Direkt zum Inhalt
Streit um Ampelpärchen

Streit um schwule Ampelpärchen Ein Kommunalpolitiker aus Niedersachsen sieht Rot

ms - 21.01.2026 - 08:00 Uhr
Loading audio player...

Das Bundesverfassungsgericht wird sich wahrscheinlich bald mit der rechtlichen Frage beschäftigen, ob homosexuelle Ampelpärchen zulässig sind. Ein Kommunalpolitiker aus Hildesheim (Niedersachsen), Enver Sopjani, hatte bereits im Herbst letzten Jahres erfolglos gegen die Entscheidung der Stadt geklagt, Ampelscheiben mit homosexuellen Pärchen-Motiven zu installieren. Nun geht der parteilose Politiker in die nächste Instanz und fordert eine Entscheidung des höchsten deutschen Gerichts. Zudem kann er eine Berufung beim niedersächsischen Oberverwaltungsgericht in Lüneburg versuchen. 

Niederlage vor Gericht 

Sopjani, der sich in seiner Klage auf eine Verletzung seines Rechts auf sexuelle Selbstbestimmung und Erziehungsrecht beruft, war mit seiner ersten Klage gegen die Ampelpaare im vergangenen Jahr vor dem Verwaltungsgericht Hannover gescheitert. Das Gericht hatte die Klage als unbegründet abgewiesen und eine Verletzung der Rechte des Klägers nicht nachvollziehen können. Der Vorsitzende Richter Arne Gonschior erklärte, dass die Ampelmotive lediglich die gesellschaftliche Realität widerspiegelten und der Kläger durch diese Zeichen nicht in seinen Rechten beeinträchtigt werde. Auch eine Verletzung der Straßenverkehrsordnung sah das Gericht nicht gegeben, da deren Vorschriften den Kläger nicht individuell schützten.

Ampelpärchen im Stadtbild

Der Stadtrat von Hildesheim hatte die Installation der 14 Ampelpärchen im Juni 2023 beschlossen. Seit Mitte des Jahres zeigen die Ampeln an drei Standorten im Stadtgebiet bei Grün Bilder von gleichgeschlechtlichen Paaren an, anstelle der klassischen Fußgängerfiguren. Erstmals kamen homosexuelle Ampelpärchen in Wien 2015 begleitend zum Eurovision Song Contest zum Einsatz. Das Projekt stieß auf große internationale Beachtung und entwickelte sich schnell zu einer dauerhaften Installation in vielen Städten wie beispielsweise Hannover, München, Frankfurt am Main oder auch Köln als Zeichen für mehr Toleranz.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Neuer Boykott-Aufruf zum ESC

Über 1.100 Kreative sind dabei

Über 1.100 Musiker und Künstler fordern jetzt den Boykott des ESC aufgrund der Teilnahme Israels am internationalen Musikwettbewerb.
Razzia bei russischem Verlag

Festnahmen im Verlag Eksmo

Razzia beim größten russischen Verlag Eksmo: Die Behörden haben tausende Bücher mit LGBTIQ+-Themen beschlagnahmt, der Verlagschef wurde festgenommen.
Junge Menschen profitieren

Standesämter erleichtern Zugang

Seit Inkrafttreten des Selbstbestimmungsgesetzes im November 2024 haben in Sachsen bereits 2.884 Menschen ihren Geschlechtseintrag offiziell geändert.
Wegmarke für queere Paare

Bistum München und Freising dabei

Der Münchner Erzbischof Reinhard Marx hat erstmals offiziell die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare im Erzbistum München und Freising erlaubt.
Impuls für mehr Inklusion

Queere Gleichberechtigung gewürdigt

Der Berufsverband VK hat mit dem Max-Spohr-Preis Leistungen im Einsatz für Gleichbehandlung und Vielfalt gegenüber queeren Menschen ausgezeichnet.
Anklage nach Brandanschlag

Angriff auf OpenAI-CEO Sam Altman

In Kalifornien wurde nun Anklage gegen einen 20-Jährigen erhoben, der offenbar den schwulen OpenAI-CEO Sam Altman aus Angst vor KI ermorden wollte.
Asylbetrug in Großbritannien

BBC-Recherche sorgt für Aufregung

Laut der BBC erfanden bei Asylanträgen in England Migranten ihre Homosexualität auf Anraten von Anwälten, um einen positiven Bescheid zu erhalten.
Blutspende in Australien

Lockerung der Regelungen in Kraft

Seit dieser Woche wurden alle neuen Richtlinien für die Blutspende in Australien umgesetzt, LGBTIQ+-Menschen werden nicht mehr diskriminiert.