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Queere Bildung im Fokus Berliner Spitzenkandidaten: Streit über Ursachen von Gewalt

Von ms - 17.07.2026 - 09:30 Uhr
Queere Bildung im Fokus
Foto: IMAGO / snapshot
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Mehr queere Inhalte in der Ausbildung von Lehrkräften und ein entschlosseneres Vorgehen gegen Queerfeindlichkeit haben bei der ersten Queeren Wahlarena zur Berliner Abgeordnetenhauswahl im Mittelpunkt gestanden. CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers und SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach warben am Donnerstagabend dafür, queersensible Themen künftig fest in der Lehrkräfteausbildung zu verankern. 

Das Wichtigste im Überblick

  • CDU und SPD sprechen sich für mehr queere Inhalte in der Berliner Lehrkräfteausbildung aus.
  • Queersensible Themen sollen nach dem Willen der Spitzenkandidaten dauerhaft im Curriculum verankert werden.
  • Einig waren sich die Teilnehmer, dass queerfeindliche Gewalt in Berlin zunimmt.
  • Zwischen CDU und Grünen entbrannte Streit über die Ursachen der Gewalt.
  • Linke und Grüne fordern mehr Unterstützung für queere Projekte und Schutzräume.

Queere Themen in der Schule 

„Die Lehrer müssen es verstehen, damit sie es in der richtigen Art und Weise weitergeben können“, sagte Evers. Krach erklärte, queere Inhalte müssten „sich flächendeckend in der Lehrerausbildung spiegeln“. Bereits ab der ersten Klasse müsse vermittelt werden, dass in einer offenen Gesellschaft kein Platz für Queerfeindlichkeit sei, sagte Krach. An der Diskussion nahmen neben Evers und Krach auch die Co-Spitzenkandidatin der Grünen, Bettina Jarasch, sowie der Landesvorsitzende der Linken, Maximilian Schirmer, teil. Thema waren zentrale Anliegen der queeren Community in Berlin. 

Ursachen von Anti-LGBTIQ+-Gewalt

Einig waren sich alle Teilnehmer darüber, dass queerfeindliche Gewalt in Berlin ein wachsendes Problem darstellt. Uneinigkeit bestand allerdings mit Blick auf die Ursachen. Zwischen Jarasch und Evers entwickelte sich dazu ein kontroverser Schlagabtausch. Jarasch warf dem CDU-Spitzenkandidaten vor, dass für ihn die „erste und einzige Antwort immer der religiöse Fundamentalismus“ sei. Gleichzeitig blende er die Gefahren aus, die von Rechtsextremen ausgingen. Gerade in den Berliner Außenbezirken sei es für queere Jugendliche gefährlich, offen ihre Identität zu zeigen. Evers entgegnete, er schildere lediglich seine persönlichen Erfahrungen als offen schwuler Mann. Er fühle sich beispielsweise auf der Sonnenallee oder im Nollendorfkiez unsicher.  Auf die Kritik Jaraschs erwiderte Evers: „Ob Rechtsextremisten oder Islamisten, ich will mit dem einen oder dem anderen nichts, aber auch gar nichts zu tun haben.“

Mehr Geld und ein Notfallfonds 

Jarasch sprach sich zudem für weitere Maßnahmen gegen Queerfeindlichkeit aus. Nach ihrer Ansicht bestehe nicht nur an Schulen, sondern auch bei Polizei und Justiz weiterer Handlungsbedarf. Außerdem müsse ausreichend Geld für Projekte gegen homophobe Gewalt bereitgestellt werden. Der schwarz-rote Senat habe genau an diesen Stellen sogar willkürlich gekürzt.

Der Landesvorsitzende der Linken, Maximilian Schirmer, forderte unterdessen Notfallfonds für bedrohte Schutzräume der queeren Community. Solche Orte ließen sich nur schwer ersetzen, wenn sie einmal verschwänden. Zudem müsse die Politik darauf achten, keine Entscheidungen über die Köpfe queerer Menschen hinweg zu treffen. Die Community müsse selbstbestimmt über ihre Belange entscheiden können. In seinem Schlusswort kündigte Krach an, sich dafür einsetzen zu wollen, dass Berlin auch in der kommenden Legislaturperiode weiterhin eine oder einen Queer-Beauftragten hat.

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