Emma Theater Osnabrück Virginia Woolfs „Orlando“ sprengt die Regeln der Zeit
Virginia Woolfs „Orlando“ sprengt seit einem Jahrhundert die Regeln von Zeit, Geschlecht und Erzählung. Am Theater Osnabrück wird der Roman nun zu einer musikalischen Reise, die seine Freiheit mit Humor und Leichtigkeit auf die Bühne bringt. Orlando beginnt sein Leben als junger Mann im elisabethanischen Zeitalter, wird von der Königin geadelt, liebt eine russische Prinzessin und arbeitet später als Botschafter in Konstantinopel. Nach einer ausschweifenden Nacht erwacht Orlando als Frau und zieht, ewig jung, weiter durch die Jahrhunderte.
Sascha Maria Icks übernimmt dabei zugleich Erzählen, Spielen und Singen. Gemeinsam mit Musiker Jan-Sebastian Weichsel folgt sie einer Figur, die sich jeder eindeutigen Zuordnung entzieht. Judith Jungks Inszenierung nimmt Woolfs frühen feministischen Entwurf ebenso ernst wie dessen Witz, Bilderreichtum und Lust am Wandel. So entsteht ein Theaterabend über Identität als Bewegung: offen, poetisch und gegenwärtig, getragen von Musik und einer Darstellerin, die zwischen Epochen, Rollen und Erwartungen souverän ihre eigene Wahrheit sucht.
29.08.2026, 19:30 Uhr, emma-theater, Osnabrück