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Amsterdam übergibt Staffelstab Turin plant große Pride-Woche, Millionen-Effekt erwartet

Von ms - 11.08.2026 - 10:00 Uhr
Amsterdam übergibt Staffelstab
Foto: FASH Medien Archiv KI
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Turin richtet im kommenden Jahr die Euro Pride aus. Auf der Bühne der World Pride-Euro Pride in Amsterdam erhielt die Delegation des Organisationskomitees Turin Euro Pride 2027 jetzt offiziell den Staffelstab für die Veranstaltung im Jahr 2027. Übergeben wurde er von Patrick Orth, dem Präsidenten der European Pride Organisers Association (EPOA), gemeinsam mit den Organisatoren der World-Pride-Euro-Pride Amsterdam 2026.

Das Wichtigste im Überblick

  • Turin übernimmt von Amsterdam die Ausrichtung der Euro Pride 2027.
  • Die Veranstaltung findet vom 18. bis 26. Juni 2027 unter dem Motto „Together we can“ statt.
  • Das Programm soll neun Tage mit Veranstaltungen in der italienischen Großstadt umfassen.
  • Erwartet werden 40.000 bis 60.000 internationale Touristen und insgesamt 150.000 bis 300.000 Teilnehmer.
  • Geplant sind unter anderem eine internationale Menschenrechtskonferenz und eine große Parade.
  • Mehr als 50 italienische Prides sowie alle bei der EPOA registrierten Prides sollen in die Parade einbezogen werden.
  • Italien liegt laut Rainbow Map 2026 von ILGA-Europe beim rechtlichen Schutz von LGBTIQ+-Menschen auf Platz 36 von 49 europäischen Ländern.

Amsterdam zieht Bilanz

Die World Pride in Amsterdam endete am vergangenen Wochenende. 15 Tage lang gab es Veranstaltungen in der gesamten niederländischen Hauptstadt. Im Mittelpunkt stand die Canal Parade am 1. August. Rund 80 Boote fuhren dabei durch die Grachten. Nach den aktuellen Schätzungen verfolgten etwa 500.000 Menschen die Parade von Brücken und Ufern aus. Zusätzlich wurde an der Prinsengracht ein World Pride-Stadion mit 10.000 Plätzen eingerichtet. Für die gesamte Veranstaltungsdauer nennen Reiseführer und Branchenportale eine Zahl von mehr als einer Million internationalen Besuchern. Die Veranstaltung fiel zudem mit einem historischen Jubiläum zusammen. 2001 waren die Niederlande das erste Land weltweit, das die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare eingeführt hatte. 

Turin will stärker vernetzen

Bei der Übergabe jetzt an Turin waren Alessandro Battaglia, Präsident des Organisationskomitees Turin Euro Pride 2027, Chiara Tarantello, Co-Koordinatorin des Turin Pride sowie eine Delegation des Komitees der Stadt Turin anwesend. Der Euro Pride wird vom 18. bis 26. Juni 2027 in Turin stattfinden. Das Motto lautet „Together we can“. Damit knüpft die Veranstaltung an das Motto „Unity“ der gerade beendeten Ausgabe in Amsterdam an. Für die Organisatoren in Turin ist die Ausrichtung der Euro Pride nicht allein eine Auszeichnung für die Stadt. Sie sehen darin vor allem eine gemeinsame Verantwortung.

„Wir haben die Möglichkeit, Netzwerke zu schaffen, vereint zu sein und gemeinsam zu kämpfen“, so Chiara Tarantello. Die Bewerbung Turins sei „mit der Unterstützung vieler italienischer Prides“ erfolgreich gewesen. Tarantello verwies dabei auf die politische Situation in Italien und die Politik der derzeit amtierenden Regierung. Auch Alessandro Battaglia betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit. Für Battaglia müsse die Übernahme der Verantwortung zunächst bedeuten, „alle Anliegen unserer Community wieder auf den Tisch zu legen“. Dies solle gemeinsam mit den anderen italienischen Organisationen geschehen. Der Austausch mit „den anderen europäischen Kollegen und Kolleginnen“ könne dabei „neue Impulse, neue Handlungsspielräume“ eröffnen. Battaglia sieht zudem einen Bedarf an stärkerer Zusammenarbeit innerhalb Italiens. Es sei „sehr wichtig“, wieder „alle gemeinsam zu diskutieren“, welche Bedürfnisse und Anliegen die Community habe, anstatt getrennt voneinander vorzugehen. Das Motto „Together we can“ fasse diesen Ansatz daher sehr gut zusammen, sagte der Präsident des Organisationskomitees.

Konkrete Planungen, schwierige Zeiten 

Auch wirtschaftlich setzt Turin auf die Großveranstaltung. Das vom Organisationskomitee in Auftrag gegebene und von der Universität Mailand bestätigte Gutachten „Ricadute di EuroPride 2027“ beziffert den erwarteten wirtschaftlichen Gesamteffekt auf 30 bis 50 Millionen Euro. Nach den Berechnungen werden 40.000 bis 60.000 internationale Touristen erwartet. Die Zahl der Teilnehmer an der Veranstaltungswoche soll zwischen 150.000 und 300.000 liegen. Das Programm ist noch nicht vollständig festgelegt. Vorgesehen sind neun Tage mit Veranstaltungen vom 18. bis 26. Juni 2027. 

Dazu gehört eine Internationale Konferenz über Menschenrechte im Teatro Carignano, außerdem bereits geplant ist ein Museum für Bürgerrechte sowie eine große Parade, an der mehr als 50 italienische Prides sowie alle bei der EPOA registrierten Prides teilnehmen werden. Mit der Übergabe des Staffelstabs von Amsterdam an Turin beginnt damit jetzt die konkrete Vorbereitung auf eine der größten europäischen Pride-Veranstaltungen des kommenden Jahres. Die Euro Pride findet in Italien vor dem Hintergrund einer weiterhin vergleichsweise schwachen rechtlichen Absicherung von LGBTIQ+-Menschen statt. Nach der Rainbow Map 2026 von ILGA-Europe liegt Italien nach vier Jahren unter der Regierung von Giorgia Meloni auf Platz 36 von 49 europäischen Ländern. 

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