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ESC-Krise in Großbritannien BBC soll Vorgehen erklären: Warum ist das Land so erfolglos?

Von ms - 21.09.2026 - 12:00 Uhr
ESC-Krise in Großbritannien
Foto: IMAGO / TT
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Nach dem erneut enttäuschenden Abschneiden Großbritanniens beim Eurovision Song Contest in diesem Jahr wollen sich britische Abgeordnete nun genauer mit der Auswahl des Landesbeitrags befassen.

Das Wichtigste im Überblick

  • Britische Abgeordnete wollen untersuchen, wie der Beitrag des Landes für den Eurovision Song Contest ausgewählt wird.
  • Der zuständige Parlamentsausschuss will dazu Vertreter der BBC und Experten aus der Musikbranche anhören.
  • Anlass ist unter anderem das schwache Abschneiden Großbritanniens beim diesjährigen Wettbewerb.
  • Der britische Beitrag von 2026, Look Mum No Computer, landete mit einem Punkt auf dem letzten Platz.
  • In den vergangenen 15 Jahren erreichte Großbritannien nur einmal eine Platzierung unter den besten 15.

Suche nach Schuldigen

Der Ausschuss für Digitales, Kultur, Medien und Sport (Digital, Culture, Media and Sport Committee) plant eine Anhörung zum bestehenden Auswahlverfahren. In den kommenden Monaten sollen unter anderem Vertreter der BBC sowie Fachleute aus der Musikindustrie zu Wort kommen. Die Ausschussvorsitzende Dame Caroline Dinenage sagte gegenüber BBC News: „Wir wollen genau herausfinden, wer unseren Beitrag auswählt, nach welchen Kriterien dies geschieht und ob unsere dürftige Erfolgsbilanz der vergangenen Jahre mit Ausnahme von Sam Ryder auf eine schlechte Songauswahl, eine schwache Darbietung … oder auf etwas anderes zurückzuführen ist.“

BBC soll Auswahl erklären

Dinenage begründete das Interesse des Ausschusses ebenfalls mit der bisherigen Bilanz Großbritanniens beim Wettbewerb: „Dieser Antrag hat unser Interesse geweckt, weil Großbritannien beim Eurovision Song Contest in den vergangenen Jahren den Ruf hat, ‚zero points‘ zu bekommen, Letzter oder beinahe Letzter zu werden – und das trotz Weltklasse-Songwriter und Musiker.“ Der Ausschuss fordert deshalb von der BBC eine Erklärung, nach welchen Kriterien der britische Beitrag derzeit bestimmt wird.  Für Großbritannien verlief der Wettbewerb 2026 enttäuschend. 

Der Beitrag Look Mum No Computer belegte den letzten Platz und erhielt lediglich einen Punkt. Auch in den Jahren zuvor blieb das Land weit hinter den vorderen Rängen zurück. Mae Muller wurde 2023 Zweitletzte. James Newman belegte 2021 mit ebenso „zero points“ den letzten Platz. Ein Blick auf die vergangenen 15 Jahre zeigt die anhaltenden Probleme Großbritanniens beim Wettbewerb: Nur einmal gelang in diesem Zeitraum eine Platzierung unter den ersten 15. 2022 erreichte Sam Ryder mit „Space Man“ den zweiten Platz. Der letzte Sieg Großbritanniens beim Eurovision Song Contest liegt inzwischen fast 30 Jahre zurück.

Länder setzen auf TV-Auswahl

Großbritannien gehört zu den Ländern, die ihren Eurovision-Act intern bestimmen. Beim Wettbewerb 2026 wählten 23 der insgesamt 35 teilnehmenden Länder ihre Vertreter über im Fernsehen ausgestrahlte Wettbewerbe aus, darunter auch Deutschland. Der Vorentscheid für den nächsten ESC ist für den Februar 2027 geplant. Zehn Länder entschieden sich in den letzten Jahren dagegen für eine interne Auswahl. Neben Großbritannien gehörten dazu Frankreich, Australien und die Schweiz. Andere Länder verfolgen eigene Modelle. Italien bestimmt seinen Eurovision-Beitrag über das Sanremo-Musikfestival. Israel wiederum nutzt ein hybrides Auswahlverfahren. Nun soll die parlamentarische Untersuchung klären, wie die BBC ihren Beitrag auswählt und welche Faktoren für die bisherigen Ergebnisse eine Rolle spielen.

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