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Überfälle bei Grindr-Dates Schwule Opfer in Rom mit Gewalt und Outing bedroht

Von ms - 16.09.2026 - 12:00 Uhr
Überfälle bei Grindr-Dates
Foto: AI GENERATED - FASH Medien
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Was zunächst wie ein gewöhnliches Treffen über eine schwule Dating-App wirkte, soll in mehreren Fällen in Rom mit einem Überfall geendet haben. Die Staatsanwaltschaft Rom hat für drei junge Männer jetzt insgesamt 30 Jahre Haft beantragt. Sie sollen neun homosexuelle Männer zwischen Februar und März 2023 über die schwule Dating-Plattform Grindr zu Treffen gelockt und anschließend beraubt oder angegriffen haben.

Das Wichtigste im Überblick

  • Die Staatsanwaltschaft Rom fordert insgesamt 30 Jahre Gefängnis für drei junge Angeklagte.
  • Den Männern wird vorgeworfen, 2023 neun Schwule über Grindr angelockt und anschließend beraubt und angegriffen zu haben.
  • In einem Fall soll es zudem zu einer Gruppenvergewaltigung gekommen sein.
  • Angeklagt sind ein 24-jähriger rumänischer Staatsbürger und zwei 22-jährige italienische Zwillingsbrüder.
  • Die Vorwürfe lauten unter anderem auf Raub, versuchte Erpressung, Körperverletzung und Gruppenvergewaltigung.
  • Ein Opfer soll mit der Drohung erpresst worden sein, seine Homosexualität öffentlich zu machen.
  • Der Prozess läuft im abgekürzten Verfahren. Ein Urteil wird noch im September erwartet.

Hohe Haftstrafen gefordert

Bei einem der Fälle geht es nach Angaben der Anklage zudem um sexuelle Gewalt. Eine der betroffenen Personen soll Opfer einer Gruppenvergewaltigung geworden sein. Der Prozess wird im abgekürzten Verfahren geführt. Die Staatsanwaltschaft fordert für jeden der drei Angeklagten zehn Jahre Haft. Die Entscheidung des Gerichts wird für die kommende Woche erwartet. Bei den Beschuldigten handelt es sich um einen 24-jährigen Rumänen sowie zwei 22-jährige italienische Zwillingsbrüder. Die Anklage umfasst je nach Beteiligung Raub, versuchte Erpressung, Körperverletzung und Gruppenvergewaltigung.

Heimtückisches Vorgehen 

Nach den Ermittlungen der Mobilen Einheit der Polizei Rom sollen die drei Männer nach einem wiederkehrenden Muster vorgegangen sein. Die Ermittler arbeiteten dabei unter der Leitung des stellvertretenden Staatsanwalts Giovanni Conzo. Einer der späteren Angeklagten soll über Grindr den ersten Kontakt zu den Männern hergestellt und ein Treffen vereinbart haben. Er sei anschließend mit einem BMW-Kombi zum vereinbarten Ort gefahren. Nach einigen Minuten Gespräch habe er das Fahrzeug in eine weniger belebte Gegend gelenkt.

Dort sollen seine beiden Komplizen aus ihrem Versteck gekommen sein. Sie hätten sich bis dahin entweder im Fahrzeuginnenraum oder im Kofferraum aufgehalten. Die Opfer sollen anschließend mit bloßen Händen geschlagen oder mit einem Messer bedroht worden sein. Auf diese Weise hätten die Täter sie dazu gebracht, Bargeld, Mobiltelefone, persönliche Gegenstände und Goldschmuck herauszugeben.

Drohungen und Vergewaltigung

Besonders brisant ist ein Fall, bei dem die sexuelle Orientierung eines Opfers offenbar als Druckmittel eingesetzt worden sein soll. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft wurden dem Mann zunächst 200 Euro abgenommen. Danach sollen die Angeklagten weitere 200 Euro verlangt haben. In der Anklageschrift heißt es, sie hätten ihn aufgefordert, „nach Hause zu gehen, weitere 200 Euro zu holen, mit der Drohung, andernfalls seine Homosexualität öffentlich bekannt zu machen“. Die mutmaßlichen Täter sollen damit die Sorge des Mannes vor einem erzwungenen Outing ausgenutzt haben, um an weiteres Geld zu gelangen.

Am 25. Februar 2023 soll sich nach Angaben der Ermittler der schwerste der angeklagten Vorfälle ereignet haben. Eine der betroffenen Personen soll zu einer sexuellen Handlung gezwungen worden sein. In der Anklageschrift wird der Vorwurf so beschrieben, das homosexuelle Opfer sei gezwungen worden, bei „einem der Angeklagten Oralsex zu praktizieren“, während „die anderen ihn daran hinderten, das Fahrzeug zu verlassen“.

Schwierige Ermittlungen 

Ausgangspunkt der Ermittlungen war im Februar 2023 ein Hinweis des Gay Center. Die Organisation hatte mehrere Fälle registriert, die ähnliche Merkmale aufwiesen und sich gegen Menschen aus der schwulen Community richteten. Für die Ermittler war die Aufklärung zunächst schwierig. Die Möglichkeit, Profile auf der Plattform anonym zu nutzen und anschließend unkompliziert zu löschen, erschwerte es nach Angaben der Ermittler, die Kontakte zurückzuverfolgen und die dahinterstehenden Personen zu identifizieren. Dennoch konnten die Ermittler nach und nach verschiedene Hinweise miteinander verbinden. Eine Rolle spielten dabei unter anderem Einzelheiten zu dem eingesetzten Fahrzeug. Hinzu kamen Wiedererkennungen durch die Opfer, Tätowierungen der mutmaßlichen Angreifer und die Auswertung von Telefonverbindungsdaten.

Abgekürztes Verfahren

Der Prozess findet im sogenannten abgekürzten Verfahren statt. Dabei entscheidet der Richter auf Grundlage der bereits vorliegenden Ermittlungsakten. Wird ein Angeklagter wegen eines Verbrechens verurteilt, sieht dieses Verfahren eine Reduzierung der Strafe um ein Drittel vor. Nach dem Antrag der Staatsanwaltschaft sind nun die Verteidiger am Zug. Anschließend soll der zuständige Untersuchungsrichter über den Fall entscheiden. Mit dem Urteil wird in der kommenden Woche gerechnet. 

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