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Manosphere an Schulen Extreme Männlichkeitsbilder fördern queerfeindliche Ansichten

Von ms - 18.05.2026 - 14:00 Uhr
Manosphere an Schulen
Foto: iStock / MRBIG_PHOTOGRAPHY
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An niederländischen Schulen beobachten Lehrkräfte laut einer neuen Studie einen deutlichen Anstieg frauenfeindlicher und LGBTIQ+-feindlicher Äußerungen unter männlichen Jugendlichen. Viele der Befragten führen diese Entwicklung auf Einflüsse aus der sogenannten „Manosphere“ zurück – einem Online-Milieu, das starre und teils toxische Männlichkeitsbilder verbreitet.

Das Wichtigste im Überblick

  • Studie sieht zunehmenden Einfluss der sogenannten „Manosphere“ auf männliche Jugendliche 
  • Viele Lehrkräfte beobachten mehr frauenfeindliche und LGBTIQ+-feindliche Aussagen an Schulen 
  • 59 Prozent der Befragten berichten von Unsicherheitsgefühlen bei queeren Schülern 
  • Influencer wie Andrew Tate werden laut Studie häufig positiv erwähnt 
  • Lehrkräfte fühlen sich im Umgang mit dem Phänomen oft unzureichend vorbereitet 

Einfluss toxischer Männlichkeit 

Die Untersuchung des Forschungsinstituts Ipsos wurde im Auftrag der Stiftung School & Veiligheid sowie der Initiative „Worden Wie Je Bent“ durchgeführt. Dafür wurden 246 Lehrkräfte an weiterführenden Schulen befragt. 59 Prozent der Lehrkräfte erklärten, dass sich LGBTIQ+-Schüler aufgrund von Kommentaren männlicher Mitschüler zeitweise unsicher fühlten. Drei von zehn Befragten gaben zudem an, Jungen würden „ziemlich bis stark“ durch Inhalte aus der „Manosphere“ beeinflusst.

Nach Angaben der Lehrkräfte äußert sich dieser Einfluss unter anderem durch frauenfeindliche Aussagen und die Verehrung umstrittener Online-Influencer. Fast die Hälfte der Befragten (49 Prozent) hört demnach mindestens monatlich frauenfeindliche Witze oder Bemerkungen gegenüber Mädchen und queeren Jugendlichen. Zu den häufig genannten Themen gehören laut Studie außerdem positive Bezugnahmen auf Influencer wie Andrew Tate als angebliche „große Denker“, Aussagen, Frauen gehörten ins Haus oder müssten Männern sexuell zur Verfügung stehen und eine starke Orientierung an schnellem Reichtum durch Kryptowährungen oder aggressives Unternehmertum. 

Sorge um das Schulklima

56 Prozent der befragten Lehrkräfte erklärten, das problematische Verhalten habe in den vergangenen vier Jahren zugenommen. Neben queeren Jugendlichen seien auch Mädchen betroffen. 52 Prozent der Lehrkräfte berichteten, weibliche Schülerinnen fühlten sich durch entsprechende Äußerungen zeitweise unsicher. Darüber hinaus sehen viele Befragte einen Zusammenhang mit verbaler Aggression und Mobbing. 37 Prozent nannten zunehmende verbale Aggressionen, 31 Prozent berichteten von mehr Mobbingfällen.

Lehrkräfte sehen Unterstützungsbedarf

Viele Lehrkräfte versuchen laut Studie, mit Schülerinnen und Schülern über die Themen ins Gespräch zu kommen. Gleichzeitig fühlen sich zahlreiche Befragte dabei nicht ausreichend vorbereitet. Als Probleme nannten sie fehlendes Wissen über Inhalte der „Manosphere“, mangelnde praktische Hilfsmittel im Umgang mit solchen Ideologien sowie Zeitdruck und hohe Arbeitsbelastung. Eine Lehrkraft erklärte: „In einer Situation wie dieser ist man immer zu spät dran – und sie wissen das.“

Trotz der Schwierigkeiten gaben 79 Prozent der Lehrkräfte an, grundsätzlich ein gutes Verhältnis zu ihren männlichen Schülern zu haben. Allerdings erklärten 40 Prozent, Themen wie Beziehungen, Sexualität oder Männlichkeitsbilder selten oder nie im Unterricht anzusprechen. Die Studie sieht deshalb zusätzlichen Fortbildungs- und Unterstützungsbedarf, um Schulen besser auf problematische Online-Einflüsse vorzubereiten und ein sicheres Umfeld für alle Schülerinnen und Schüler zu gewährleisten.

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