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Schock in Brooklyn
Foto: Instagram / euphoric_intentions / Eryka Caldwell
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Schock in Brooklyn Verlobter soll seine trans* Freundin in Notwehr ermordet haben

ms - 20.05.2026 - 14:30 Uhr
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Nach dem gewaltsamen Tod der 41-jährigen trans* Frau Eryka Caldwell in New York hat die Verteidigung des angeklagten Jonathan Fernandez erstmals eine Notwehrversion präsentiert. Der 38-Jährige soll seine Verlobte am Sonntagmorgen in ihrer Wohnung im Stadtteil Bushwick in Brooklyn tödlich mit einem Messer attackiert haben.

Das Wichtigste im Überblick

  • In Brooklyn ist eine 41-jährige trans* Frau tödlich verletzt worden
  • Ihr Verlobter Jonathan Fernandez wurde wegen Mordes angeklagt
  • Die Verteidigung spricht inzwischen von Notwehr
  • Laut Polizei hatte es zuvor bereits Einsätze wegen häuslicher Gewalt gegeben
  • Menschenrechtsorganisationen weisen auf hohe Gewaltzahlen gegen trans* Menschen hin

Grausame Beziehungstat 

Wie US-Medien berichten, hatte Caldwell kurz vor der Tat offenbar versucht, Fernandez aus der gemeinsamen Wohnung zu werfen. Am Sonntagmorgen setzte sie per SMS einen Notruf ab. Als Polizeikräfte gegen 8.50 Uhr an der Wohnung eintrafen, sollen sie Caldwell schreien gehört haben: „Helft mir, er sticht auf mich ein!“ Die Einsatzkräfte verschafften sich Zugang zur Wohnung, indem sie ein Klimagerät aus dem Fenster drückten und durch das Fenster einstiegen. Dort fanden sie Caldwell mit mehreren Stichverletzungen und durchgeschnittener Kehle vor. Fernandez soll laut Berichten auf einem Sofa gesessen haben, während sich ihr blutüberströmter Körper zu seinen Füßen befand.

Die Polizei erklärte, dass es bereits zuvor Einsätze wegen häuslicher Streitigkeiten zwischen dem Paar gegeben habe. Fernandez wurde wegen Mordes zweiten Grades sowie unerlaubten Waffenbesitzes angeklagt. Er sitzt derzeit ohne Möglichkeit auf Freilassung gegen Kaution im Gefängnis auf Rikers Island. Laut Ermittlungsquellen war Fernandez bereits seit 2015 mehrfach wegen Raub, Einbruch und Leistungserschleichung festgenommen worden. Zudem soll er Caldwell bereits im Jahr 2024 körperlich angegriffen haben.

Liebespaar seit 2022 

Bei der Gerichtsanhörung am Montag erklärte der Anwalt des Angeklagten, Caldwell habe zuerst mit einem Messer auf Fernandez eingeschlagen. Dieser habe sich daraufhin mit einem Messer verteidigt. Die Verteidigung beantragte zudem eine psychiatrische Untersuchung des 38-Jährigen. An Weihnachten 2022 hatte Caldwell öffentlich gemacht, dass sie und Fernandez verlobt seien. In einem Geburtstagsbeitrag aus demselben Jahr schrieb sie über ihn: „Abgesehen von meinem Vater ist er einer der wenigen Männer, die mich bedingungslos liebt! Er ist kein perfekter Mann, aber zeigt mir einen, der perfekt ist!“ Weiter schrieb Caldwell: „Er ist einer der selbstlosesten, sensibelsten und großzügigsten Menschen, die ich kenne! Danke, Baby, dass du mich bedingungslos liebst, obwohl ich älter werde!“

Caldwells Schwester Contessa sagte der New York Post: „Sie versuchte, in jedem Menschen das Gute zu finden. Selbst wenn jemand nur ein Monster oder böse war, versuchte sie noch das kleinste Gute in dieser Person zu finden.“ Weiter erklärte sie: „Und dieses Mal gab es einfach nichts Gutes mehr für sie zu finden oder zu reparieren.“

Mehrere Fälle von häuslicher Gewalt 

Nach Angaben der Schwester war die Polizei bereits mindestens zweimal wegen häuslicher Gewalt bei dem Paar im Einsatz gewesen. Caldwell sei zeitweise in ein Schutzhaus gebracht worden, Fernandez jedoch nie wegen der mutmaßlichen Übergriffe inhaftiert worden. „Wenn es um ihre Beziehungen ging – wenn sie missbräuchlich waren oder ähnliches –, dann ließ sie mich das nicht wissen“, sagte ihre Schwester. „Ich wünschte einfach, sie hätte um Hilfe gebeten oder jemandem zumindest verschlüsselt gesagt, was los war.“

Caldwell war mit 18 Jahren aus Kentucky nach New York City gezogen und hatte erst seit März in der Wohnung gelebt, in der sie nun getötet wurde. Erst wenige Wochen zuvor hatte sie ihren 41. Geburtstag gefeiert. In sozialen Netzwerken gedachte sie zuletzt mehrfach ihrer Mutter, die 2023 gestorben war. Zudem hatte Caldwell Anfang 2023 ihren Bachelor-Abschluss an der Bellevue University bekanntgegeben.

Unter ihren Instagram-Beiträgen äußerten zahlreiche Menschen Trauer und Anteilnahme. Eine Person schrieb: „Du warst wirklich ein Segen! Deine Seele war wunderschön und dein Licht strahlend.“ Menschenrechtsorganisationen weisen seit Jahren auf die hohe Gewaltbetroffenheit transgeschlechtlicher Menschen hin. Nach Angaben der Human Rights Campaign haben rund 54 Prozent aller trans*- und nicht-binären Menschen in ihrem Leben Partnerschaftsgewalt erlebt. 

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