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Gay Walking Speed Forscher sehen Gesundheitsvorteile bei schnellem Gehen

Von ms - 04.06.2026 - 15:30 Uhr
Gay Walking Speed
Foto: iStock / Dragos Cojocari
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Der eher scherzhaft verwendete Begriff „Gay Walking Speed“ basiert auf einem seit Jahren verbreiteten Klischee, wonach schwule Männer schneller gehen als heterosexuelle Männer. Unabhängig davon, ob dieses Stereotyp zutrifft, weisen Experten darauf hin, dass ein höheres Gehtempo tatsächlich mit gesundheitlichen Vorteilen verbunden sein kann.

Das Wichtigste im Überblick

  • Der Begriff „Gay Walking Speed“ beschreibt ein verbreitetes Klischee, wonach schwule Männer schneller gehen als heterosexuelle Männer.
  • Experten betonen, dass vor allem das Gehtempo gesundheitliche Vorteile bringen kann.
  • Bereits zwischen 4.400 und 7.500 Schritten täglich lassen sich laut Studien positive Effekte beobachten.
  • Zügiges Gehen stärkt Herz, Lunge und Muskulatur stärker als langsames Gehen.
  • Eine britische Studie deutet darauf hin, dass ein schnelleres Gehtempo mit einem biologisch jüngeren Alter verbunden sein kann.
  • Wissenschaftliche Belege dafür, dass schwule Männer grundsätzlich schneller gehen, gibt es bislang nicht.

Tempo wichtiger als die Schrittzahl

Während häufig empfohlen wird, täglich 10.000 Schritte zu gehen, deuten aktuelle Forschungsergebnisse darauf hin, dass die Geschwindigkeit des Gehens möglicherweise eine größere Rolle spielt als die reine Anzahl der Schritte. Die Sportmedizinerin Tetiana Tereshchenko von WalkFit erklärte dazu: „Viele Menschen glauben, dass sie jeden Tag 10.000 Schritte erreichen müssen, um ihre Gesundheit zu verbessern. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse legen jedoch nahe, dass die Vorteile bereits deutlich früher einsetzen.“ Nach ihren Angaben zeigen Studien, „dass zwischen etwa 4.400 und 7.500 Schritten pro Tag spürbare Verbesserungen zu beobachten sind. Danach flacht der zusätzliche Nutzen ab.“

Jünger durch schnelles Gehen?

Tereshchenko verweist darauf, dass ein höheres Tempo den Körper stärker fordert: „Zügiges Gehen fordert Herz, Lunge und Muskulatur stärker als langsames Gehen. Schon kurze Phasen mit höherem Tempo können die Herz-Kreislauf-Fitness und die allgemeine Gesundheit unterstützen.“ Auch frühere Forschungsergebnisse deuten auf positive Effekte hin. Eine Studie mit mehr als 400.000 Erwachsenen im Vereinigten Königreich kam zu dem Ergebnis, dass ein schnelleres Gehtempo im mittleren Lebensalter mit einem biologischen Alter verbunden sein kann, das bis zu 16 Jahre jünger ist.

Kleine Veränderungen, große Wirkung

Gehverhaltens-Coach Ludgina Dieujuste sieht in der Debatte um den sogenannten „Gay Speed“ einen Hinweis auf die Bedeutung des Gehtempos. „Der Ausdruck ‚Gay Speed‘ ist zwar humorvoll gemeint, spiegelt aber etwas wider, das wir auch in der Gesundheitsforschung beobachten: Das Gehtempo kann eine wichtige Rolle für die positiven Effekte von Bewegung spielen.“ Besonders relevant sei dies für Menschen mittleren Alters. „Zügiges Gehen kann insbesondere für Menschen im mittleren Lebensalter zwischen 40 und 69 Jahren von Bedeutung sein. In dieser Lebensphase nehmen Stressbelastung, erste Verlangsamungen des Stoffwechsels und andere gesundheitliche Risiken häufig zu, während die allgemeine körperliche Aktivität oft abnimmt.“

Klischee ohne wissenschaftlichen Nachweis

Der Begriff „Gay Walking Speed“ hat sich vor allem in sozialen Netzwerken und der Popkultur als humorvolle Beschreibung eines vermeintlich besonders schnellen Gehtempos schwuler Männer etabliert. Wissenschaftliche Belege dafür, dass homosexuelle Männer grundsätzlich schneller gehen als andere Menschen, liegen bislang jedoch nicht vor. Die Experten betonen stattdessen, dass die gesundheitlichen Vorteile eines zügigen Gehtempos grundsätzlich für alle Menschen gelten – unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung.

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