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Rückgang bei queerer Gen-Z Deutschland wird demografisch älter, weniger queere Vielfalt

Von ms - 10.08.2026 - 13:30 Uhr
Rückgang bei queerer Gen-Z
Foto: iStock / Xavier Lorenzo
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Die Zahl junger Menschen in Deutschland bleibt auf historisch niedrigem Niveau. Gleichzeitig zeigt sich innerhalb dieser kleiner werdenden Altersgruppe eine hohe Bedeutung queerer und homosexueller Identitäten: Laut der aktuellen Ipsos-Studie definierten sich 22 Prozent der jungen Menschen in Deutschland als LGBTIQ+. Das Paradox: Genau jene Gruppe von Menschen schrumpft aber prozentual gesehen in der Bundesrepublik. 

Das Wichtigste im Überblick

  • In Deutschland waren Ende 2025 rund 8,3 Millionen Menschen zwischen 15 und 24 Jahre alt – zehn Prozent der Gesamtbevölkerung.
  • Davon sind statisch gesehen rund 1,8 Millionen LGBTIQ+. Laut der Ipsos-Studie definierten sich 22 Prozent der jungen Menschen als LGBTIQ+.
  • Der Anteil aller junger Menschen liegt damit weiterhin auf einem historisch niedrigen Niveau.
  • Bei Menschen mit Einwanderungsgeschichte ist der Anteil der 15- bis 24-Jährigen mit 12,2 Prozent höher als bei Menschen ohne Einwanderungsgeschichte mit 8,5 Prozent.
  • Regional ist die junge Altersgruppe vor allem in Bremen, Hamburg und Baden-Württemberg vergleichsweise stark vertreten.
  • Deutschland liegt beim Anteil der 15- bis 24-Jährigen unter dem EU-Durchschnitt.

1,8 Millionen junge LGBTIQ+-Menschen

Die Angaben zur Altersstruktur stammen vom Statistischen Bundesamt (Destatis), das sie zum Internationalen Tag der Jugend am 12. August 2026 veröffentlicht hat. Ende 2025 lebten demnach 8,3 Millionen Menschen im Alter von 15 bis 24 Jahren in Deutschland. Das entspricht zehn Prozent der Gesamtbevölkerung. Der Anteil der jungen Menschen liegt damit bereits seit Anfang der 2020er Jahre auf diesem historischen Tiefstand. Die demografische Entwicklung betrifft somit jene Generation, in der nach der Ipsos-Erhebung ein erheblicher Anteil sich selbst als lesbisch, schwul, bisexuell, trans*, intergeschlechtlich oder queer beziehungsweise als LGBTIQ+ versteht. Keine andere Generation definiert sich in so hohem Maß Mitglieder der Community. Statistisch gesehen gibt es daher rund 1,8 Millionen junger Menschen in der Bundesrepublik, die sich als LGBTIQ+ wahrnehmen. 

Queere Jugend in schrumpfender Generation

Die Kombination aus demografischem Rückgang und wachsender Sichtbarkeit queerer Identitäten prägt das Bild der jungen Generation. Während der Anteil der 15- bis 24-Jährigen an der Gesamtbevölkerung deutlich niedriger ist als früher, weist die jüngste Ipsos-Studie zugleich auf eine große LGBTIQ+-Community innerhalb dieser Altersgruppe hin. Historisch war der Anteil junger Menschen in der Vergangenheit in Deutschland deutlich größer. Seinen Höchststand erreichte er in der ersten Hälfte der 1980er Jahre. Damals gehörten die geburtenstarken Jahrgänge der Babyboomer zur jungen Bevölkerung. 1983 war auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik sogar jede sechste Person zwischen 15 und 24 Jahre alt. Der Anteil lag damals bei 16,7 Prozent.

Einwanderungsgeschichte im Fokus

Deutliche Unterschiede gibt es auch abhängig von der Einwanderungsgeschichte. Ohne Eingewanderte und ihre Nachkommen wäre der Anteil junger Menschen an der Gesamtbevölkerung noch niedriger. Bei Menschen ohne Einwanderungsgeschichte waren 2025 insgesamt 8,5 Prozent zwischen 15 und 24 Jahre alt. Bei Menschen mit Einwanderungsgeschichte lag der Anteil dagegen bei 12,2 Prozent. Als Menschen mit Einwanderungsgeschichte gelten laut dem Bundesamt Personen, die selbst oder deren beide Elternteile seit 1950 nach Deutschland eingewandert sind.

Der höhere Anteil junger Menschen innerhalb dieser Gruppe hängt nach Angaben des Statistischen Bundesamtes auch damit zusammen, dass bei dieser Betrachtung nur Einwanderungen seit 1950 berücksichtigt werden und die entsprechenden Nachkommen strukturell jünger sind. Bei den Nachkommen von zwei eingewanderten Elternteilen waren 20,4 Prozent zwischen 15 und 24 Jahre alt. Bei Menschen mit einem eingewanderten Elternteil lag der Anteil bei 20,0 Prozent. Unter den Eingewanderten selbst waren 9,5 Prozent in dieser Altersgruppe.

Unterschiede zwischen den Bundesländern

Auch innerhalb Deutschlands ist die Altersstruktur unterschiedlich. Überdurchschnittlich viele Menschen zwischen 15 und 24 Jahren lebten 2025 in Bremen. Dort machte die Altersgruppe 11,1 Prozent der Bevölkerung aus. In Hamburg waren es 10,5 Prozent und in Baden-Württemberg 10,4 Prozent. Unter dem Bundesdurchschnitt lagen dagegen Brandenburg mit 8,8 Prozent sowie Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt mit jeweils 9,1 Prozent. Damit zeigt sich auch bei der jungen Bevölkerung ein regionales Gefälle. Während einige Länder einen vergleichsweise hohen Anteil junger Menschen aufweisen, ist die Altersgruppe in mehreren ostdeutschen Ländern kleiner.

Deutschland unter dem EU-Durchschnitt

Auch im europäischen Vergleich gehört Deutschland nicht zu den Ländern mit einem besonders hohen Anteil junger Menschen. Nach Angaben der EU-Statistikbehörde Eurostat waren Anfang 2025 genau zehn Prozent der Bevölkerung in Deutschland zwischen 15 und 24 Jahre alt. Der EU-Durchschnitt lag mit 10,7 Prozent etwas höher. Den höchsten Anteil dieser Altersgruppe gab es in Irland mit 12,7 Prozent. Dahinter folgten Dänemark und die Niederlande mit jeweils 12,2 Prozent. Am niedrigsten war der Anteil in Malta mit 9,4 Prozent und Bulgarien mit 9,5 Prozent. Die demografische Entwicklung bedeutet damit: Deutschland hat im europäischen Vergleich eine relativ kleine junge Bevölkerung. Zugleich zeichnet sich diese Generation durch eine bemerkenswerte LGBTIQ+-Vielfalt aus.

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