Hass-Banner in der Zweitliga Cottbus-Fußballfans enthüllen Hass-Texte in der Fankurve
Beim Zweitligaduell zwischen Energie Cottbus und dem FC St. Pauli ist es am gestrigen Sonntag in der Cottbuser Fankurve zu einem queerfeindlichen Vorfall gekommen. Anhänger des Heimvereins zeigten während der ersten Halbzeit zwei Transparente, die sich deutlich gegen den Hamburger Klub richteten.
Das Wichtigste im Überblick
- Beim Spiel zwischen Energie Cottbus und dem FC St. Pauli zeigten Heimfans queerfeindliche Transparente.
- Auf einem Banner war zu lesen: „Eure Regenbogenutopie endet in Pädophilie – keine Akzeptanz für eure kranke Welt!“
- Ein zweites Spruchband richtete sich ebenfalls gegen St. Pauli und dessen Umfeld.
- Die Hamburger Morgenpost vermutet eine Attacke gegen die St. Pauli-Ultras, die zu Beginn der Saison auf sexuelle Übergriffe aufmerksam gemacht hatten.
- Der FC St. Pauli engagiert sich seit Jahren gegen Queerfeindlichkeit und gilt als einer der alternativsten Vereine im deutschen Profifußball.
- Zu den Transparenten haben sich die beiden Vereine bislang nicht öffentlich geäußert.
Kritik am Hamburger Fußballclub
Das erste Spruchband enthielt die Aussage: „Eure Regenbogenutopie endet in Pädophilie – keine Akzeptanz für eure kranke Welt!“ Wenig später wurde ein weiteres Banner präsentiert. Darauf war zu lesen: „Stets in Watte gepackt, die eigene Blase nie verlassen. Mit dem System im Gleichtakt – man kann euch nur hassen!“ Ziel der Aktion war es dabei offenbar, die gesellschaftliche Haltung des Fußballclubs in puncto Diskriminierung und LGBTIQ+ zu kritisieren.
Die Hamburger Morgenpost stellte einen möglichen Zusammenhang mit der Fan-Gruppierung „Ultra Sankt Pauli“ (USP) her. Hintergrund könnte demnach eine Erklärung der USP von Ende August. Darin hatte die Gruppierung öffentlich gemacht, dass es in ihren eigenen Reihen zu Fällen sexualisierter, physischer und psychischer Gewalt gekommen sei. Mehrere Fans wurden daraufhin lebenslang aus der Vereinigung ausgeschlossen. Der im Mai 1910 gegründete FC St. Pauli nimmt im deutschen Profifußball eine besondere Rolle ein und engagiert sich seit vielen Jahren gegen Homophobie, Diskriminierung und LGBTIQ+-Feindlichkeit – beim Millerntor-Stadion weht deswegen dauerhaft auch die Regenbogenfahne.
Hassbotschaften in der Vergangenheit
Der Verein sieht sich dabei immer wieder gerade wegen seiner LGBTIQ+-Unterstützung Kritik, Hass und Häme ausgesetzt. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Deutsche Fußball-Bund Eintracht Frankfurt wegen eines Fan-Banners mit der Aufschrift „CBD statt CSD“ deswegen 8.000 Euro Strafe an eine gemeinnützige Organisation zahlen müssen. Der Begriff „CBD“ ist dabei eine Anspielung auf einen Cannabis-Konsum. St.-Pauli-Fans reagierten damals mit einem eigenen Transparent. Darauf stand: „Ein Tag auf dem CSD – besser als ein Leben auf CBD“. Zu den aktuellen LGBTIQ+-feindlichen Transparenten haben sich bisher weder Energie Cottbus noch der FC St. Pauli öffentlich geäußert. Sportlich endete die Partie mit einem 1:1 unentschieden.