkeit der Altersprüfung

Hintergrund ist ein neues Verfahren zur Altersverifikation. Aylo hatte im Februar 2026 den Zugang zu Pornhub für die meisten neuen Besucher aus Großbritannien eingeschränkt. Zuvor hatte die britische Regierung strengere Anforderungen an Alterskontrollen eingeführt. Seit Mai können bestimmte Nutzer aus Großbritannien wieder auf Pornhub zugreifen. Möglich wurde dies, nachdem Apple eine integrierte Altersverifikation für Nutzer von iPhones und iPads eingeführt hatte.

Ofcom untersucht nun, ob Pornhub nach Einführung des neuen Systems ausreichend dafür sorgt, dass Minderjährige keinen Zugang zu pornografischen Inhalten erhalten. Im Zentrum steht dabei die Frage, ob die auf Apples Altersverifikation aufbauende Lösung wirksam genug ist, um Kinder von der Plattform fernzuhalten. Die Aufsichtsbehörde sieht Anlass zu Zweifeln. Aylo habe „möglicherweise keine ausreichende Sorgfaltsprüfung und Tests durchgeführt, bevor das neue Verfahren zur Altersfeststellung eingeführt wurde“, erklärte Ofcom. Die Behörde formulierte ihre Bedenken deutlich: „Daher sind wir besorgt, dass Aylos Verfahren möglicherweise nicht hochwirksam dabei ist, Kinder daran zu hindern, Pornografie zu sehen.“ Die Untersuchung bedeutet zunächst nicht, dass bereits ein Verstoß festgestellt wurde. Vielmehr soll nun geprüft werden, ob Aylo seinen gesetzlichen Verpflichtungen bei der Einführung des Verfahrens nachgekommen ist.

Apple wird nicht untersucht

Ofcom stellte zugleich klar, dass die Funktionsweise der Alterskontrollen von Apple nicht Gegenstand des Verfahrens ist. Die Untersuchung richtet sich gegen Aylo und konzentriert sich auf zwei zentrale Fragen. Zum einen prüft die Behörde, ob Pornhub eine hochwirksame Alterskontrolle eingesetzt hat, um Kinder daran zu hindern, pornografische Inhalte zu sehen. Zum anderen soll geklärt werden, ob Aylo vor der Umstellung seines Systems eine angemessene und ausreichende Bewertung des möglichen Zugangs von Kindern vorgenommen hat.

George Lusty, Ofcoms Director of Enforcement, verwies auf die besondere Verantwortung von Technologieunternehmen beim Jugendschutz. „Online-Alterskontrollen sind ein wichtiger Schutz, um zu verhindern, dass Kinder mit unangemessenem oder schädlichem Material, einschließlich Pornografie, in Kontakt kommen. Wir erwarten von Technologieunternehmen, dass sie sicherstellen, dass Alterskontrollen hochwirksam sind, bevor sie eingeführt werden. Alles andere könnte Kinder einem Risiko aussetzen.“ Sollte die Untersuchung ergeben, dass Aylo gegen die gesetzlichen Vorgaben verstoßen hat, kann Ofcom das Unternehmen zu Korrekturmaßnahmen verpflichten. Daneben sieht das Gesetz empfindliche finanzielle Sanktionen vor. Ofcom kann eine Geldstrafe von bis zu 18 Millionen Pfund oder zehn Prozent des weltweiten Umsatzes verhängen. Entscheidend ist dabei der jeweils höhere Betrag.

Pornhub in der Community 

Pornhub hat zugleich eine große schwule und queere Nutzerschaft. Dazu trägt unter anderem das umfangreiche Angebot an Inhalten für unterschiedliche sexuelle Orientierungen und Vorlieben bei. Schwule, bisexuelle und queere Inhalte sind auf der Plattform prominent vertreten und über eigene Kategorien leicht auffindbar. Gerade für Menschen, die ihre Sexualität zunächst anonym und außerhalb ihres persönlichen Umfelds erkunden möchten, können solche Angebote zudem einen niedrigschwelligen Zugang bieten. Wie bei anderen Pornoplattformen wird allerdings auch innerhalb der LGBTIQ+-Community über problematische Darstellungen, unrealistische Körper- und Sexbilder sowie Fragen zu Jugendschutz, Einwilligung und Produktionsbedingungen diskutiert.

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