Direkt zum Inhalt

Viel Unterstützung aus Umfeld Fußball: Marumi Yamazaki outet sich als trans* Mann

Von tb - 07.01.2026 - 18:30 Uhr
Fußball: Marumi Yamazaki outet sich als trans* Mann
Foto: © instagram.com/marusta.69
ANZEIGE
Loading audio player...

Im neuen Jahr sorgte ein mutiger Schritt im japanischen Profisport für Aufmerksamkeit: Marumi Yamazaki, früher Mitglied der japanischen Frauen-Fußballnationalmannschaft, hat sein Coming-out als trans* Mann öffentlich gemacht und verkündet, mit seiner Ehefrau eine neue Lebensphase zu beginnen. Dieser offene Umgang mit der eigenen Identität findet besondere Resonanz, ein Signal der Sichtbarkeit und Hoffnung für viele im Sport und darüber hinaus.

 

Keine Lust mehr auf Versteckspielen

Der 35-jährige Yamazaki blickt auf eine beträchtliche Fußballkarriere zurück. Geboren in Saitama, spielte er für etablierte Teams wie Albirex Niigata und Omiya Ardija Ventus. Im Frauenfußball der höchstklassigen Ligen sammelte er vier Länderspieleinsätze, bevor er 2023 seine aktive Laufbahn beendete und ins Trainerteam wechselte. Die Offenlegung seines legalen Geschlechtswechsels und seine Eheschließung mit einer Frau bewertete Yamazaki rückblickend als zentralen Beweggrund für den sportlichen Rückzug. Teile seiner Geschichte teilte er nun erstmals mit der Öffentlichkeit, nachdem sich das Paar zuvor bereits offiziell registriert hatte – ein Schritt, der in Japan seit 2003 unter bestimmten Bedingungen möglich ist.

 

Reaktionen und gesellschaftliche Herausforderungen

Schnell erhielt Yamazaki breite Unterstützung aus dem Fußballumfeld; prominente Mitstreiterinnen wie Karina Maruyama und Aya Samejima zeigten sich solidarisch. Dennoch ist der Kontext komplex: Während die rechtliche Geschlechteränderung möglich ist, bleiben gleichgeschlechtliche Ehen im G7-Staat Japan weiterhin offiziell untersagt, trotz wachsender gesellschaftlicher Diskussionen. Die konservative Regierung unter Premierministerin Sanae Takaichi lehnt entsprechende Reformen entschieden ab.

„Ich hoffe, anderen Mut und Hoffnung geben zu können. Sichtbarkeit ist wichtig – auch wenn es noch nicht überall Akzeptanz gibt“, erklärte Yamazaki nach seinem Coming-out.

 

 

Mit Yamazaki steht nach Fumino Sugiyama (einst Fechter und später im Olympiakomitee tätig) und Kumi Yokoyama (Top-Torjäger, Coming-out 2021) ein weiteres trans* Vorbild im Fokus. Alle drei Namen spiegeln die wachsende Diversität im Spitzensport wider, auch wenn Diskriminierung und kritische öffentliche Stimmen weiterhin präsent sind. Offenheit und persönliche Geschichten fördern Schritt für Schritt eine integrativere Debatte.

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

Berliner MorgenpostHomophober Angriff in Berliner U-Bahnhof: Polizei sucht diese MännerNDR"Haltet euch fest": Frischer Roman über die Kraft des ZusammenhaltsWiener ZeitungTroye Sivan: Er ist gay! Gay! Gay! Gay!BILDKnutsch-Szenen auf dem Court - Wen küsst der Beckham-Spross hier?Alle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Sollte die geplante automatische Weitergabe sensibler Daten in Baden-Württemberg verhindert werden?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Eine Sekunde für die Liebe

Schwule Männer im Zeitrausch

Die Schaltsekunde wird abgeschafft. Für schwule Männer beginnt damit eine neue Zeitrechnung – zwischen Grindr, Größenwahn und ganz großen Gefühlen.
Homophobie bei der WM

FIFA meldet Rekordzahlen

240.000 Hassnachrichten bei der Fußball-WM 2026: Besonders Frankreichs Nationalspieler wurden im Netz angefeindet, berichtet jetzt die FIFA.
Vom Eis zur Erotik

Ein verborgenes Fotoerbe

Roy Blakey war Eiskunstläufer und ein Pionier schwuler Fotografie. Nun erzählt seine Nichte von seinem außergewöhnlichen Leben und Werk.
Herbst für zwei

Kuscheln statt Sommerstress

Kalte Tage, warme Bäder und lange Abende: Warum der Herbst für schwule Männer die perfekte Zeit für Nähe zu zweit sein kann.
Überraschung bei „Whalefall“

Ein Wal, ein Vater, ein Geheimnis

Im neuen Survival-Thriller „Whalefall“ verändert eine kurze Frage die Vater-Sohn-Geschichte und eröffnet eine mögliche schwule Deutung.
Vandalismus in Berlin

Was steckt hinter den Attacken?

Vier Angriffe auf die Regenbogenbank in Berlin: Im Exklusiv-Interview warnt die Polizei jetzt vor Einschüchterung und Queerfeindlichkeit.
Romeo Beckham liebt Männer

Tennisrivalität und Leidenschaft

Romeo Beckham und Paul Kircher spielen in „Forty Love“ rivalisierende Tennistalente. Der erste Trailer zeigt Liebe, Eifersucht und blutigen Horror.
NFL-Star starb an Aids

Ein Held ohne Ruhmeshalle

Vor 40 Jahren starb die schwule NFL-Legende Jerry Smith mit nur 43 Jahren an Aids. Sein sportliches Vermächtnis und sein Mut wirken bis heute nach.
US-Schule stoppt Musical

Hauptrolle sorgt für Streit

Eine Schülerin erhält die männliche Hauptrolle in „Der kleine Horrorladen“. Kurz darauf sagt ihre US-Schule das Musical aus seltsamen Gründen ab.