Bettina Köster ist tot Malaria!-Sängerin und Ikone des Punk und New Wave
Die lesbische Musikerin Bettina Köster ist tot. Die Sängerin der Westberliner Band „Malaria!“ starb im Alter von 66 Jahren in Italien. Das bestätigte ihre frühere Bandkollegin Gudrun Gut der Deutschen Presse-Agentur. „Ich war sehr froh, dass ich mit Freunden noch bei ihr sein konnte.“ Das sei sehr schön gewesen.
Würdigung als Ikone
Köster galt als prägende Figur der Westberliner Musikszene der späten 1970er- und frühen 1980er-Jahre. Das Magazin „Rolling Stone“ würdigte sie als eine zentrale Vertreterin der damaligen Underground- und Avantgarde-Bewegung. Auch der „Tagesspiegel“ bezeichnete sie als Legende der Post-Punk-Szene. Ihre Stimme sei dunkel und geheimnisvoll gewesen und habe im Laufe der Zeit weiter an Tiefe gewonnen, ohne an Wirkung zu verlieren – in der Presse war fortan die Rede von der „Hildegard Knef des Punk“, zudem attestierte man ihr, der „Inbegriff der coolen Lesbe“ zu sein.
Kaltes klares Wasser
Ihre musikalische Laufbahn begann Köster bei der Band Mania D., aus der später „Malaria!“ hervorging. Mit der Gruppe veröffentlichte sie unter anderem Titel wie „Your Turn to Run“, „You You“, „Thrash Me“ und „Geld/Money“. Das Stück „Kaltes klares Wasser“ wurde Jahre später von Chicks On Speed neu interpretiert. Sie tourte mehrfach durch Europa und die USA, unter anderem mit New Order, Siouxsie and The Banshees, und trat auch im legendären New Yorker Studio 54 auf. Köster lebte zeitweise in New York und zuletzt in Süditalien und arbeitete später auch als Filmautorin und Komponistin.
Ein Bestattungsinstitut in Capaccio Paestum bestätigte ihren Tod. Die Musikerin war an Krebs erkrankt. In einem Interview hatte Köster den Einfluss ihrer Bands hervorgehoben. „Eines der bemerkenswerten Dinge über die Mädchen von Mania D. und Malaria! ist, dass wir Mut hatten“, sagte sie. „Und ich bin wirklich stolz, heute sagen zu können, dass wir durch diesen Mut einige Leute inspiriert haben.“