Direkt zum Inhalt
Urteil wegen Mordes
ANZEIGE

Urteil wegen Mordes Messerattacke in WG in Osnabrück endet mit hoher Haftstrafe

ms - 26.06.2026 - 08:00 Uhr
Loading audio player...

Das Landgericht Osnabrück hat einen 34-Jährigen Mann wegen Mordes an seinem homosexuellen Mitbewohner zu einer Haftstrafe von zwölf Jahren und zwei Monaten verurteilt. Nach Überzeugung des Gerichts tötete der Mann den Mitbewohner wegen dessen sexueller Orientierung.

Das Wichtigste im Überblick

  • Landgericht Osnabrück verurteilt 34-Jährigen wegen Mordes zu zwölf Jahren und zwei Monaten Haft.
  • Gericht sieht Hass auf Homosexuelle als Motiv für die tödliche Messerattacke.
  • Sachverständiger diagnostiziert beim Angeklagten eine psychische Störung und spricht von Schizophrenie.
  • Staatsanwaltschaft hatte eine lebenslange Freiheitsstrafe gefordert.
  • Dem Mord waren mehrere Streitigkeiten zwischen den Mitbewohnern vorausgegangen.

Hass auf Homosexuelle 

Der vorsitzende Richter erklärte im Urteil, der 34-Jährige habe seinen Mitbewohner mit voller Absicht angegriffen und ihm ein Messer in die Brust gestoßen. Die Verteidigung hatte auf Notwehr plädiert. Für die Richter stand dagegen fest, dass der Angeklagte aus Hass gegenüber Homosexuellen gehandelt habe. Er betrachte deren Leben als minderwertig. Das sei durch seinen Glauben begründet. Der Angeklagte zitierte im Prozess mehrfach aus dem Alten Testament. Am Tag der Urteilsverkündung sagte er, er sei „geleitet durch das Wort Gottes“. Dabei trug er einen Gebetsschal. Zuvor hatte er auch bereits die Bibel bemüht, gegenüber dem späteren Opfer und seinem ehemaligen Partner hatte er erklärt: „Ich werde euch säubern.“

Fanatische Flucht ins Religiöse 

Ein Sachverständiger hatte den Prozess begleitet und den psychischen Zustand des Angeklagten beurteilt. Er geht von einer psychischen Störung aus und sprach von Schizophrenie. Die fanatische Flucht in die Religion deute darauf hin. Der Mann habe sich vollständig von Familie und Freunden isoliert. Nach Einschätzung des Sachverständigen fiel die Strafe deshalb mit zwölf Jahren Haft milder aus. Die Staatsanwaltschaft hatte eine lebenslange Freiheitsstrafe gefordert.

Im Prozess ging es auch um den Ablauf der Eskalation in der Wohngemeinschaft. Laut Anklage hatten der 34-Jährige und sein Mitbewohner mehrfach gestritten. Nach einem ersten Streit kaufte sich der Angeklagte ein Klappmesser. Bei einer weiteren Auseinandersetzung soll er das Messer gezogen und seinen Mitbewohner mehrfach mit dem Tod bedroht haben. Einen Tag später kam es zu der tödlichen Messerattacke, der Verurteilte hatte das Messer mehrfach in die Brust des Opfer gerammt und anschließend den Notruf alarmiert. Der 44-Jährige wurde mit dem Notarzt ins Krankenhaus gebracht, erlag dort jedoch kurz darauf seinen schweren Verletzungen.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Kürzungen bei Lambda

Regierung begründet Entscheidung

Der Förderstopp des queeren Jugendnetzwerks Lambda sorgt weiter für scharfe Kritik, jetzt begründete die Bundesregierung diesen Schritt.
Die Jugend altert schneller

Studie über queere Gen-Z

Eine neue Studie deutet darauf hin, dass beschleunigtes biologisches Altern das steigende Krebsrisiko bei jüngeren Menschen mit erklären könnte.
Attacke von Hunter Biden

Debatte um homophobe Heuchelei

Hunter Biden wirft führenden Republikanern vor, ihre Homosexualität zu verbergen und daraus Hass gegen Minderheiten abzuleiten.
Grindr wächst weiter

Viel Kritik ohne Folgen

Trotz anhaltender Kritik gewinnt Grindr weiter zahlende Nutzer – und baut seine Marktführerschaft im Dating für schwule Männer 2026 deutlich aus.
Flucht aus Nigeria

Leben in ständiger Angst

Ein 17-jähriger Schwuler aus Nigeria hofft auf Flucht – weil ihm in seiner Heimat wegen seiner sexuellen Orientierung Haft, Gewalt oder sogar der Tod drohen.
Nachbarschaftskrieg in Florida

Sieben Jahre Haft für Angreifer

Nach wiederholten queerfeindlichen Belästigungen schoss ein Mann in Florida seinen trans* Nachbarn nieder und muss nun sieben Jahre ins Gefängnis.
Neue Angriffe auf DJ Butch

Attacke von Linksextremisten

Nach dem Abbruch eines Auftritts von DJ Barbara Butch in Grenoble wächst die Kritik an der Aktion von linksextremen Aktivisten.
Ein Jahr ohne Helpline

LGBTIQ+-Jugendliche in den USA

Ein Jahr nach dem Ende der US-Krisenhilfe für LGBTIQ-Jugendliche bleibt die Zukunft des Angebots unklar – Experten warnen vor Risiken.
Flucht vor Putins Armee

Homosexuelle Russen in Angst

Russische Deserteure und homosexuelle Menschen fürchten bei einer Rückkehr Verfolgung. Deutschland bietet dabei derzeit nur begrenzten Schutz.