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Große Ausstellung für „Hairspray“-Regisseur John Waters
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Ehre für den „Pope of Trash“ Große Ausstellung für „Hairspray“-Regisseur John Waters

co - 15.09.2023 - 17:00 Uhr
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Der US-amerikanische Regisseur John Waters (77) provoziert und unterhält seit den 1970ern. Er ist für unkonventionelle Filme wie „Pink Flamingos“, „Hairspray“, „Polyester“ und „Cry-Baby“ bekannt – und für sein hauchdünnes Oberlippenbärtchen. Seine ausgefallenen Werke verliehen Waters den Spitznamen „Pope of Trash“ („Schund-Papst“). Diesen Sonntag eröffnet in Los Angeles eine große Ausstellung zu seiner Arbeit im Academy Museum of Motion Pictures. Die Messe bleibt bis August 2024 geöffnet.

Ausführlich wie nie zuvor

Mit „John Waters: Pope of Trash“ schuf das Museum laut eigenen Angaben die erste umfassende Schau über Waters’ gesamte Film-Karriere, die auch ihre Anfängen mit einschließt. Waters selbst trug zahlreiche Erinnerungen aus seinem Leben zusammen, dabei stöberte er laut Museumsleiterin Jacqueline Stewart auch auf Dachböden und in Kellern. Interessierte können mehr als 400 Ausstellungsstücke aus Waters’ filmischem Schaffen bewundern. Einige Exponate wurden noch nie zuvor gezeigt.

Zu sehen sind zum Beispiel frühe Kurzfilme und tabu-brechende Werke wie die schwarze Komödie „Pink Flamingos“ von 1972 mit der Drag-Queen Divine. Das Werk ist Teil der von Waters selbst so bezeichneten „Trash-Trilogie“, zu der auch „Female Trouble“ von 1974 und „Desparate Living“ von 1977 zählen. Ebenso ausgestellt werden händisch verfasste Drehbücher und Film-Kostüme – darunter zum Beispiel die Johnny Depp 1990 in „Cry-Baby“ trug. 

Weitere Ehrungen

Neben der Ausstellung wird Waters am 18. September beim berühmten „Walk of Fame“ in Hollywood mit einem Stern bedacht. Laut der Verleihung ist seine die 2763. Plakette. Veranstalterin Ana Martinez sprach in einer Mitteilung von Waters als „riesigem Teil der Popkultur“. Für Reden wurden die Schauspielerinnen Ricki Lake und Mink Stole sowie der Promi-Fotograf Greg Gorman geladen.

Neben seiner Arbeit als Regisseur ist Waters auch als Künstler, Autor und Schauspieler unterwegs. Für sein schriftstellerisches Werk wurde er 2018 mit einem französischen Offiziersorden für Kunst und Literatur bedacht. Ein Jahr später erhielt er vom Schweizerischen Filmfestival in Locarno den Lebenswerk-Preis für sein „empörendes, unterhaltsames und freudvolles Werk [als] Symbol der Freiheit, weit weg von der politischen Korrektheit“.

Vergangene Ausstellung

Kurz vor seinem 75. Geburtstag stellte Waters mit „Hollywood’s Greatest Hits“ schon einmal 30 Fotos, Videos, Skulpturen und Installationen aus. Der offen schwule Kultregisseur empfand die Ausstellung als „perfekte Show während der Oscar-Saison“, rechnete sie doch auf unterhaltsame Art mit Hollywood ab. So zum Beispiel mit dem Schönheitswahn im Showgeschäft und den daraus resultierenden kosmetischen Eingriffen.

Schon immer „anders“

In einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur erzählte Waters 2009 davon, dass er schon als Kind anders gewesen sei. Weil er so „von Unfällen und Blut besessen“ war, habe seine Mutter ihn damals zu Schrottplätzen mitgenommen. „[Meine Eltern] haben das Richtige gemacht und mich ermuntert“, so Waters. „Sie haben nicht versucht, mich zu ändern. Ich habe eine tolle Familie. Vermutlich bin ich auch deshalb nicht in der Irrenanstalt gelandet.“

Waters glaubt, dass er ohne seine Karriere beim Film sicherlich im Gefängnis gelandet wäre. Im Film konnte er nämlich „all die asozialen Dinge“ ausprobieren, die ihm im Kopf herumschwirrten. Gegenüber der Los Angeles Times erklärte er einst: „Hätte ich all das getan, was in meinen Filmen passiert, hätte ich vor 40 Jahren die Todesstrafe erhalten.“

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