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Priester vor Gericht
Foto: IMAGO / Panama Pictures
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Priester vor Gericht Jugendliche unter Alkoholeinfluss wehrlos missbraucht?

ms - 30.03.2026 - 08:30 Uhr
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Ein heute 58-jähriger katholischer Priester aus dem Erzbistum Freiburg steht derzeit in München vor Gericht – er soll im Jahr 2005 nach einem Besuch des Münchner Oktoberfests zwei stark alkoholisierte Jugendliche sexuell missbraucht haben. Ein Urteil gegen den Geistlichen soll bereits diese Woche fallen. Laut Anklageschrift handelte es sich bei der Tat höchstwahrscheinlich nicht um den ersten Fall dieser Art, es steht zu befürchten, dass der Mann möglicherweise jahrelang minderjährliche männliche Jugendliche missbraucht hat. 

Missbrauch nach Oktoberfest-Sause

Nach Einschätzung der Anklage soll der Priester und Mitglied eines katholischen Ordens zwei Jugendliche zu einem Besuch des Münchner Oktoberfests eingeladen und alle Kosten übernommen haben. Nach exzessiven Alkoholkonsum habe er die stark betrunkenen Teenager dann in ein gemeinsames Hotelzimmer gebracht und sie sexuell missbraucht. Die beiden Minderjährigen waren demnach aufgrund des starken Alkoholeinflusses nicht mehr in der Lage, sich zu wehren. 

Dachbodenzimmer im Pfarrheim 

Von 2005 bis 2008 soll der Geistliche in einer Gemeinde im südlichen Schwarzwald in Baden-Württemberg als Pfarrer gearbeitet haben. In dieser Zeit soll der 58-Jährige ein Dachbodenzimmer im Pfarrheim für Sex mit Jugendlichen eingerichtet haben. Der Raum soll demnach mit Sitzgelegenheiten, einer Leinwand und einem Kühlschrank mit alkoholischen Getränken ausgestattet gewesen sein. 

Laut Anklageschrift sollen hier regelmäßig Treffen mit männlichen Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren stattgefunden haben, bei denen ebenso Alkohol konsumiert wurde. Die Staatsanwaltschaft beschreibt weiter, dass der Priester gezielt Vertrauen zu den Jugendlichen aufbaute und sie mit Geschenken wie Computern oder auch einer Snowboardausrüstung umwarb. Die polizeilichen Ermittler durchsuchten die Wohnung des Geistlichen und entdeckten demnach auf dem Smartphone jugendpornografisches Material – darunter auch Bilddaten von minderjährigen Jungen in explizit sexuellen Posen und Szenen. 

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft war sich der Priester zu jedem Zeitpunkt bewusst, eine Straftat zu begehen. Die Anklage wirft dem inzwischen 58-Jährigen daher sexuellen Missbrauch widerstandsunfähiger Personen, sexuellen Missbrauch von Jugendlichen sowie den Besitz von jugendpornografischem Material vor. Der Geistliche, der aktuell in einem Kloster in Oberbayern lebt, soll die Vorwürfe bereits eingeräumt haben. 

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