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Asylbetrug in Großbritannien Wurde Homosexualität als Asylgrund vielfach nur erfunden?

Von ms - 21.04.2026 - 12:00 Uhr
Eklat in Großbritannien
Foto: iStock / Stadtratte
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Eine Undercover-Untersuchung der BBC hat eine dunkle Seite der britischen Asylpolitik aufgedeckt. Laut der Recherche hilft ein Netzwerk von Anwälten und Beratern Migranten dabei, falsche Asylanträge zu stellen, indem sie sich als homosexuell ausgeben, um so Schutz in Großbritannien zu erhalten. In den meisten Fällen handelt es sich um Migranten aus Ländern wie Pakistan und Bangladesch, in denen Homosexualität illegal ist und die britische Asylpolitik Menschen in Gefahr schützt. Die BBC-Recherche sorgt auch in der britischen Politik derzeit für viel Aufregung und könnte echten homosexuellen und queeren Flüchtlingen langfristig schaden. 

Das Wichtigste im Überblick:

  • BBC deckt auf: Anwälte halfen Migranten, falsche Asylanträge wegen angeblicher Homosexualität zu stellen. 
  • Migranten aus Ländern wie Pakistan und Bangladesch, in denen Homosexualität illegal ist, beantragten Asyl, indem sie sich als schwul ausgeben. 
  • Die britische Regierung hat nach der Veröffentlichung der Untersuchung eine Überprüfung des Asylsystems eingeleitet. 
  • Migranten müssen bis zu 7.000 Pfund für gefälschte Asylanträge zahlen. 

Gefälschte Asylanträge

Laut der BBC gibt es eine Schattenwirtschaft von Anwaltskanzleien und Immigrationsexperten, die Migranten dafür bezahlen lassen, sich als homosexuell auszugeben. Für eine falsche Asylanfrage verlangen diese Berater bis zu 7.000 Pfund. Sie helfen den Migranten, gefälschte Beweise zu erstellen, darunter Unterstützungsschreiben, Fotos und ärztliche Gutachten. Ein Asylantrag auf Grundlage sexueller Orientierung wird in Großbritannien grundsätzlich positiv geprüft, wenn die Gefahr von Verfolgung im Heimatland besteht.

Ein Undercover-Journalist der BBC gab sich als Student aus Pakistan aus und kontaktierte mehrere Kanzleien, die sich auf Asylbewerber spezialisiert haben. Eine Kanzlei verlangte bis zu 7.000 Pfund für die Erstellung einer falschen Asylanfrage und versicherte dem Reporter, dass die Chancen auf eine Ablehnung „sehr gering“ seien. Auch eine Immigrationsexpertin gab an, dass sie in der Vergangenheit häufig geholfen habe, solche falschen Anträge zu stellen, und bot an, gefälschte Beweise wie Fotografien in LGBTIQ+-Clubs zu liefern, um die Geschichte zu stützen. Ein anderer Berater erklärte, dass er einem Migranten geholfen habe, sich als schwul auszugeben, und verlangte dafür 3.500 Pfund. Zu den Kosten gehörten auch Fotos, die in Schwulenclubs und bei Pride-Veranstaltungen gemacht wurden.

Reaktionen der Regierung 

Nach der Veröffentlichung der BBC-Untersuchung reagierte die britische Regierung mit Besorgnis. Ein Sprecher des Premierministers erklärte, das Innenministerium und die zuständige Regulierungsbehörde, die „Immigration Advice Authority“, hätten bereits Maßnahmen eingeleitet, um gegen illegale Praktiken vorzugehen. Demnach sollten alle, die das Asylsystem missbrauchen, zur Rechenschaft gezogen werden. Auch die Opposition forderte eine vollständige Überprüfung des Asylsystems, um solchen Missbrauch zu verhindern. Die Innenministerin Shabana Mahmood kündigte an, dass die „falschen Anwälte“ für ihre Rolle in der Ausbeutung des Asylsystems mit allen Mitteln des Gesetzes verfolgt werden würden. „Jeder, der versucht, das Asylsystem zu missbrauchen, wird mit allen Konsequenzen rechnen müssen“, so Mahmood.

Missbrauch des Asylsystems

Neben den gefälschten Asylanträgen, bei denen Migranten vorgeben, homosexuell zu sein, hat die BBC auch herausgefunden, dass Migranten offenbar die Regelungen für Opfer häuslicher Gewalt ausnutzen, um schnellere Asylverfahren zu erhalten. In einigen Fällen haben Migranten britische Partner betrogen, um  Beziehungen vorzutäuschen und dann falsche Vorwürfe von Gewalt zu erheben, um eine beschleunigte Residenz zu erlangen. Die Zahl der Asylanträge, die auf Grundlage von häuslicher Gewalt gestellt wurden, ist in den letzten drei Jahren um mehr als 50 Prozent gestiegen. 

Reaktionen von Aktivisten  und der BBC

Der Refugee Council zeigte sich entsetzt über den Missbrauch des Asylsystems und verwies darauf, dass dies die Integrität des gesamten Prozesses untergräbt. Imran Hussain, Direktor für Außenpolitik des Refugee Council, sagte: „Es ist empörend, dass einige Berater solche verletzlichen Menschen ausnutzen. Dies kann die Glaubwürdigkeit von echten Asylbewerbern gefährden, die tatsächlich Schutz benötigen.“

Peter Tatchell, ein bekannter schwuler Menschenrechtsaktivist, stellte jedoch klar, dass die überwältigende Mehrheit der Asylanträge von LGBTIQ+-Migranten authentisch sei und einem rigorosen Prüfprozess unterzogen werde. „Es gibt sehr viele echte Asylbewerber, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung verfolgt wurden. Diese Missbräuche dürfen nicht den Eindruck erwecken, dass alle Asylbewerber aus der LGBTIQ+-Community betrügerisch sind“, so Tatchell.

Die BBC erklärte, dass es schwierig sei, eine genaue Zahl gefälschter Asylanträge zu ermitteln. Jedoch zeigen Statistiken des Innenministeriums, dass pakistanische Staatsangehörige eine unverhältnismäßig hohe Zahl an Asylanträgen stellen, die auf sexueller Orientierung basieren. Im Jahr 2023 stammten etwa 42 Prozent der Asylanträge von LGBTIQ+-Migranten aus Pakistan, während Pakistan insgesamt nur sechs Prozent der Asylbewerber im Vereinigten Königreich ausmachte.

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