Direkt zum Inhalt

Schwule Osterfreuden Warum schwulen Männern die Eiersuche einfach im Blut liegt

Von ms - 02.04.2026 - 16:00 Uhr
Schwule Osterfreuden
Foto: iStock / VladOrlov
ANZEIGE
Loading audio player...

Es gibt Weihnachten, es gibt Halloween – und dann gibt es Ostern. Ein Fest, das auf den ersten Blick nach Familienbrunch, Schokohasen und Frühlingsdeko klingt. Doch wer genauer hinschaut, merkt schnell: Ostern hat erstaunlich viel schwules Potenzial. 

Schwule Ästhetik und Eiersuche

Fangen wir mit dem Offensichtlichen an: die Ästhetik. Pastellfarben überall, Blumenarrangements, liebevoll dekorierte Körbchen – Ostern ist im Grunde das schwule Instagram-Heile-Welt-Portal unter den Feiertagen. Wer jemals erlebt hat, wie ernst manche schwule Männer Tischdeko nehmen, weiß: Hier wird nicht einfach ein Ei gefärbt, hier wird kuratiert.

Dann wäre da die berühmte Eiersuche. Offiziell geht es natürlich um harmlose Schokoladeneier im Garten. Inoffiziell… nun ja. Der Begriff hat sich in bestimmten Kreisen längst weiterentwickelt. Zwischen Augenzwinkern und Doppeldeutigkeit wird aus der kindlichen Tradition schnell ein Running Gag, der auf keiner schwulen Osterfeier fehlen darf. „Hast du schon alle Eier gefunden?“ ist eben eine Frage mit Interpretationsspielraum. Oder eine Aufforderung für den Liebsten, noch einmal genau zu suchen und auch vor dem Schlafzimmer oder der Unterhose des Angebeteten nicht halt zu machen. Die Eiersuche liegt uns einfach im Blut. 

Auferstehung und viel Glitzer

Auch der Dresscode ist nicht zu unterschätzen. Während Weihnachten eher „dicker Pulli und viel Essen“ bedeutet, schreit Ostern förmlich nach Frühlingsmode. Leichte Stoffe, Sonnenbrillen, vielleicht ein gut sitzendes Hemd – oder auch keins. Die ersten warmen Tage bieten die perfekte Gelegenheit, den Winter-Look abzulegen und sich selbst (und anderen) zu zeigen, was im Fitnessstudio… oder zumindest im guten Licht… passiert ist.

Und dann ist da noch die Symbolik. Ostern steht für Neuanfang, Wiedergeburt, Transformation. Dinge, mit denen sich viele schwule und queere Menschen sehr gut identifizieren können. Sich neu erfinden, wachsen, sich zeigen – das passt erstaunlich gut zu einem Fest, das genau das feiert. Nur eben mit mehr Glitzerpotenzial, wenn man es richtig angeht. Hätte es zu Jesus´ Lebzeiten eine Gruppe schwuler Männer in der Nähe gegeben, die Auferstehung wäre noch ein viel größeres Fest geworden, Discokugel und Partymusik inklusive. By the way: Auferstehung von den Toten? Das kennen viele schwule Partygänger nach einem durchzechten langen Osterwochenende auch sehr gut. 

Sonne, Feiern, gute Laune 

Nicht zu vergessen: der soziale Aspekt. Ostern ist entspannter als Weihnachten, weniger verpflichtend, mehr „wir treffen uns, trinken was, genießen die Sonne“. Perfekt also für Brunch-Dates, spontane Parktreffen oder diese eine Party, bei der jemand garantiert viel zu große Hasenohren als Kopfschmuck mitbringt für die „richtig witzigen“ Fotos. Kurz gesagt: Ostern ist ein Fest voller Farben, versteckter Bedeutungen und leicht frecher Doppeldeutigkeiten. Kein Wunder also, dass es in vielen schwulen Freundeskreisen heimlich oder ganz offen einen besonderen Platz hat. Oder, um es passend zu sagen: Manche suchen an Ostern Eier. Andere finden dabei gleich noch ein bisschen mehr.

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

BILDÜberraschendes Geständnis von Maite Kelly - Ich könnte mich auch in eine Frau verliebenrbb24CSD-Anschlag: Regenbogenbank im Tiergarten immer wieder beschädigtFrankfurter Allgemeine ZeitungBrief aus Istanbul: Das Jahrhundert der AbzockeMOPO„Schwule Scheiße“: St. Pauli-Buhmann Behrens relativiert seine Skandal-AussagenAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wo würdest du ein erstes Date am liebsten verbringen?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Warnung von Andrew Scott

Kein Vergessen der Aids-Krise

Der schwule Schauspieler Andrew Scott fordert, die Aids-Krise nicht zu vergessen. Sein neuer Film „Elsinore“ erinnert an jene Zeit.
Schwuler Politiker wehrt sich

BDSM-Fotos sorgen für Wirbel

Alte BDSM-Fotos bringen den schwulen US-Politiker Chris Gallant in die Schlagzeilen. Doch der Kongresskandidat denkt nicht an Rückzug.
Coming-Out bleibt ein Tabu

Schwule Profis schweigen weiter

Thomas Hitzlsperger sieht kleine Fortschritte gegen Homophobie im Fußball. Doch viele schwule Profis fürchten ein Coming-Out selbst nach Karriereende.
Schutz für queere Jugendliche

Mamdani finanziert trans* Medizin

New York stellt neun Millionen Dollar für die Behandlung trans* Jugendlicher bereit, nachdem mehrere Kliniken ihre Angebote eingestellt haben.
Queere Jugendliche in Wien

Mehr Angst vor Anfeindungen

Anfeindungen und Gewalt belasten queere Jugendliche in Wien zunehmend. Experten warnen vor psychischen Folgen und fordern bessere Hilfsangebote.
Russlands Strafen explodieren

Rekordbußen gegen LGBTIQ+

Russland verschärft die Verfolgung von LGBTIQ+-Menschen: 2025 stiegen die Geldstrafen um 83 Prozent, die Verfahren um ein Drittel.
Verbot spaltet Tasmanien

Streit um Homo-Heilung

Tasmanien will über ein Verbot von Konversionsmaßnahmen abstimmen. Während die Befürworter auf Schutz drängen, warnen Gegner vor Einschränkungen.
Behrens rechtfertigt Eklat

Kicker betont "dumme Aussage“

Zwei Jahre nach seinem homophoben Spruch spricht Fußballer Kevin Behrens über die Folgen des Eklats, Anfeindungen und Probleme bei der Vereinssuche.
Niederlande zeigen Lila

Statement gegen Ausgrenzung

Am „Lila Freitag“ zeigen die Niederlande heute Solidarität mit LGBTIQ+-Jugendlichen vor dem Hintergrund sinkender Akzeptanz gegenüber Homosexuellen.