Messerstecherei vor Gay Bar Britische Polizei sucht nach Tätern
Bei einem Messerangriff vor einer Schwulen-Bar im Zentrum der britischen Stadt Liverpool sind drei Männer teils schwer verletzt worden. Alle drei wurden in ein Krankenhaus gebracht, wie die Polizei von Merseyside mitteilte. Zwei von ihnen wurden schwerer verletzt, befinden sich inzwischen aber nach Angaben der Polizei in einem „stabilen Zustand“.
Das Wichtigste im Überblick
- Drei schwule Männer wurden bei einem Messerangriff im Zentrum von Liverpool verletzt und in ein Krankenhaus gebracht.
- Zwei der Männer wurden schwer verletzt, sind inzwischen aber nach Angaben der Polizei außer Lebensgefahr.
- Der Vorfall ereignete sich am frühen Sonntagmorgen vor der Schwulen-Bar „G Bar“.
- Die mutmaßliche Tatwaffe wurde sichergestellt und soll kriminaltechnisch untersucht werden.
- Die Polizei kündigte eine verstärkte Präsenz an und will den Täter „unerbittlich verfolgen“.
- In England kommt es offiziell zu rund 30.000 Angriffen auf die Community jedes Jahr.
Messerattacke vor Schwulenbar
Die Polizei war am Sonntag gegen 6.35 Uhr zur Tithebarn Street im Stadtzentrum gerufen worden. Dort waren drei verletzte schwule Männer gefunden worden. Nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler ereignete sich der Vorfall vor der schwulen G Bar in der Eberle Street. „Wir verstehen die Besorgnis, die ein derart schwerwiegender Vorfall in der Bevölkerung auslösen wird“, sagte Kriminalhauptkommissarin Lisa McNaughton. „Deshalb ist es so wichtig, dass sich alle, die Informationen haben, dringend bei uns melden. Offenbar kam es in der Nähe der G Bar zu einer Auseinandersetzung, bei der die drei Opfer verletzt wurden.“
Mutmaßliche Tatwaffe sichergestellt
Die Polizei stellte nach Angaben McNaughtons die mutmaßliche Tatwaffe sicher. Sie soll nun kriminaltechnisch untersucht werden. „Wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, um die verantwortliche Person zu identifizieren und die Opfer im weiteren Verlauf der Ermittlungen zu unterstützen. Wenn Sie Teile dieses Vorfalls gesehen oder aufgenommen haben, teilen Sie uns dies mit, und wir werden entsprechend handeln“, sagte McNaughton. Die Ermittlerin machte zugleich deutlich, wie schwerwiegend der Vorfall aus Sicht der Polizei ist: „Die Folgen dieses Vorfalls hätten noch schlimmer sein können. Seien Sie daher versichert, dass wir den Täter unerbittlich verfolgen werden.“
Polizei verstärkt Präsenz
Im Zuge der Ermittlungen soll die Polizeipräsenz in dem Gebiet erhöht werden. „Sie werden eine verstärkte Polizeipräsenz bemerken, da weitere Ermittlungen durchgeführt werden. Wenden Sie sich daher mit allen Informationen oder Anliegen an uns“, sagte McNaughton. Weitere Angaben zum mutmaßlichen Täter oder zum Hintergrund der Auseinandersetzung machte die Polizei zunächst nicht.
Die Hasskriminalität in England nimmt seit Jahren rapide zu beziehungsweise hält sich auf einem sehr hohen Niveau, binnen eines Jahres wurden zuletzt rund 30.000 Angriffe in England und Wales registriert, zuletzt schockte auch der grausame Mord an einem 19-jährigen Studenten in London die Community. Im März hat das britische House of Lords deswegen eine neue Gesetzesänderung verabschiedet, die LGBTIQ+-Hassverbrechen zu einer verschärften Straftat im Rahmen des „Crime and Policing Bill“ machen soll. Die Änderung sieht vor, dass Hassverbrechen gegen Homosexuelle und queere Menschen künftig ähnlich wie rassistisch oder religiös motivierte Hassverbrechen behandelt werden. Dies bedeutet in der Konsequenz, dass solche Verbrechen mit einer höheren Höchststrafe belegt werden können.