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MGK spricht über alte Wunden Neue Sicht auf Männlichkeit beim US-Rapper

Von ms - 06.08.2026 - 14:00 Uhr
MGK spricht über alte Wunden
Foto: IMAGO / Avalon.red
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Der US-Musiker MGK hat über seine Erfahrungen mit Homophobie und seine Sicht auf die LGBTIQ+-Community gesprochen. Der Rapper und Sänger, der mit bürgerlichem Namen Colson Baker heißt, äußerte sich in einem Interview mit dem Content Creator und Musikmanager Carter Gregory.

Das Wichtigste im Überblick

  • MGK, bürgerlich Colson Baker, hat über seine Erfahrungen mit Homophobie in der Kindheit gesprochen.
  • Der Musiker berichtete, dass sein Vater ihn wegen seines Auftretens als "Schwuchtel" beleidigt habe.
  • In einem Gespräch mit Carter Gregory betonte MGK, dass sexuelle Orientierung für ihn keine Rolle spiele.
  • Der Künstler kritisierte nicht die Religion grundsätzlich, sondern die mit ihr verbundene Scham im Umgang mit Identität und Sexualität.
  • MGK wechselte nach seiner Rap-Karriere zunehmend in Richtung Rock und Pop-Punk.

Beschimpfung als "Schwuchtel"

Gregory berichtete in dem Gespräch von seinem eigenen Aufwachsen als schwuler Jugendlicher im Süden der USA. Er sei von Mitschülern mit dem homophoben Schimpfwort „Schwuchtel“ beleidigt worden und habe in seiner Jugend Schwierigkeiten gehabt, seine Identität anzunehmen. „Ich hätte mir gewünscht, als junger Mensch einen Freund wie dich gehabt zu haben“, sagte Gregory zu MGK. Der Musiker reagierte mit einer Aussage, die er als Ausdruck eines veränderten Verständnisses von Männlichkeit verstanden wissen will: „Es ist mir egal, welche sexuelle Orientierung du hast. Mich interessiert das Herz, mich interessiert die Seele. Die Aura kennt keine Orientierung.“

MGK verband diese Haltung mit seiner eigenen Familiengeschichte. Er erklärte, dass sein Vater ihn bereits als Kind mit demselben homophoben Schimpfwort verspottet habe – unter anderem wegen seiner Kleidung und seines Auftretens. Aufgewachsen sei er in einer baptistischen Familie im Süden der USA. Mit der Religion selbst habe er kein Problem, erklärte der Künstler. Belastend sei für ihn vielmehr die Scham gewesen, die in manchen Zusammenhängen mit Fragen zu Identität und sexueller Orientierung verbunden werde.

„Mein Vater nannte mich immer wieder schwul“, sagte MGK im Gespräch mit Carter Gregory. „Ich bin in einer christlichen Familie voller Hass aufgewachsen.“ Als Beispiel schilderte der Musiker eine Situation aus seiner Kindheit. Seine Mutter habe ihm ein Spielzeug-Küchenset geschenkt. Sein Vater habe daraufhin zu ihr gesagt: „Willst du, dass unser Sohn eine Schwuchtel wird?“ Mit zunehmendem Alter habe MGK erkannt, dass sein Vater kein Vorbild für ihn gewesen sei. „Er war jeden Tag betrunken und voller Pillen“, sagte er. Er selbst habe dagegen eigene Vorstellungen von seinem Leben gehabt und diese schließlich verfolgt.

Vom Rapper zum Pop-Punker

Colson Baker wurde 1990 in Houston geboren und wurde zunächst unter dem Künstlernamen Machine Gun Kelly bekannt. Er wuchs an verschiedenen Orten auf, verbrachte unter anderem eine Zeit in Ägypten und ließ sich später in Cleveland nieder. Seine musikalische Laufbahn begann im Rap. Später entwickelte er sich zunehmend in Richtung Rock und Pop-Punk und trug dazu bei, diese Genres wieder einem größeren Publikum näherzubringen. MGK ist Vater von zwei Töchtern. Von 2020 bis 2024 war er mit der Schauspielerin Megan Fox liiert. Am 8. August soll sein neues Album „Lost Americana“ erscheinen.

Gespräch mit LGBTIQ+-Engagement

Interviewpartner Carter Gregory arbeitet als Vizepräsident für A&R bei der Capitol Music Group. In dieser Funktion war er an der Entwicklung von Karrieren verschiedener Künstlerinnen und Künstler beteiligt, darunter Fletcher, Doechii und Duncan Laurence. Neben seiner Tätigkeit in der Musikbranche ist Gregory als Content Creator und Moderator des digitalen Formats „The Set List“ aktiv, in dem er Gespräche mit Musikern und weiteren Persönlichkeiten aus der Unterhaltungsindustrie führt. Gregory lebt offen schwul und setzt sich für mehr LGBTIQ+-Repräsentation im Showgeschäft ein. 

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