Waters meets Murphy Der „Pope of Trash“ veredelt "American Horror Story 13"
Der schwule US-Regisseur und Autor John Waters (79) wird in der 13. Staffel der Kult-Serie „American Horror Story“ mitwirken. Das kündigte der 79-Jährige bei einem Spoken-Word-Auftritt in seiner Heimatstadt Baltimore jetzt hoch erfreut an. „Ich kann nicht sagen, welche Rolle, aber ich habe eine große neue Rolle in American Horror Story“, so Waters vor seinem Publikum im Baltimore Soundstage.
Kathy Bates und Ariana Grande
Später scherzte er weiter: „Ich werde immer in eine Schublade gesteckt. Ich bin entweder der Teufel oder Chuckys Vater… Ich habe immer versucht, Vincent Prices Karriere zu stehlen.“ Der schwule Serienschöpfer Ryan Murphy hatte die 13. Staffel an Halloween angekündigt. Die neuen Folgen sollen voraussichtlich erneut um Halloween erscheinen, die Dreharbeiten beginnen demnächst.
Zum bestätigten Cast zählen unter anderem außerdem Sarah Paulson, Evan Peters, Angela Bassett, Kathy Bates, Billie Lourd, Leslie Grossman, Emma Roberts, Gabourey Sidibe und Jessica Lange, die zuvor erklärt hatte, eigentlich nicht mehr zurückkehren zu wollen. Mehrere von ihnen spielten bereits in Staffel 3 („Coven“) mit. Neu dabei ist Ariana Grande. Waters ist also in bester Gesellschaft. In Fankreisen wird spekuliert, dass Staffel 13 inhaltlich an die dritte Staffel anknüpfen könnte. Angesichts der zahlreichen prominenten Rückkehrer halten einige sie auch für eine mögliche Abschlussstaffel. Eine offizielle Bestätigung für eine 14. Staffel gibt es bislang nicht.
Der Trash-Papst Hollywoods
Waters, der sich selbst scherzhaft als „Pope of Trash“ bezeichnet, ist vor allem als Regisseur und Drehbuchautor von Filmen wie „Pink Flamingos“, „Hairspray“ und „Serial Mom“ bekannt. Zudem übernahm er Rollen in Produktionen wie „Blood Feast 2: All U Can Eat“ (2002), „Seed of Chucky“ (2004) und „Suburban Gothic“ (2014).
Mit Ryan Murphy arbeitete Waters bereits 2017 für die FX-Serie „Feud: Bette and Joan“ zusammen, in der er den Regisseur William Castle verkörperte. Außerdem war er in der Serie „Chucky“ sowie mehrfach in „Law & Order“ zu sehen. „Ich liebe diese Serien“, sagte Waters in Baltimore. „Ich war schon oft bei Law and Order dabei und es macht mir großen Spaß. Ich bekomme tolle Tantiemen, weil Law and Order immer wieder ausgestrahlt wird. Es gibt ganze Kanäle, die nur diese Serie zeigen.“
Vorkämpfer der Community
Waters ist einer der wichtigsten kreativen Pioniere der amerikanischen Schwulenbewegung. In vielen seiner Filme stellt er gesellschaftliche Normen zu Sexualität, Geschlecht und Moral bewusst provokativ infrage und gilt heute als besondere Kultfigur der Community. Schon früh befasste er sich in seinen Low-Budget-Filmen auch mit Tabuthemen.
Über seinen Ruf als Regisseur von Trash-Filmen erklärte er: „Für mich dreht sich in der Unterhaltung alles um schlechten Geschmack. Wenn sich jemand während meiner Filme übergibt, ist das wie eine Standing Ovation. Aber man muss sich erinnern, dass es etwas wie guten schlechten Geschmack und schlechten schlechten Geschmack gibt.“ 2019 wurde er auf dem Locarno Festival mit dem Ehrenleoparden für sein Lebenswerk ausgezeichnet, 2023 erhielt er einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame.