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Mordfall Billy London Doku zeigt neue Details über Mord an schwulen Pornodarsteller

Von ms - 11.03.2026 - 12:00 Uhr
Mordfall Billy London
Foto: Wisconsin LGBTQ History Project
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Die Filmemacherin Rachel Mason hat mit ihrer neuen Dokumentation „My Brother’s Killer“ jetzt einen jahrzehntealten Mordfall in der schwulen Porno-Szene von Los Angeles neu aufgerollt und gibt neue Einblicke in einen Fall, der damals wie heute viele in der Community schockierte. Der Film feiert diese Woche Premiere beim SXSW-Festival in Austin.

Grausamer Mord in L.A.

Mason und ihr Produzent Dion Labriola untersuchten den brutalen Mord an Billy London alias William Newton (✝25) mit bürgerlichem Namen, einem jungen Mann aus dem Mittleren Westen, der mit 16 Jahren sein Elternhaus verließ, drei Jahre durch die USA reiste und sich schließlich 1985 in Los Angeles niederließ. Freunde beschrieben ihn als Künstler und Dichter. Aus wirtschaftlichen Gründen war er nach seinem High-School-Abschluss in der schwulen Pornobranche tätig. London wurde im Oktober 1990 in einer Seitenstraße in West Hollywood ermordet; Kopf und Füße des Opfers wurden in einem Müllcontainer am Santa Monica Boulevard gefunden. Mason betont die Tragik des Verbrechens: „Niemand verdient so ein Ende.“

Viele Jahre lang blieb die Tat unaufgeklärt, immer wieder kam die Theorie auf, Newton sei möglicherweise dem schwulen Serienkiller Jeffrey Dahmer zum Opfer gefallen. Augenzeugen hatten berichtet, dass der junge Pornostar kurz vor seinem Tod einen Nachtclub mit einem anderen Mann verlassen hatte, der Dahmer ähnlich sah. Die Recherche führte Mason zu Cold-Case-Ermittlern, Hobbydetektiven und umfangreichem Archivmaterial, darunter auch Videomitschnitten aus der Pornoindustrie der frühen 1990er-Jahre, die den späteren Tatverdächtigen zeigten. Mason: „Cold Cases werden oft gelöst, weil jemand die Beweise aus einem anderen Blickwinkel betrachtet.“

Interview mit der Mörderin 

2023 konnte der Mord dann endlich aufgeklärt werden – maßgeblich trugen der Hobby-Detektiv Clark Williams und der Stadtpolizist John Lamberti zur Lösung des Falles bei. Die trans* Frau DarraLynn Madden legte dabei vor der Kamera ein Geständnis ab. Mason beschreibt das Interview mit der Täterin im Gefängnis als intensiv: „Sie ist sehr charismatisch, sehr witzig – jemand, mit dem man sich leicht unterhalten konnte. Das macht es noch beunruhigender.“ 

Madden verbüßt bereits wegen zweifachen Mordes einen lebenslange Haftstrafe im Bundesstaat Oklahoma und arbeitete damals noch als schwuler Pornodarsteller namens „Billy Houston“ sowie als Prostituierte namens „Lyn“. Zudem war Madden in der Skinhead-Szene als rechtsextremer „Richie Rich“ bekannt und raubte mit anderen Skinhead-Freunden schwule Männer aus. London erdrosselte sie mit einem Kleiderbügel, ihre Freunde hätten den jungen schwulen Mann dann zerstückelt. Heute identifiziert sich die trans* Frau als orthodoxe Jüdin.

Mason verweist in der neuen Dokumentation deswegen auch auf den historischen Kontext: „Die Verbindung zu extremistischen Bewegungen wie Skinheads in Los Angeles ist sehr real und zeigt, dass solche Gewalt noch heute fortwirkt.“ Ihr zentrales Anliegen sei, Billy London als Mensch zu zeigen: „Er war ein junger Mann mit Träumen und einem kreativem Leben. Wenn der Film dabei hilft, dass man sich an ihn als Person erinnert, dann hat er seinen Zweck erfüllt.“

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