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Eichners schwules Filmerwachen Eltern unterstützten Coming-Out und lebten Selbsverständlichkeit vor

Von ms - 01.07.2026 - 15:30 Uhr
Billy Eichners schwuler Filmklassiker
Foto: IMAGO / Avalon.red
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US-Schauspieler und Comedian Billy Eichner (47, „Bros“) hat jetzt erzählt, wie sehr ihn der schwule Filmklassiker „Mein wunderbarer Waschsalon“ geprägt hat. In der Video-Reihe „Criterion Closet“, in der prominente Filmschaffende ihre Lieblingsfilme aus dem Archiv des Filmverleihs Criterion vorstellen, sprach der 47-Jährige über Werke, die ihn persönlich und künstlerisch beeinflusst haben.

Das Wichtigste im Überblick

  • Billy Eichner spricht in der Reihe „Criterion Closet“ über seine Lieblingsfilme.
  • Besonders prägend war für ihn der schwule Filmklassiker „Mein wunderbarer Waschsalon“.
  • Der Schauspieler erinnert sich, den Film im Alter von acht Jahren gemeinsam mit seinen Eltern gesehen zu haben.
  • Eichner sagt, seine Eltern hätten ihn immer unterstützt und ihm dadurch Selbstvertrauen gegeben.
  • Neben dem Filmklassiker würdigt er unter anderem auch Barbra Streisand und Cher.

Filmklassiker prägte seine Kindheit

Zu Beginn greift Eichner zur DVD der Dustin-Hoffman-Komödie „Tootsie“ aus dem Jahr 1982. Besonders die Filmmusik habe es ihm angetan. Die Titelmelodie höre er bis heute, wenn er durch New York laufe. Dabei stelle er sich vor, dieselbe selbstbewusste Ausstrahlung wie Hoffmans Drag-Figur zu besitzen. „Los, Tootsie, los!“, sagte Eichner. Außerdem nennt er „Mondsüchtig“, „Metropolitan“, „König der Fischer“ und „Herr der Gezeiten“ als Filme, die ihm viel bedeuten. Über „Mondsüchtig“ und Hauptdarstellerin Cher sagte Eichner: „Ein Film, der mich dazu gebracht hat, mich in Filme zu verlieben … Und verdammt noch mal, warum spielt Cher eigentlich nicht mehr? Das macht mich wirklich wütend.“ Auch Barbra Streisand hob er hervor. „Barbra war für mich immer wie ein Polarstern – und ich glaube, für alle Menschen, die irgendwie unkonventionell sind und es im Showgeschäft schaffen wollen. Denn sie war zu Beginn ihrer Karriere der Inbegriff des Unkonventionellen und hatte auf jede erdenkliche Weise Erfolg.“

Meilenstein des schwulen Kinos

Den größten Eindruck habe jedoch „Mein wunderbarer Waschsalon“ aus dem Jahr 1985 hinterlassen. Der Film von Regisseur Stephen Frears erzählt die Geschichte des Briten pakistanischer Herkunft Omar, gespielt von Gordon Warnecke, und seines früheren Schulkameraden Johnny, dargestellt von Daniel Day-Lewis. Während beide gemeinsam einen heruntergekommenen Waschsalon wieder aufbauen, entwickelt sich zwischen ihnen eine Liebesbeziehung. Der Film erhielt eine Oscar-Nominierung für das beste Originaldrehbuch und gilt als Meilenstein des schwulen Kinos. „Damals war ich acht Jahre alt, und meine Tante sagte: 'Du solltest Mein wunderbarer Waschsalon sehen'“, erinnerte sich Eichner.

Der Film sei gut besprochen worden und sogar für einen Oscar nominiert gewesen. „Es war also kein unbekannter Film, aber definitiv ein Arthouse-Film und einer der wenigen schwulen Filme, die damals so viel Aufmerksamkeit bekamen.“ Besonders bewegend sei für ihn die Reaktion seiner Eltern gewesen. „Meine Eltern, Jay und Debbie Eichner, haben alles unterstützt, was ich machen wollte. Sie erlaubten mir, sehr erwachsene Dinge anzusehen – und ich meine damit natürlich keine Pornografie, sondern anspruchsvolle Filme über Erwachsene, die nicht unbedingt für Kinder gedacht waren.“

Eichner erinnerte sich an einen Samstagnachmittag im Jahr 1986, als er seinen Vater bat, den Film auszuleihen. „Ich sagte an einem Samstagnachmittag 1986 zu meinem Vater: 'Ich möchte Mein wunderbarer Waschsalon sehen.' Also gingen wir zu unserer Videothek um die Ecke, Video Joe in Queens, liehen den Film auf VHS aus – ungefähr zur selben Zeit, als wir den Gewinn der World Series 1986 durch die New York Mets feierten, weil sie ganz in der Nähe unserer Wohnung spielten – und wir schauten diesen schwulen Film und liebten ihn.“

Viel Unterstützung der Eltern

Vor allem der selbstverständliche Umgang seines Vaters mit dem Film sei ihm bis heute in Erinnerung geblieben. „Mein Vater behandelte ihn wie jeden anderen Film auch. Es gab kein besonderes Gespräch darüber. Es gab überhaupt keine Unsicherheit.“ Mit Blick auf seine Autobiografie erklärte Eichner: „Ich möchte hier zwar nicht schamlos Werbung für mein Buch machen, aber ich habe es geschrieben, weil es eine Hommage an meine Eltern ist. Sie haben mich immer, immer, immer ich selbst sein lassen. Das hat mir als schwulem Kind, das erwachsen wurde, ein Selbstvertrauen und einen Selbstrespekt gegeben, den ich jedem schwulen Kind wünsche. Und dazu gehörte auch, dass sie mich mit Filmen wie diesem in Berührung gebracht und ihn behandelt haben wie jeden anderen Film. Ich freue mich so sehr, dass er hier vertreten ist, denn er hat mein Leben wirklich geprägt.“

Unter dem Video äußerten sich zahlreiche Nutzerinnen und Nutzer anerkennend über Eichners Eltern. „Seine Eltern sind großartig!“, schrieb ein Nutzer. Andere freuten sich darüber, dass Eichner den Film so deutlich hervorhob. „Mein wunderbarer Waschsalon ist ein großartiger Film. Viel zu wenige Menschen kennen ihn. Ich freue mich sehr, dass er darüber gesprochen hat“, lautete ein weiterer vielfach zustimmend bewerteter Kommentar. Das von Eichner erwähnte Buch trägt den Titel „Billy on Billy: An Audio Memoir“. Die rund zwölfstündige Autobiografie wird von ihm selbst eingesprochen und ist ausschließlich als Hörbuch erhältlich.

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