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Machtkampf in London Schwuler Ex-Minister Wes Streeting will Labour-Chef werden

Von ms - 18.05.2026 - 08:00 Uhr
Machtkampf in London
Foto: IMAGO / News Licensing
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Nach der schweren Wahlniederlage der britischen Labour-Partei bei den Kommunal- und Regionalwahlen spitzt sich der Machtkampf innerhalb der Partei zu. Der schwule frühere Gesundheitsminister Wes Streeting hat angekündigt, gegen Premierminister Keir Starmer um den Vorsitz der Labour-Partei kandidieren zu wollen.

Das Wichtigste im Überblick

  • Schwuler Ex-Gesundheitsminister Wes Streeting will Keir Starmer als Labour-Chef ablösen.
  • Streeting kündigte in London offiziell seine Kandidatur an.
  • Der 43-Jährige war zuvor aus Protest gegen Starmer als Minister zurückgetreten.
  • Nach den schweren Verlusten bei den Kommunal- und Regionalwahlen wächst der Druck auf den Premierminister.
  • Starmer weist Rücktrittsforderungen bislang zurück und strebt eine zweite Amtszeit an.

Machtkampf bei Labour 

Bei einem Auftritt in London bestätigte der 43-Jährige jetzt seine Ambitionen auf die Parteiführung. „Wir brauchen einen echten Wettkampf mit den besten Kandidaten, und ich werde antreten“, sagte Streeting. In Großbritannien ist der Vorsitz der Regierungspartei in der Regel eng mit dem Amt des Premierministers verbunden. Streeting war erst vor wenigen Tagen von seinem Ministerposten zurückgetreten. Hintergrund war ein offener Konflikt mit Starmer nach den deutlichen Verlusten Labours bei den jüngsten Wahlen. In einer auf X veröffentlichten Erklärung schrieb Streeting an den Regierungschef, er habe das Vertrauen in dessen Führung verloren. Zudem sei nun klar, „dass du die Labour-Partei nicht in die nächste Parlamentswahl führen wirst“.

Innerhalb der Partei galt Streeting bereits seit längerem als möglicher Rivale des Premierministers. Der Politiker aus dem rechten Parteiflügel hatte im Wahlkampf 2024 eine zentrale Rolle gespielt und sich einen Ruf als starker Kommunikator erarbeitet. Zahlreiche Labour-Abgeordnete, die inzwischen offen den Rücktritt Starmers verlangen, werden dem Lager Streetings zugerechnet.

Streeting outete sich medial öffentlich 2023 mit seiner Autobiografie “One Boy, Two Bills and a Fry Up”. Zu seinem Privatleben erklärte er im Independent, er habe sich auch im Freundeskreis erst in seinen Zwanzigern geoutet, weil er lange Zeit Angst vor Ablehnung hatte. Zu seinem Outing 2023 betonte er gegenüber dem Guardian: „Ich kann nicht länger so tun, als wäre ich jemand, der ich nicht bin. Danach habe ich eine völlige Befreiung verspürt, weil diese enorme Last von mir abgefallen war.“ Der Politiker lebt heute mit seinem Partner Joe Dancey in London. Streeting setzt sich seitdem auch aktiv für die Rechte von homosexuellen Menschen ein, befürwortete allerdings 2024 das Verbot von Pubertätsblockern für trans* Jugendliche. 

Weitere Kandidaten

Neben Streeting wird auch Andy Burnham als möglicher Nachfolger des Premierministers gehandelt. Der Bürgermeister von Greater Manchester zählt dem linken Flügel der Partei zu und gilt derzeit als einer der populärsten Politiker des Landes über Parteigrenzen hinweg. Burnham hatte angekündigt, bei einer Nachwahl für einen Sitz im britischen Unterhaus kandidieren zu wollen. Ein Mandat im Parlament ist Voraussetzung, um sich um den Parteivorsitz zu bewerben. Kurz darauf legte ein Labour-Abgeordneter im Wahlkreis Makerfield bei Manchester sein Mandat nieder und machte damit den Weg für Burnham frei.

Auch die frühere stellvertretende Parteivorsitzende Angela Rayner wird parteiintern als mögliche Kandidatin für die Labour-Spitze genannt. Der Druck auf Starmer nimmt unterdessen weiter zu. Nach Angaben aus Parteikreisen haben inzwischen mehr als 80 Labour-Abgeordnete seinen Rücktritt gefordert. Der Premierminister selbst zeigt sich jedoch entschlossen, im Amt zu bleiben. In einem Interview mit der Zeitung „Observer“ erklärte Starmer zuletzt, er wolle sogar eine zweite Legislaturperiode absolvieren und insgesamt zehn Jahre regieren.

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