USA holt WM-Titel Lesbische Trio feiert großen Erfolg mit Team-Kolleginnen
Die US-Frauen-Nationalmannschaft im Rollstuhl-Basketball ist Weltmeister. In einem dramatischen Finale bei den IWBF-Weltmeisterschaften in der TD Place Arena in Ottawa setzte sich die USA mit 77:76 gegen Gastgeber Kanada durch. Für die US-Auswahl ist es der erste Weltmeistertitel seit 16 Jahren und zugleich der dritte WM-Erfolg in der Geschichte des Frauen-Rollstuhl-Basketballs. Mindestens ein Viertel der zwölf Spielerinnen im US-Kader ist homosexuell. Zu ihnen gehören Kaitlyn Eaton sowie die beiden Spielerinnen und Trainerinnen Courtney Ryan und Josie Aslakson.
Das Wichtigste im Überblick
- Die US-Frauen-Nationalmannschaft hat erstmals seit 16 Jahren die IWBF-Weltmeisterschaft im Rollstuhl-Basketball gewonnen.
- Im Finale in Ottawa setzte sich die USA gegen Gastgeber Kanada mit 77:76 durch.
- Mindestens drei der zwölf Spielerinnen im US-Kader sind lesbisch.
- Kaitlyn Eaton, Courtney Ryan und Josie Aslakson gehören zu den offen homosexuell lebenden Mitgliedern des Teams.
- 20,8 Sekunden vor Schluss verwandelte Ryan einen entscheidenden Freiwurf zur 77:76-Führung.
- Kanada gewann Silber, die Niederlande Bronze.
- Für die USA ist es der dritte WM-Titel im Frauen-Rollstuhl-Basketball.
- Der Blick richtet sich nun auf die Paralympics 2028 in Los Angeles. Den letzten paralympischen Titel gewann die USA 2016 in Rio.
Lesbische Frauen im Kader
Für Eaton war der Triumph ein besonderer Moment. Die wichtige Spielerin des US-Teams hatte die vorherige Ausgabe der Weltmeisterschaft wegen gesundheitlicher Probleme verpasst. Kurz nach dem Finale schrieb sie auf Instagram: „WELTMEISTER!!!! Ich bin so stolz auf dieses Team!!! Los geht’s!!!“ Eaton lebt offen als lesbische Sportlerin. Anfang des Jahres hatte sie auf Instagram zudem einen persönlichen Meilenstein gefeiert und dort sechs Jahre mit ihrer Freundin Ally gewürdigt.
Zum US-Team gehören auch Courtney Ryan und Josie Aslakson. Die beiden trainieren gemeinsam die Rollstuhl-Basketballmannschaft der University of Arizona und sind miteinander liiert. Ryan und Aslakson spielten bereits im College und wurden 2019 Teamkolleginnen in der US-Nationalmannschaft. Zusammen mit Eaton waren sie Teil der Mannschaft, die bei den Paralympics in Tokio Bronze gewann und bei den Paralympics 2024 in Paris Silber holte.
Während des Pride Monats sprachen Ryan und Aslakson über ihre Beziehung und die Bedeutung ihrer Rolle als offen homosexuell lebende Vorbilder im Spitzensport. Ryan sagte in einem Beitrag für Team USA: „Wir haben großes Glück, diese Plattform nutzen zu können, um unsere Geschichte zu erzählen. Wir hoffen, dass sie die jüngere Generation und alle erreicht, die vielleicht mit ihrer Identität zu kämpfen hatten … es wird besser, das wird es immer.“
Freiwurf kurz vor Schluss
Ryan hatte im Endspiel einen entscheidenden Anteil am Erfolg. Sie erzielte 17 Punkte, gab neun Assists und holte acht Rebounds. Damit verpasste sie nur knapp ein Triple-Double. Bei noch 20,8 Sekunden auf der Uhr war die Partie ausgeglichen. Ryan verwandelte einen wichtigen Freiwurf und brachte die USA mit 77:76 in Führung. In den verbleibenden Sekunden erzielte keine Mannschaft mehr einen Punkt. Damit stand der Weltmeister fest und auf dem Spielfeld begannen die emotionalen Feierlichkeiten der US-Auswahl.
Dem WM-Titel war eine erfolgreiche Entwicklung der Mannschaft vorausgegangen. Bei der vorherigen Weltmeisterschaft in Dubai hatte die US-Auswahl Bronze gewonnen. Diese Entwicklung wurde auch in der Emmy-prämierten Kurzserie „Ballin’ Out“ von Outsports dokumentiert. Die fünfteilige Dokumentation unter der Regie von Michiel Thomas erhielt im Oktober 2025 den Emmy für das herausragende Kurzformat. Im selben Jahr wurde sie zudem für einen GLAAD Media Award nominiert.
Homosexuelle Spielerinnen
Bei der diesjährigen Weltmeisterschaft in Ottawa waren neben den USA auch in drei weiteren Nationalmannschaften öffentlich homosexuell lebende Athletinnen vertreten. Im kanadischen Silbermedaillen-Team spielten Tara Llanes und Cindy Ouellet. Die Niederlande gewannen Bronze, angeführt von Bo Kramer. Großbritannien trat mit vier geouteten Spielerinnen an: Robyn Love, Laurie Williams, Jude Hamer und Lucy Robinson. Nach dem dritten WM-Titel richtet sich der Blick der US-Auswahl nun auf die Paralympics 2028 in Los Angeles. Dort wird das Team auf heimischem Boden antreten. Den paralympischen Titel hatte die USA zuletzt bei den Spielen in Rio de Janeiro 2016 gewonnen.