Mord nach Grindr-Date Prozessbeginn in Dublin nach Totschlag von Alex Coughlan
Der Tod von Alex Coughlan (✝37) beschäftigt aktuell die irische Justiz. Zwei Jugendliche, die inzwischen 17 Jahre alt sind, müssen sich derzeit wegen Mordes und Raubes vor Gericht verantworten. Coughlan war am 17. Mai dieses Jahres auf der Mill Road in Blanchardstown, einem in Vorort von Dublin, angegriffen und schwer verletzt worden. Drei Tage später starb er im Connolly Hospital Blanchardstown.
Das Wichtigste im Überblick
- Zwei inzwischen 17-Jährige müssen sich wegen des mutmaßlichen Mordes an Alex Coughlan aus Dublin verantworten.
- Der 37-Jährige wurde am 17. Mai 2026 in einem Vorort von Dublin angegriffen und starb drei Tage später im Krankenhaus.
- Nach Angaben der irischen Polizei soll Coughlan zuvor über Grindr Kontakt zu einem der Jugendlichen gehabt haben.
- Die Angeklagten sollen dem Opfer unter anderem einen goldenen Ring und Bankkarten geraubt haben.
- Zeugen berichteten vor Gericht von brutalen Schlägen und Tritten gegen Coughlan.
- Einer der Jugendlichen soll Teile des Angriffs mit seinem Mobiltelefon gefilmt haben.
- Beide Angeklagten bleiben in Untersuchungshaft und sollen zu einem späteren Zeitpunkt vor dem Central Criminal Court erscheinen.
- Das Outhouse LGBTQ+ Centre betont die Sicherheitsbedenken innerhalb der LGBTIQ+-Gemeinschaft in Irland.
Tödliche Kopfverletzungen
Die beiden Angeklagten haben bislang kein Geständnis abgelegt, in dieser Woche erschienen die Jugendlichen erstmals vor dem Dublin Children’s Court. Richter Shalom Binchy befasste sich dort unter anderem mit der Frage, ob die beiden vor dem Central Criminal Court angeklagt werden sollen. Zudem ging es darum, ob die mit dem Fall verbundenen Raubvorwürfe getrennt behandelt werden müssen. Polizeisergeant Paul McMahon sagte vor Gericht, Coughlan habe am 17. Mai gegen 16.15 Uhr die beiden Jugendlichen getroffen. Beide hätten ihn anschließend angegriffen und brutal zusammengeschlagen. Eine Obduktion ergab, dass Coughlan an Kopfverletzungen und einer äußeren Kompression des Halses gestorben ist.
Schwuler wurde zur „Beute“
Die beiden Jugendlichen waren zum Zeitpunkt des Geschehens 16 Jahre alt. Ihnen wird vorgeworfen, nach dem Angriff mehrere Wertgegenstände Coughlans gestohlen zu haben. Dazu sollen ein goldener Ring und zwei Bankkarten gehört haben. Nach Angaben der Ermittler wurden die Karten nur wenige Minuten nach dem Angriff bereits für Einkäufe verwendet. Rund 45 Minuten vor dem Angriff soll Coughlan fast acht Minuten lang über WhatsApp mit einem der Jugendlichen gesprochen haben. Überwachungskameras sollen anschließend aufgezeichnet haben, wie die beiden Jugendlichen Coughlan trafen und mit ihm in einen abgelegenen Bereich gingen. Dort soll es zu dem Angriff gekommen sein. Auch die Auswertung eines Mobiltelefons ist Teil der Ermittlungen. McMahon zufolge ergab die Untersuchung, dass einer der Jugendlichen am Tag vor dem mutmaßlichen Mord über die schwule Dating-App Grindr mit Coughlan Kontakt hatte. Die Telefonnummer des 37-Jährigen soll auf dem Telefon eines der Täter unter dem Namen „Beute“ abgespeichert gewesen sein.
Zeugen schildern Angriff
Auch die Aussagen von Augenzeugen wurden vor Gericht thematisiert. Ein Zeuge berichtete, drei Menschen zusammen gesehen zu haben, darunter Coughlan. Einer der Beteiligten soll den 37-Jährigen mit den Worten „du verfickter Pädo“ beschimpft haben. Anschließend sei Coughlan von zwei Männern verfolgt worden. Einer der Jugendlichen soll seinem Mitangeklagten zudem gesagt haben, Coughlan habe versucht, ihn zu berühren. Nach den Schilderungen vor Gericht wurde Coughlan zwei- oder dreimal wie in Raserei getreten. Ein weiterer Zeuge gab an, einen der Jugendlichen dabei beobachtet zu haben, wie dieser das Opfer gegen den Kopf schlug.
Ein dritter Zeuge berichtete, Coughlan habe die beiden Männer angefleht aufzuhören, während sie über ihm standen und ihn anschrien. Außerdem soll einer der Jugendlichen einen Teil des Angriffs mit seinem Mobiltelefon gefilmt haben. Nach der Anhörung der Beweise entschied Richter Binchy, die Anklagen wegen Raubes nicht fallen zu lassen. Die Vorwürfe seien unmittelbar miteinander verbunden. Die beiden Jugendlichen sollen nun zu einem noch nicht festgelegten Termin vor dem Central Criminal Court erscheinen. Bis dahin bleiben sie in Untersuchungshaft.
Sicherheit von LGBTIQ+-Menschen
Das Outhouse LGBTQ+ Centre erklärte, das Verfahren habe „erneut Aufmerksamkeit auf die Sorgen um die Sicherheit von LGBTIQ+-Menschen in Irland gelenkt“. Oisin O’Reilly, Geschäftsführer der Organisation, sagte: „Alex’ Tod hat in unserer Gemeinschaft enorme Bestürzung ausgelöst. Wir müssen den Prozess respektieren und den Gerichten ermöglichen, festzustellen, was geschehen ist. Unsere weitergehenden Sorgen über Hass, Einschüchterung und die Sicherheit der Gemeinschaft bleiben jedoch bestehen. Die Regierung spricht ständig über wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit. Wir brauchen dasselbe Engagement dafür, unsere Gemeinschaften sicher zu halten, und wir brauchen jetzt Maßnahmen.“