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Lied über homosexuelle Trauer Alle Erlöse von George Michael Song wurden gespendet

Von kw - 02.09.2026 - 15:30 Uhr
Alle Erlöse von George Michaels „Jesus To A Child“ wurden gespendet
Foto: © instagram.com/georgemofficial
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George Michaels Song „Jesus To A Child“ steht seit fast dreißig Jahren für einen Wendepunkt in der Sichtbarkeit homosexueller Trauer und Liebe im Mainstream Pop – nun wurde erstmals öffentlich bestätigt, dass alle Erlöse des Welthits von Michael selbst, aber anonym, einer britischen Kinderhilfsorganisation zugute kamen. Dies enthüllte Esther Rantzen, Schirmherrin der Organisation "Childline", gegenüber der britischen Tageszeitung "The Mirror". Das späte Bekanntwerden erst nach dem Tod des Superstars setzt ein Signal für Transparenz im Umgang mit queerer Künstlerinnen- und Künstler-Philanthropie, deren Wirkungsmacht oft im Privaten bleibt.

 

Das Wichtigste im Überblick

  • George Michael spendete alle Einnahmen aus „Jesus To A Child“ anonym an "Childline".
  • Der Song erschien 1996 und thematisierte Michaels Trauer um seinen verstorbenen Partner Anselmo Feleppa.
  • Die Förderung von "Childline" ermöglichte mehreren hunderttausend Beratungen für Kinder.
  • Die Öffentlichkeit erfährt erst jetzt nach Michaels Tod im Jahr 2016 von der Spende.
  • Medien bestätigen die Angaben durch Aussagen von Esther Rantzen und "Childline".

 

Historische Spende erstmals belegt

Nach Angaben von Esther Rantzen, Gründerin und prominenter Fürsprecherin von "Childline", stammt die gesamte Gage des Songs von George Michael. Erst nach seinem Tod im Jahr 2016 habe die Organisation auf Wunsch des Künstlers die Summen öffentlich gemacht. Der Popstar hatte in den 1990ern darauf bestanden, inkognito zu helfen. Die konkrete Summe ist offiziell nicht bekannt, aber Medien schätzen sie auf mindestens einen Millionenbetrag.

Die nun belegte Großspende lenkt den Fokus auf das wenig sichtbare zivilgesellschaftliche Engagement queerer Prominenz. Während viele mediale Erzählungen das Privatleben bekannter LGBTIQ+Künstlerinnen und Künstler skandalisieren, geraten Beispiele substanzieller Hilfeleistungen in den Hintergrund. Dass Michaels Schenkung jahrelang strikt geheim blieb, unterstreicht, wie wenig öffentliche Kommunikation queere Wohltätigkeit traditionell begleitet.

 

Medien und mediale Tabuzonen queerer Trauer

Der Song „Jesus To A Child“ wurde als elegisches Liebeslied an Michaels 1993 verstorbenen Partner Anselmo Feleppa weltweit zum Symbol queerer Trauerarbeit. Erst 1998 outete sich der Musiker im Zuge eines Skandals öffentlich. Rückblickend kritisieren zahlreiche Beobachterinnen und Beobachter die damalige Presselandschaft, die Michaels Verlusterfahrung und Sexualität tendenziell verdrängte oder moralisch skandalisierte.

Heute bleibt der Song ein seltenes Beispiel, wie ein Trauerprozess eines homosexuellen Künstlers auf eine breite Bühne gelangte. Dass die mit ihm verknüpfte Philanthropie erst nachträglich transparent wurde, wirft ein Schlaglicht auf gesellschaftliche und mediale Schranken für nicht-heteronormative Narrative von Fürsorge und Nähe.

 

Konsequenzen für die Sichtbarkeit queerer Wohltätigkeit

Die nachträgliche Enthüllung der anonymen Spende eröffnet eine notwendige Debatte über die mediale Abbildung queeren Engagements. Für Journalistinnen und Journalisten stellt sich die Frage, wie sich journalistische Standards bei Spendenberichten entwickeln müssen, damit gerade marginalisierte Gruppen nicht nur als Empfänger von Diskriminierung erscheinen, sondern als aktive gesellschaftliche Akteurinnen und Akteuere.

Aktuell sind Kultureinrichtungen und Hilfsorganisationen gefordert, künftig offensiver über die Ursprünge wichtiger Unterstützung zu informieren. Nach Angaben von "Childline" sind im Zuge von Michaels Spende mehrere Hunderttausend Kinder beraten worden. Wie Organisationen künftig mit stiller wie öffentlicher Promi-Hilfe umgehen, bleibt ein zentrales Thema für seriöse Berichterstattung.

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