Bis zu ein Jahr Haft droht Florida: Influencer Clavicular wegen Schussabgabe angeklagt
Der berühmt-berüchtigte Influencer Clavicular alias Braden Peters steht nach einem waghalsigen Höhenflug kurz vor dem tiefen Sturz: Die erst 20-jährige Ikone der Looksmaxxing-Szene wurde in Florida wegen illegaler Schussabgabe auf einen toten Alligator angeklagt – nur das jüngste Kapitel in einer Serie an Skandalen, die seine Karriere ins Wanken bringen.
Das Wichtigste im Überblick
- Braden Peters wurde am 29. April 2026 in Miami-Dade wegen des Schusswaffenvergehens offiziell angeklagt.
- Am 20. Mai steht Peters wegen des Vorfalls im Everglades-Naturschutzgebiet vor Gericht.
- Ihm drohen bis zu ein Jahr Haft, ein Jahr Bewährung und $1.000 Geldstrafe.
Erfolgsrausch und Fallstricke eines Looksmaxxing-Stars
Mit über 300.000 Followerinnen und Follower auf Kick und $100.000 Monatsverdienst allein im Januar 2026 verkörperte Peters alias Clavicular den Traum der Selbstoptimierung. Unter dem Hashtag #looksmaxxing postete der notorische Provokateur Methoden, um die eigene Attraktivität um jeden Preis zu steigern – von Black-Market-Testosteron bis zu Selbstversuchen mit Injektionen. Doch die Sucht nach Klicks mündete nicht nur in Ruhm, sondern auch in einer Live-Überdosis und mittlerweile mehreren strafrechtlichen Ermittlungen.
Claviculars Abstieg nahm Fahrt auf, als er während einer Sendung wegen einer vermuteten Überdosis kollabierte, ein Interview bei „60 Minutes Australia“ genervt verließ und YouTube ihn wegen tätlicher Angriffe bannte. Selbst ein eigenes Florida-Bar-Business konnte den Imageschaden nicht ausgleichen. In den letzten Wochen häuften sich die Negativschlagzeilen.
Skandal in den Sümpfen: Alligator-Gate
Ende März 2026 filmte sich Peters, wie er im Everglades und Francis S. Taylor Wildlife Management Area auf einen toten Alligator schoss. Die zuständige Staatsanwältin Katherine Fernandez Rundle reichte am 29. April Anklage wegen fahrlässiger Schusswaffenbenutzung ein – in Florida ein echtes No-Go. Zusammen mit dem Streamer Andrew Morales („The Cuban Tarzan“) steht er jetzt vor Gericht. Die Behörden sehen es als erwiesen an, dass Peters ohne Rücksicht auf den öffentlichen Raum und teils über befahrene Straßen hinweg schoss.
„Die Ermittlungen haben bestätigt, dass die Waffe im Schutzgebiet abgefeuert wurde – das Gesetz ist da eindeutig“, erklärte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.
Mehr als ein Einzelfall: Weitere Vorwürfe gegen Peters
Kaum war die Sache mit dem Alligator publik, wurde eine Klage einer jungen Frau gegen Peters bekannt. Aleksandra Mendoza, die sich als „#1 female looksmaxxer“ vermarktet, wirft ihm körperliche und sexuelle Übergriffe vor – darunter die Injektion eines nicht zugelassenen Medikaments während eines Streams. Auch frühere Aktionen, darunter eine tätliche Auseinandersetzung mit einer weiteren Frau in einer Airbnb-Unterkunft, sorgten bereits für polizeiliche Ermittlungen und Peters’ Festnahme im März.
Wie geht es weiter für das Looksmaxxing-Aushängeschild?
Ob Braden Peters alias Clavicular seine Followerschar demnächst aus der Gefängniszelle mit Beauty-Hacks versorgt, entscheidet sich schon am 20. Mai vor Gericht in Miami. Sollte er verurteilt werden, drohen drastische Einbußen für seinen Social-Media-Status – und seine ohnehin gelittene Glaubwürdigkeit dürfte einen weiteren Dämpfer bekommen. Bis dahin beobachten treue Fan-Gruppen und schadenfrohe Kritikerinnen und Kritiker gleichermaßen, wie ein Social-Media-Stern im Sumpf des eigenen Egos versinkt.