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Brandanschlag in Cottbus Ermittlungen wegen versuchten Mordes

Von ms - 03.07.2026 - 08:00 Uhr
Brandanschlag in Cottbus
Foto: Instagram / zelle79_cb
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Nach einem Brandanschlag auf das alternative Wohnprojekt „Zelle 79“ in Cottbus ermittelt die Polizei wegen des Verdachts des versuchten Mordes. In der Nacht zum Donnerstag sollen Unbekannte mehrere Flaschen mit brennbaren Flüssigkeiten gegen die Fassade des Gebäudes geworfen haben. Ein kleiner Brand konnte gelöscht werden. Verletzt wurde niemand. Auslöser könnte ein Statement für die queere Community sowie eine Regenbogenflagge an der Hausfassade gewesen sein.

Das Wichtigste im Überblick

  • Unbekannte werfen in der Nacht Brandsätze auf das Wohnprojekt „Zelle 79“ in Cottbus.
  • Mehrere Menschen befanden sich während der Tat im Gebäude, verletzt wurde niemand.
  • Die Polizei ermittelt wegen versuchten Mordes und vermutet ein rechtsextremes Motiv.
  • Wohnprojekte solidarisierte sich während den CSD-Wochen mit Regenbogenflagge an der Hausfassade 
  • Bewohner und Landespolitiker verurteilen die Tat scharf.

Gezielter Brandanschlag

 Nach Angaben der Ermittler hielten sich zum Zeitpunkt der Tat Menschen im Haus auf, die schliefen. Deshalb wird nun wegen versuchten Mordes ermittelt. Nach Einschätzung der Polizei stammen die beiden Tatverdächtigen aus der rechtsextremen Szene. Der Staatsschutz und die Mordkommission haben eine gemeinsame Ermittlungsgruppe eingerichtet. Zudem wurde der Schutz des Wohnprojekts verstärkt. Einer der Bewohner, Fabi Buchholz, schilderte den Vorfall auf Instagram. „Ich schlief bereits fest, als mich ein Knall weckte. In Sekunden war ich am Fenster. Dort rief ich den zwei Angreifern zu, sie sollten verschwinden, und habe die Kamera auf sie gerichtet. Sie schrien zurück, dass wir herunterkommen sollen. Danach und damit im vollen Wissen darüber, dass Menschen im Haus sind, haben sie die Brandsätze geworfen.“

Hass-Aktion während CSD-Wochen

Den bisherigen Ermittlungen zufolge sollen die beiden Verdächtigen zwischen 15 und 20 Jahre alt und schwarz gekleidet gewesen sein. Einer der beiden soll eine Tätowierung am linken Unterarm sowie eine schwarz-weiß-rote Sturmhaube getragen haben. Der zweite habe ein Langarm-Shirt mit weißem Aufdruck auf der Brust getragen. Der Anschlag fiel in die Zeit der Christopher-Street-Day-Aktionswochen in Cottbus. An dem Wohnprojekt waren nach Angaben der Bewohner ein CSD-Plakat sowie eine Regenbogenflagge angebracht. 

Lukas Pellio, Sprecher der Initiative Sichere Orte, erklärte: „Dieser Brandanschlag ist ein Angriff auf queeres Leben in Cottbus. Es wird wieder einmal deutlich, mit welchem Selbstbewusstsein und mit welcher Skrupellosigkeit die rechte Szene in Cottbus agiert.“ Cottbus gilt als Schwerpunkt rechter Gewalt in Brandenburg. Bereits im Frühjahr waren ein antisemitischer Schriftzug und ein schwarzes Hakenkreuz an die Synagoge geschmiert worden. Zudem war in den Flur eines weiteren alternativen Wohnprojekts eine Leuchtfackel geworfen worden.

Mehrfach Ziel von Anschlägen 

Auch das Wohnprojekt „Zelle 79“ war im vergangenen Jahr bereits mehrfach Ziel mutmaßlicher Angriffe. Nach Angaben der Bewohner sei kurz vor Silvester versucht worden, die Eingangstür mit einem Böller aufzusprengen. Bei einem weiteren Vorfall sei das Gebäude mit Fackeln angegriffen worden. Die Täter hätten sich damals als „Adolf Hitler Hooligans“ bezeichnet. Für die Bewohner machte Fabi Buchholz deutlich: „Wir bleiben hier und wenden uns sichtbar und stark gegen rechte Einschüchterungsversuche.“

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) und Innenminister Jan Redmann (CDU) verurteilten die mutmaßlich rechtsextremen Gewalttaten. Woidke erklärte, die jüngsten Ereignisse in Cottbus machten ihn „fassungslos und entsetzt“. Die Landesregierung werde „weiterhin klare Kante gegen rechte Gewalt zeigen“. Solche Taten müssten mit aller Härte bestraft werden. Redmann erklärte, wer Molotow-Cocktails werfe, nehme Opfer in Kauf.

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