Streit um deutschen ESC-Song Ist „Fire“ eine Kopie von „Fuego“ aus dem Jahr 2018?
Erster Streit um den deutschen Beitrag für den Eurovision Song Contest: Sarah Engels wird Deutschland beim ESC 2026 in Wien vertreten. Ihr Song „Fire“ sorgt jedoch schon vor dem Wettbewerb für heftige Diskussionen: In sozialen Netzwerken wird ihm eine zu große Ähnlichkeit mit dem zyprischen Beitrag „Fuego“ aus dem Jahr 2018 vorgeworfen, mit dem Eleni Foureira den zweiten Platz belegte.
Massive Kritik an Sieger-Song
„Jetzt performt sie einen Temu-Coversong von ‚Fuego‘ und fährt zum ESC, ich fasse das nicht“, schrieb eine Zuschauerin auf Instagram. Eine anderer User ergänzte: „Das war 1:1 billiger Abklatsch von ‚Fuego‘ aus Zypern 2018! Noch offensichtlicher kann man nicht kopieren, oder?“ Auf den ersten Blick erscheinen Ähnlichkeiten tatsächlich gegeben: Beide Songs heißen sinngemäß „Feuer“, und bei den Bühnenauftritten tritt jeweils eine leicht bekleidete Sängerin mit gewellten Haaren auf, unterstützt von Tänzerinnen.
Bei genauerem Hinhören lassen sich jedoch deutliche Unterschiede feststellen. „Fire“ fehlt der orientalische Einfluss von „Fuego“, und die 2024 überarbeitete Version ist insgesamt flotter und tanzbarer. Beide Stücke teilen zwar dasselbe Genre, doch ähnliche Stilmerkmale finden sich auch bei vielen anderen internationalen Pop-Künstlern.
Experten betonen „alberne“ Debatte
Musikexperten weisen gegenüber dem Portal Watson darauf hin, dass solche Vergleiche im ESC-Kontext häufig überschätzt werden. „Zig andere Titel, die bereits beim ESC dargeboten wurden, lassen sich mit Sarah Engels und Eleni Foureira in eine Schublade stecken, was die jetzige Debatte doch ein wenig albern erscheinen lässt.“ Abgesehen von den Plagiatsvorwürfen wird jedoch bereits jetzt über die Chancen Deutschlands beim Wettbewerb spekuliert. „Fire“ wird bisher nicht als besonders innovativ bewertet, und es fehle die Energie, die Foureira 2018 auf der Bühne überzeugte. Das kann sich aber natürlich bis zur Show im Mai noch ändern.
Engels polarisiert zudem seit Jahren abseits ihrer Musik, was Kritiker für die ESC-Chancen als nachteilig ansehen: „Wer beim ESC nicht einmal das eigene Land geschlossen hinter sich hat, startet absolut nicht mit den besten Voraussetzungen, um ganz Europa zu verzaubern.“ Ob diese Einschätzung wirklich stimmt? Beim Vorentscheid jedenfalls votierten 38 Prozent der Zuschauer für Engels.