Zwei schwule Ikonen Jordan Roth debütiert mit 50 in "The Shards"
Jordan Roth, mehrfach preisgekrönter Broadway-Produzent und selbstbewusste schwule Stilikone, feiert in Ryan Murphys neuer Serie "The Shards" sein lang gehegtes Debüt vor der Kamera – und das unter sehr persönlichen Umständen. Der Macher, selbst offen schwul und bekannt für seine Liebe zum queeren Kino sowie Fernsehen, schickte Roth eine Direktnachricht auf Instagram mit den Worten „I wrote you a part. Call me.“ Daraufhin folgte ein „sofortiger Anruf“ – und Jordan Roth war Teil eines 1981 angesiedelten Thrillers über Glamour, Drogenexzesse und einen geheimnisvollen Serienmörder.
Das Wichtigste in Kürze
- Jordan Roth feiert sein Schauspieldebüt in Ryan Murphys neuer Serie "The Shards". Murphy schrieb die Rolle des Steven Reinhardt eigens für den preisgekrönten Broadway-Produzenten und kontaktierte ihn dafür direkt über Instagram.
- Roth verkörpert eine glamouröse, rätselhafte Figur im Los Angeles des Jahres 1981 – zwischen Mode, Verführung, Drogen und der Bedrohung durch einen Serienmörder. Sein Look wurde unter anderem von David Sylvian und Yves Saint Laurent inspiriert.
- Die Serie verbindet Glamour mit queerer Geschichte: Vor dem Hintergrund der beginnenden AIDS-Epidemie spiegelt der Serienmörder auch die Angst und Unsicherheit wider, die damals in der queeren Community herrschten.
- Für Roth ist die Rolle ein wichtiger Karriereschritt: Sein Gespür für Mode und Performance prägt die Figur maßgeblich. "The Shards" startete am 5. August auf FX und Hulu.
In "The Shards", basierend auf Bret Easton Ellis’ gleichnamigem Bestseller, spielt Roth die Rolle des Steven Reinhardt, einer eleganten und unangepassten Assistenzfigur, die verführerisch zwischen Schönheit und Bedrohung oszilliert. Ryan Murphy selbst beschreibt die Figur als „lynchianische Andy-Warhol-Version“, speziell für Roth geschaffen.
Style und Serienmord
Roth nutzte seine Erfahrung als Performance-Künstler und Modeenthusiast, um die Rolle überzeugend zu gestalten. Er und Murphy arbeiteten eng mit dem Hair- und Costume-Team zusammen, um Steven Reinhardts Look zu formen – inspiriert unter anderem von David Sylvian und Yves Saint Laurent –, wodurch Roths Körperhaltung, seinen Gang und sein gesamtes Auftreten in der Serie entscheidend prägten.
Diese medienwirksame Rolle ist nicht nur ein Karriereknotenpunkt für Roth, sondern auch Ausdruck eines kulturellen Moments: Die Serie spielt im Schatten der entstehenden AIDS-Epidemie und verwendet die Figur des Serienmörders als metaphorisches Echo auf die damals grassierende Angst in der queeren Community. Für LGBTIQ+-Zuschauende eröffnet "The Shards" ein klares Fenster zur historischen Dimension dieser Ära – stilvoll, brutal, poetisch.
Glamour trifft Abgrund
Die Kombination aus Roths Glitzerimage und Murphys cinematischem Stil ergibt einen verstörenden Kontrast: Schönheit, Verführung und Dunkelheit. Die Serie taucht ein in das mondäne Los Angeles der frühen Achtziger, doch das Verführerische birgt Gefahr und Tod. Für LGBTIQ+-Zuschauerinnen und -Zuschauer eröffnet sich ein besonderes Resonanzfeld – sowohl historisch als auch ästhetisch.
In der Boulevard-Sphäre zählt dieses Ereignis als eine Mischung aus Tabloid-Magie und künstlerischem Statement: Ein selbstbewusster Modeveteran tanzt am Abgrund, während er ein alter Ego annimmt, das seine Glamourschicht mit psychologischer Tiefe unterfüttert. Es ist ein Akt der Selbstermächtigung vor der Kamera – mobilisiert durch eine Direktnachricht, die mehr ist als ein Angebot.
Wie geht es weiter?
"The Shards" startete am 5. August auf FX und Hulu – ob und wie Roth seine Schauspielkarriere fortsetzt, bleibt abzuwarten. Eine zweite Staffel von "The Shards" wurde von FX und Ryan Murphy noch nicht offiziell bestätigt oder in Auftrag gegeben. In der Zwischenzeit bietet sich LGBTIQ+-Publikum ein faszinierender Spiegel: Ein Stilbildner wird zur Figur am Rande der Apokalypse, ohne dabei sein eigenes Licht zu verlieren.