Michael Tilson Thomas ist tot Der schwule Komponist und Dirigent wurde 81 Jahre alt
Michael Tilson Thomas, einer der international renommiertesten Dirigenten und Grammy-Gewinner, ist am Mittwoch, den 22. April, im Alter von 81 Jahren gestorben. Die Familie teilte auf Instagram mit, dass Tilson Thomas einem Glioblastom erlegen sei, einer besonders aggressiven Form von Hirntumor, mit der er seit 2021 gelebt hatte.
Das Wichtigste im Überblick
- Dirigent Michael Tilson Thomas ist am 22. April im Alter von 81 Jahren gestorben.
- Er litt seit 2021 an einem Glioblastom, einer besonders aggressiven Form von Hirntumor.
- Tilson Thomas war zwölffacher Grammy-Gewinner und langjähriger Chefdirigent des San Francisco Symphony Orchestra.
- Er gründete 1987 die New World Symphony in Miami Beach und erhielt zahlreiche Ehrungen, darunter die National Medal of Arts und die Kennedy Center Honors.
- Sein Ehemann Joshua Robison starb kurz zuvor im Februar dieses Jahres
Dirigent folgt verstorbenem Ehemann nach
„Trotz seiner Krankheit komponierte er weiterhin Musik – ein Zeugnis seines künstlerischen Schaffens und seiner musikalischen Ausdrucksfähigkeit“, hieß es in der Mitteilung. Tilson Thomas verstarb zu Hause in San Francisco, umgeben von Familie und engen Vertrauten. Mit ihm zusammen trauert die Familie seines im Februar verstorbenen Ehemanns Joshua Robison, mit dem Tilson Thomas rund 50 Jahre seines Lebens teilte. Geheiratet hatten die beiden 2014. Tilson Thomas war eine der ersten weltweit berühmten Dirigenten, der offen schwul lebte.
Weltkarriere mit 24 Jahren
Der in Los Angeles geborene Musiker erlebte seinen Durchbruch 1969, als er für den erkrankten Chefdirigenten William Steinberg beim Boston Symphony Orchestra einsprang. Mit gerade einmal 24 Jahren wurde er über Nacht bekannt und erhielt eine Assistenzposition beim Orchester, die den Startpunkt seiner internationalen Karriere markierte.
Von 1987 bis 1995 leitete Tilson Thomas das London Symphony Orchestra, bevor er Musikdirektor des San Francisco Symphony Orchestra wurde. Dort prägte er ein Vierteljahrhundert lang das Klangprofil des Orchesters. 2020 übergab er seinen Posten, blieb aber als Music Director Laureate aktiv. Sein letztes Konzert fand laut der „New York Times“ im April 2025 statt.
Parallel dazu gründete Tilson Thomas 1987 in Miami Beach die New World Symphony, eine Akademie für junge Orchestermusiker. In einer Würdigung hieß es: „Die Welt wird sich an seinen brillanten Verstand, seine grenzenlose Fantasie und seinen kreativen Geist erinnern. Er war ein kreativer Risikoträger, ein kraftvoller Kommunikator und eigenständiger Denker.“ Neben seinen zwölf Grammys erhielt Tilson Thomas die National Medal of Arts sowie die Kennedy Center Honors. Seinen letzten Grammy gewann er 2021.