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Neue Studie untersucht Väter Mehr Zeit mit dem Kind, weniger Depressionen?

Von ms - 20.08.2026 - 11:30 Uhr
Neue Studie untersucht Väter
Foto: iStock / svetikd
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Schwule Männer sind als Väter bis heute vielen Klischees ausgesetzt, insbesondere, wenn sie ihre Elternzeit nehmen und eine Zeit lang zu Hause beim Kind bleiben. Eine neue Studie aus Schweden stellt sich diesen Vorurteilen nun entgegen und kommt zu dem Schluss: Wenn Männer länger bei ihrem Kind zu Hause bleiben, könnte sich das positiv auf ihre psychische Gesundheit auswirken. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Eine schwedische Untersuchung hat den Zusammenhang zwischen Elternzeit und der psychischen Gesundheit von Vätern untersucht.
  • Dafür wurden 746 Väter über einen Zeitraum von rund eineinhalb Jahren begleitet.
  • Besonders bei Vätern mit 14 bis 40 Wochen beruflicher Auszeit traten seltener depressive Symptome auf.
  • Die Forscher vermuten, dass längere Zeit mit dem Kind die Sicherheit in der Vaterrolle und die gemeinsame Alltagsroutine stärken kann.
  • Eine längere Elternzeit könnte so auch die Bindung des nicht leiblichen Vaters zum Kind in homosexuellen Beziehungen stärken.  

Eine Frage der Dauer

Eine Einschränkung bei der, im „American Journal of Public Health“ veröffentlichten Studie gibt es allerdings: Nicht jede Dauer der Elternzeit scheint denselben Effekt zu haben. Im Mittelpunkt der Untersuchung standen 746 Väter. Das Forschungsteam beobachtete sie über rund 18 Monate hinweg. Ausgangspunkt war eine Phase, in der ihre Kinder ungefähr neun Monate alt waren. Eine zweite Befragung erfolgte, als die Kinder etwa 27 Monate alt waren. Die Wissenschaftler erfassten dabei unter anderem, ob die Väter depressive Symptome aufwiesen. Zusätzlich wurde festgehalten, wie lange sie Elternzeit genommen hatten.

 Das Ergebnis fiel nicht für alle Gruppen gleich aus: Väter, die zwischen 14 und 40 Wochen zu Hause geblieben waren, zeigten bei der späteren Befragung deutlich seltener Anzeichen einer Depression als Männer, die höchstens vier Wochen Auszeit genommen hatten. Bei Vätern, die zwischen fünf und dreizehn Wochen aus dem Beruf ausgestiegen waren, ließ sich dieser Unterschied dagegen nicht feststellen. Gleiches galt für Männer, die länger als 40 Wochen in Elternzeit waren.

Elternzeit kann Sicherheit geben

Laut den Forschern könnte eine ausreichende, aber nicht übermäßig lange Auszeit vom Beruf mehrere positive Effekte haben. Väter könnten dadurch stärker in den Alltag ihres Kindes hineinwachsen und eine engere Beziehung zu ihm entwickeln, gerade auch ein besonders wichtiger Punkt für den nicht leiblichen Vater in schwulen Beziehungen. Gleichzeitig könnte die zusätzliche gemeinsame Zeit dazu beitragen, dass sie sich in ihrer Rolle als Vater sicherer fühlen. „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass Väter, die mehr als 90 Tage Elternzeit in Anspruch nehmen, aber nicht mehr als 60 Prozent der Gesamtdauer der beruflichen Auszeit, eine bessere psychische Gesundheit haben", sagt Michael Wells vom schwedischen Karolinska-Institut.

Die möglichen Vorteile einer längeren väterlichen Auszeit könnten dabei über die reine Betreuungszeit hinausgehen. Nach Einschätzung des Forschungsteams kann die gemeinsame Zeit mit dem Kind helfen, feste Abläufe zu entwickeln und die eigene Rolle im Familienalltag stärker auszufüllen. Dadurch könnte sich wiederum das Risiko für depressive Beschwerden verringern. Die Forschung zur Elternzeitz hat sich bislang häufig nur mit den gesundheitlichen Folgen für Mütter beschäftigt. Die psychische Gesundheit von Vätern wurde dagegen deutlich seltener untersucht. Gerade deshalb sehen die schwedischen Forscher in ihren Ergebnissen einen Hinweis darauf, dass die Bedeutung der ersten Monate und Jahre mit einem Kind gerade auch für Väter besonders wichtig ist. Schwule Väter stärken damit nicht nur die Bindung zu ihrem Kind, sondern tragen auch dazu bei, psychisch ausgeglichen und beschwerdefrei zu sein und zu bleiben – ein Umstand, der dann direkt wieder auch den Kindern zugutekommt. 

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