Olympiaschwimmer Daniel Jervis Der schwule Athlet verwandelte sich im TV zur Dragqueen
Der walisische schwule Langstreckenschwimmer Daniel Jervis hat eine neue Herausforderung angenommen: Für die BBC-Show „RuPaul’s Drag Race UK vs the World“ ließ er sich vollständig in Drag verwandeln und trat gemeinsam mit der US-amerikanischen Dragqueen Mariah Balenciaga auf die Bühne.
Glückliches Outing
„Manchmal hat man das Gefühl, dass einem gesagt wird, man könne nicht Christ und gleichzeitig schwul sein“, sagte Jervis in der Sendung. „Aber ich hatte großes Glück, als ich mich outete. Meine Kirche hat sich mir gegenüber nicht verändert. Für mich bedeutet das Akzeptanz.“ Er betonte zugleich die Unterschiede: „Ich verstehe, wie privilegiert ich war, das erleben zu dürfen. Ich habe auch das andere Ende gesehen – nicht bei mir selbst, aber bei jemandem sehr Nahestehenden in einem kirchlichen Umfeld, und das lief wirklich schlecht für sie.“ Jervis berichtete, dass sich sein Leben nach dem Coming-Out „auf den Kopf gestellt“ habe, „aber in die richtige Richtung“. Und weiter: „Ehrlich gesagt ist es das Beste, was ich je getan habe.“
Vom Becken zum Schminkkasten
Für die Verwandlung zur Drag wollte der britische Olympia-Schwimmer daher natürlich auch „100 Prozent geben“, aus Respekt vor dem, was Dragqueens leisten. „Ich habe vorher mit meinem Vater gesprochen, der mir sagte: ‚Mach es nur, wenn du es zu 100 Prozent machst.‘“ Er beschrieb die Erfahrung als einmalig: „Ich habe mich noch nie so aufgenommen und wohl in einer Gruppe gefühlt. Sie kamen aus aller Welt und waren sehr einladend. Ich stehe weiterhin mit Mariah in Kontakt und habe ihr für die Erfahrung gedankt. So etwas habe ich vorher noch nie gemacht – sie hat mir eine ganz neue Welt eröffnet.“
Jervis und Balenciaga erhielten in der Episode die Bestwertung der Jury. Gastjurorin und Sängerin Anastacia gab an, dass sie den Olympiateilnehmer nicht erkannt habe. Auf die Frage nach seinem Lieblingsteil der Verwandlung antwortete Jervis: „Die High Heels.“ Die Episode zeigt, wie Jervis seine Erfahrungen als offen schwuler Athlet mit einer internationalen Drag-Community teilte und damit auch anderen Zuschauern Mut machen wollte, die sich noch nicht geoutet haben.