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Qween Jean gewinnt Tony Award Kostümdesignerin schreibt queere Broadway-Geschichte

Von ms - 09.06.2026 - 13:30 Uhr
Qween Jean gewinnt Tony Award
Foto: IMAGO / MediaPunch
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Mit ihrem Tony Award für das Musical „Cats: The Jellicle Ball“ ist Kostümdesignerin Qween Jean als erste offen transgeschlechtliche Person in die Geschichte der renommierten Theaterpreise eingegangen. Sie ist damit die erste trans* Person, der diese Ehre zuteilwird. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Qween Jean ist die erste offene trans* Person, die einen Tony Award gewonnen hat.
  • Die Kostümdesignerin wurde für ihre Arbeit an „Cats: The Jellicle Ball“ ausgezeichnet.
  • In ihrer ersten Broadway-Saison war sie gleich für zwei Tony Awards nominiert.
  • Für die Produktion entwarf sie rund 500 Kostüme.
  • Einige Entwürfe würdigen trans* Aktivistinnen wie Marsha P. Johnson, Sylvia Rivera und Miss Major Griffin-Gracy.
  • In ihrer Dankesrede betonte Jean die Bedeutung queerer und trans* Sichtbarkeit.
  • Die Designerin sieht ihre Arbeit als Ausdruck der Geschichte, Kreativität und Widerstandskraft ihrer Community.

„Monumentaler“ Sieg

Für Jean war es die erste Broadway-Saison überhaupt. Dabei war sie gleich mit zwei Produktionen für die renommierten Theaterpreise nominiert. Neben „Cats: The Jellicle Ball“ wurde auch ihre Arbeit für das Stück „Liberation“ berücksichtigt. Die Nominierungen erfolgten in den Kategorien „Best Costume Design of a Musical“ und „Best Costume Design of a Play“. Den Preis gewann sie schließlich für „Cats: The Jellicle Ball“, eine queere Ballroom-Neuinterpretation des Musicals von Andrew Lloyd Webber.

Für die Produktion entwarf Jean nach eigenen Angaben rund 500 Kostüme. Mehrere Designs enthielten Verweise auf bedeutende Persönlichkeiten der trans* Geschichte und queeren Bürgerrechtsbewegung, darunter Marsha P. Johnson, Sylvia Rivera und Miss Major Griffin-Gracy. Bei der Verleihung der Tony Awards am vergangenen Sonntag bezeichnete Jean ihre Arbeit an dem Musical als „monumental“.

„Wir sind hier für das Vermächtnis queerer Menschen, trans* Menschen. Wir nehmen Raum ein, in Wellen. Wir müssen Raum einnehmen, wir müssen das Paradigma verändern“, sagte sie in ihrer Dankesrede. Weiter erklärte die Designerin: „Ich möchte Ihnen allen für diese unglaubliche Ehre danken. Die Welt kämpft derzeit mit sehr, sehr vielen Problemen, und wir wissen, dass wir als Gesellschaft, wenn wir zusammenkommen, echte und dauerhafte Veränderungen bewirken können. Vielen Dank für diese Auszeichnung.“

Ballroom-Kultur und die Community

In einem Interview mit dem Magazin Vulture sprach Jean über ihre intensive Beschäftigung mit der Geschichte der Ballroom-Kultur und schwarzer queerer Communitys. Sie habe dafür unter anderem das Schomburg Center for Research in Black Culture sowie die New York Picture Collection genutzt. „Als junger Schwarzer queerer Mensch wollte ich immer wissen, wo wir in der Vergangenheit standen. Ich habe mich mit Marsha P. Johnson, Pepper LaBeija und Ava Pendavis beschäftigt und mehr über die Lebensrealitäten und Bedingungen dieser Künstlerinnen und Künstler erfahren.“

Die Arbeit an dem Musical habe ihr die Möglichkeit gegeben, dieses Erbe sichtbar zu machen. „Dieses Musical hat uns ermöglicht, nicht nur Tribut zu zollen, sondern auch tiefe Dankbarkeit auszudrücken. Wir sind Vertreter dieses Vermächtnisses, und ich fühle mich zutiefst geehrt.“ Zugleich betonte Jean, dass sie mit ihren Entwürfen die Kreativität und Schönheit ihrer Community sichtbar machen wolle. „Meine Community hat mich gerettet. Sie haben mich gesehen, bevor ich mich selbst gesehen habe. Ich habe meine Transition hier vor all diesen Menschen durchlebt. Ich möchte, dass meine Künstler und Mitwirkenden, wenn sie etwas anziehen, sich echt fühlen. Sie sehen gut aus. Sie fühlen sich gut.“

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