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Attacke auf schwules Paar Italiens Community betont Brutalität der Tat

Von ms - 19.08.2026 - 09:30 Uhr
Attacke auf schwules Paar
Foto: iStock / izusek
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Ein brutaler, homophober Angriff auf ein schwules Paar beschäftigt schockt in diesen Tagen erneut die italienische LGBTIQ+-Community und beschäftigt die Polizei in Imperia. Die italienische Hafenstadt mit rund 43.000 Einwohnern in Ligurien an der sogenannten Blumenriviera ist ein beliebter Urlaubsort vieler Touristen. Letzte Woche wurden die zwei schwulen Männer in der dortigen Diskothek Koko Beach direkt am Meer beleidigt, bedroht und brutal angegriffen.

Das Wichtigste im Überblick

  • In einer Diskothek in Imperia wurde ein schwules Männerpaar beleidigt, bedroht und körperlich schwer angegriffen.
  • Beide Männer überlebten schwer verletzt die Attacken und mussten im Krankenhaus versorgt werden. 
  • Die Polizei ermittelt und hat Aufnahmen der Überwachungskameras des Lokals gesichert.
  • Der Verein Mia Arcigay Imperia fordert konkrete Maßnahmen gegen Homofeindlichkeit.
  • Über die Hintergründe der Tat ist eine politische Debatte entbrannt. 

Paar schildert mehrere Angriffe

Beide Männer wurden schwer verletzt, überlebten den Angriff aber glücklicherweise. Eines der beiden Opfer, ein 35-jähriger Mann mit Kürzel P.V., erhielt dabei mehrere Faustschläge direkt ins Gesicht und musste direkt vom Notarzt versorgt werden. Die Polizei hat jetzt die Ermittlungen aufgenommen und die Aufnahmen der Überwachungskameras des Lokals beschlagnahmt. Der genaue Ablauf des Vorfalls ist indes umstritten. Das betroffene Paar und der Betreiber des Koko Beach schildern die Ereignisse unterschiedlich.

P.V., ein Lehrer aus Mailand, der ursprünglich aus Imperia stammt, schilderte den Vorfall gegenüber der Zeitung La Stampa. Seiner Darstellung zufolge sei zunächst bis etwa drei Uhr morgens alles ruhig geblieben. Dann habe sich ein junger Mann zwischen ihn und seinen Partner gedrängt und begonnen, beide ohne erkennbaren Grund zu schubsen. Als sein Partner den Mann zur Rede gestellt habe, sei dieser auf ihn losgegangen. Ein Türsteher habe daraufhin eingegriffen, die beiden getrennt und den jungen Mann aus dem Lokal gebracht. Nach Angaben des Paares sei der Mann bereits zuvor aus der Diskothek verwiesen worden, weil er dort Probleme verursacht habe.

Kurz darauf habe sich dessen Schwester P.V. genähert und ihm eine Ohrfeige gegeben. Ein weiterer junger Mann habe ebenfalls versucht, ihn anzugreifen. In beiden Fällen sei das Sicherheitspersonal eingeschritten und habe die Beteiligten entfernt. Der zuerst hinausgebrachte Mann habe unterdessen vor dem Lokal weiter homophobe Beleidigungen gegen das Paar gerufen. Andere Gäste hätten ihn aufgefordert, damit aufzuhören. Nach Darstellung von P.V. habe die Security den jungen Mann später wieder in die Diskothek gelassen. Dort sei er erneut auf das Paar getroffen und habe P.V. mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Der Betreiber macht indes das Paar dafür mitverantwortlich und weist die Darstellung zurück. Nach Angaben des Betreibers seien nicht die anderen Beteiligten, sondern die beiden schwulen Männer zuerst körperlich ausfallend geworden. Zudem betonte der Betreiber, dass das Paar regelmäßig in seinem Lokal verkehre. Die beiden hätten dort nach seiner Darstellung nie den Eindruck vermittelt, sich bedroht oder diskriminiert zu fühlen.

Hass auf Homosexuelle

Pierluca Viani, Vorsitzender von Mia Arcigay Imperia, sieht den Vorfall im Zusammenhang mit einer aus seiner Sicht zunehmend aggressiven Stimmung gegen Homosexuelle in ganz Italien. Das Klima des Hasses habe in den vergangenen Jahren sowohl online als auch offline massiv zugenommen, immer öfter komme es zu gewalttätigen Angriffen auf schwule Männer.  Nach seinen Angaben erreichen den Verein jede Woche zahlreiche Meldungen aus der Region und überregional. Viele davon würden allerdings nicht öffentlich bekannt. Arcigay biete den beiden Betroffenen psychologische und rechtliche Unterstützung an. Viani kritisiert außerdem, dass Italien weiterhin kein Gesetz habe, das die homophobe Motivation eines Angriffs ausdrücklich anerkennt. Solche Fälle würden häufig lediglich als Taten aus „nichtigen Gründen“ eingestuft, ohne dass daraus besondere strafrechtliche Konsequenzen folgten.

Debatte in der Politik 

Auch in der Kommunalpolitik sorgt der Fall inzwischen für Diskussionen. Zwei Stadträtinnen der Partito Democratico äußerten sich öffentlich. Deborah Bellotti bezeichnete das politische Klima in Imperia als mittlerweile „jenseits des Grotesken“. Sie warf der Stadtverwaltung vor, sowohl beim Thema Gewalt gegen Frauen als auch bei Homofeindlichkeit zu wenig unternommen zu haben. Bellotti verwies auf frühere Anfragen, die ohne Ergebnis geblieben seien. Auch anlässlich des Tages gegen Diskriminierung habe es keine entsprechenden Initiativen gegeben. Die PD-Stadträtin und Rechtsanwältin Loredana Modaffari fordert von der Stadt einen tatsächlichen Kurswechsel und eine Null-Toleranz-Politik bei homophoben Hassverbrechen.

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