Direkt zum Inhalt

Gesetz gegen Diskriminierung Sozialministerin plant Vielfalts- und Diskriminierungsschutz

Von ms - 18.03.2026 - 08:00 Uhr
Gesetz gegen Diskriminierung
Foto: IMAGO / teutopress
ANZEIGE
Loading audio player...

Schleswig-Holstein soll künftig ein Gesetz zum Schutz vor Diskriminierung erhalten, das es Bürgern ermöglicht, gegen diskriminierendes Verhalten von Polizisten und Verwaltungsangestellten zu klagen. Sozialministerin Aminata Touré plant die Einführung eines Vielfalts- und Diskriminierungsschutzgesetzes, um eine bestehende Schutzlücke zu schließen, wie sie der Deutschen Presse-Agentur erklärte.

Vielfalt fördern

Derzeit gibt es im nördlichsten Bundesland keinen umfassenden rechtlichen Schutz vor Diskriminierung im öffentlichen Dienst – sei es durch die Verwaltung, Schulen oder Sicherheitsbehörden. Künftig sollen Bürger, die sich aufgrund von Alter, Geschlecht, ethnischer Herkunft oder Nationalität, Behinderung, sexueller Identität oder Weltanschauung benachteiligt fühlen, Schadenersatzansprüche geltend machen können. „Das Gesetz soll Vielfalt fördern und Diskriminierung verhindern. Es ist im Sinne der Menschen und der Verwaltung und richtet sich nicht gegen diese", erklärte Touré. „Mit gezielten Fortbildungen möchte ich das Bewusstsein der Beschäftigten im öffentlichen Dienst stärken und ihre Sensibilität für dieses Thema weiter erhöhen.“

Lücke bei bestehenden Gesetzen

Obwohl das Grundgesetz und das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) bereits Schutz vor Diskriminierung bieten, gelte der Schutz des AGG ausschließlich für die Privatwirtschaft, betonte die Ministerin. Es schütze etwa vor Diskriminierung bei der Anmietung von Wohnungen oder dem Abschluss von Arbeitsverträgen, jedoch nicht im öffentlichen Sektor. Touré hofft auf eine breite Unterstützung ihres Gesetzesvorschlags: „Das wäre ein starkes Signal für Schleswig-Holstein.“ Bisher existiert eine ähnliche Regelung lediglich in Berlin. Auch in Nordrhein-Westfalen ist ein entsprechendes Gesetz in Planung. Der Entwurf des neuen Gesetzes befindet sich derzeit in der Abstimmung innerhalb des Sozialministeriums in Kiel. Sobald diese abgeschlossen ist, soll der Gesetzentwurf dem Kabinett vorgelegt werden.

Das Sozialministerium verweist auf Erfahrungen mit dem Antidiskriminierungsgesetz, das regelmäßig Schadenersatz in Höhe von 300 bis 1.000 Euro festlegt. Nur bei besonders schweren Fällen von Diskriminierung würden höhere Entschädigungen gewährt. Das Ministerium erwartet jedoch keine große Zahl an Schadenersatzklagen, da in Berlin, wo ein ähnliches Gesetz bereits in Kraft ist, eine befürchtete Klagewelle ausgeblieben sei. Zwischen Januar und Dezember 2022 seien nur 17 Klagen eingegangen.

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

BILDBrisante US-Terror-Studie - Berliner CSD-Attentat „wäre zu verhindern gewesen“ndEU-Migrationspolitik | Grenz-Industrie-Komplex: Profite mit der Festung EuropaBerliner MorgenpostMit dem Stöckelschuh gegen Monster: „Queens of the Dead“Süddeutsche ZeitungBaden-Württemberg: Hagel sagt, Transpersonen hätten ihn überzeugtAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Welche Rolle sollten politische Forderungen auf CSDs spielen?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Vorwürfe nach CSD-Anschlag

Terror-Experten zu Berlin Attentat

Eine US-Studie kommt zu dem Schluss, dass der tödliche islamistische Anschlag auf den Berliner CSD durch konsequentes Handeln vermeidbar gewesen wäre.
Männer-Hintern als Sexualorgan

Neue Studie überrascht Forscher

Analsex bei Männern: Eine neue Studie stützt die Theorie, dass sich der Hintern ursprünglich aus einer männlichen Geschlechtsöffnung entwickelt hat.
Studie über Schwule überrascht

Mehr Dating-Apps, weniger Stress?

Schwule Männer, die verschiedene Dating-Apps nutzen, berichten laut einer neuen australischen Studie von weniger Ängsten, Stress und Depressionen.
Poodle Beach wird Denkmal

Schwuler Strand schreibt Geschichte

Ein historischer Strand der schwulen US-Community wird offiziell geehrt: Delaware erinnert mit einer Gedenktafel an die Geschichte von Poodle Beach.
Basquiats Leben neu verfilmt

Neues Projekt von Rapper Kid Cudi

Rapper Kid Cudi spielt den Künstler Jean-Michel Basquiat in einem neuen Kinofilm und sucht gezielt queere Schauspieler für das Projekt.
Pride-Strategien für 2027

Europas Prides vor einem Wandel

Wie können Prides 2027 politisch mehr bewirken? Die ILGA-Europe will bei einem Gipfel mit europäischen Aktivisten neue Strategien entwickeln.
BBC sucht neuen ESC-Star

Kein Flop 2027 in Bulgarien

Nach zwei enttäuschenden ESC-Ergebnissen sucht die BBC für 2027 einen etablierten britischen Musikact mit überzeugender Live-Erfahrung.
„Maxxing“ ist Wort des Jahres

Selbstoptimierung als Internettrend

Von Fitness bis Schönheit: „Maxxing“ prägt die Sprache sozialer Medien. Dictionary.com kürt den Begriff zum Wort des Jahres 2026.
US-Lesbenbar vor dem Aus

Maskenpflicht polarisiert Community

Die lesbische Bar The Last Ditch in Massachusetts stellt ihren regulären Betrieb ein. Zuvor hatten gelockerte Corona-Regeln für viel Kritik gesorgt.